Winterpause
Zuerst das Becken, dann der Rest: Die Badi Solothurn wird umgebaut

Die Badi-Gebäulichkeiten in Solothurn von 1964 sollen in zwei Winterhalbjahren für 7,8 Mio. Franken umgebaut und modernisiert werden.

Wolfgang Wagmann
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Im Winter wird das Sportbecken saniert, für die Gebäudesanierung muss noch einen Kredit von 7,2 Mio. Franken bewilligt werden.

Im Winter wird das Sportbecken saniert, für die Gebäudesanierung muss noch einen Kredit von 7,2 Mio. Franken bewilligt werden.

Solothurner Zeitung

«Es wird einen Mehrwert für die Badegäste geben», ist Chefbadmeister Pascal Prétôt überzeugt und zählt die Vorteile auf. Wie: «Es werden dreimal so viele Duschen zur Verfügung stehen.» Aber auch die Arbeitsabläufe des Badmeister-Teams würden vereinfacht, wenn die Garage im Mitteltrakt der Badi ans Nordende der Anlage verlegt würde. «Aber zuerst muss das Volk noch Ja sagen.» Und noch vorher der Gemeinderat in seiner Sitzung vom 17. September. Es geht um immerhin 7,8 Mio. Franken Gesamtkosten, was in der Gemeinderatskommission schon für Stirnrunzeln gesorgt hatte: Erste Kostenschätzungen ohne konkretes Projekt waren noch von 6,4 Mio. Franken ausgegangen.

In einem sehr schlechten Zustand

Die 1962 bis 1964 von Stadtbaumeister Hans Luder erstellte Anlage – sie steht inzwischen unter Schutz – sei «in einem sehr schlechten Zustand» sowohl was die Struktur wie auch Sicherheitsaspekte anbelange. Mit einer Sanierung über zwei Etappen im Winterhalbjahr 2020/21 und 2021/22 würde der Wert des Bauwerks «über Jahrzehnte erhalten», so die Botschaft an den Gemeinderat.

Eine «gute Saison»

«Wir hatten eine gute Saison», meint Chefbadmeister Pascal Prétôt angesichts von rund 145 000 Badegästen, die bisher das Drehkreuz passiert haben. Mit dem jetzigen Wetterwechsel rückt das Vorjahresergebnis von über 169 000 Eintritten in weite Ferne, doch hatte insbesondere die letzte Juniwoche Spitzenfrequenzen gebracht: 34 000 Gäste wurden zwischen dem 23. und 30. Juni gezählt, allein 6770 an diesem Sonntag. Zum Vergleich: In den ersten zwei Maiwochen kamen gerade mal 3200 Badelustige vorbei.
«Schwierig war für uns der stetige Wechsel zwischen heiss und kalt», blickt Prétôt auf einen wettermässig heiklen Sommer zurück. Zwei Unfälle mit Verletzungen mussten registriert werden, sonst blieb es bei Bagatell-Ereignissen. (ww)

Saisonschluss

Die Badi schliesst am Samstag, 14. September

Im Fokus steht auch die energetische Sanierung, und die schadhaften, veralteten Absorbermatten zur Wassererwärmung auf dem Dach werden durch eine Photovoltaik-Anlage ersetzt. Behindertengerecht soll die Badi nicht nur im Bereich der sanitären Anlagen werden, sondern auch das komplett erneuerte Restaurant den bisher arg vermissten Lift erhalten. Die Energieerzeugung erfolgt neu über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, mit der das Brauchwarmwasser aufbereitet wird und die im Winter die nötigen Räumlichkeiten beheizt. Bereits sind 600 000 Franken bewilligt, sodass noch ein Brutto-Ergänzungskredit von 7,2 Mio. Franken gesprochen werden muss.

Diesen Winter wird das Sportbecken saniert

Bereits in Kompetenz der Gemeindeversammlung wurden Ende Jahr 2,27 Mio. Franken für die Sanierung des Sportbeckens gesprochen. «Am Montag nach Saisonschluss werden die Arbeiten sofort beginnen,» weiss Chefbadmeister Prétot. Nach Abschluss der Arbeiten werde das Becken voll wettkampftauglich sein. «Ich hoffe, es wird alles rechtzeitig auf den nächsten Saisonbeginn fertig.»
Immerhin könne man bei unliebsamen Verzögerungen – Zuchwil bot diesen Sommer Anschauungsunterricht - die Badi Solothurn auch teilweise für die Gäste öffnen. Übrigens: Um einem allfällig strengen Winter ein Schnippchen zu schlagen, finden die Arbeiten im Sportbecken unter einer sogenannten «Einhausung» statt. Pascal Prétôt: «So kann man bis null Grad Aussentemperatur normal weiterarbeiten.»

Hohe Investitionen bis 2023

Finanzplan Das Schwimmbad ist nur ein grosser Brocken, dazu kommen Sanierungen der Primarschulhäuser, der Museen, der neue Doppelkindergarten im Brühl – auf knapp 100 Mio. Franken veranschlagt man die Nettoinvestitionen der Stadt. «Zu viel», so der Tenor der vorbereitenden Gremien zum Thema Finanzplan 2020 bis 2023.

Düstere Folgen wären die Halbierung des Pro-Kopf-Vermögens von derzeit über 5400 Franken und somit auch des Nettovermögens von aktuell 88,7 Mio. Franken. Nicht nur die Finanzkommission geht jedoch von einem Realisierungsgrad der Investitionen aus, der nur 2020 bei 100 Prozent, in den drei Folgejahren jedoch bei nur 70 Prozent liegt. Dennoch resultiert für die Kommission ein ungenügender Selbstfinanzierungsgrad von nur gerade knapp 70 Prozent – 80 sind gefordert. Im Finanzplan wäre das nach Ansicht von Finanzverwalter Reto Notter nur mit Projekt-Verschiebungen möglich. Ohnehin warnt er vor Mehrausgaben wie Stellenschaffungen und mahnt, haushälterisch mit den Mitteln umzugehen, da auch keine Trendwende bei den Sozialausgaben in Sicht sei. Zwar sind kleine operative Überschüsse nach 2020 ausgewiesen, doch «das hohe Eigenkapital darf nicht zu Übermut verleiten». (ww)

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