Solothurn
Statt Gelati gibts Suppen: Stiftung Solodaris betreibt im Winter die «Vitaminstation»

Ab morgen Donnerstag öffnet die «Vitaminstation» am Stalden wieder ihre Pforten: Durch ein Arbeitsprojekt der Stiftung Solodaris ist die «Sommertankstelle» für Gelati auch im Winter mit einem saisongerechten Angebot offen.

Andreas Kaufmann
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V.l.: Thomas Ryser (Besuchsdienst Solodaris), Rolf Häusermann, Daniela Barile (Projektteilnehmende) und Irina Bortoli (Teamleiterin).

V.l.: Thomas Ryser (Besuchsdienst Solodaris), Rolf Häusermann, Daniela Barile (Projektteilnehmende) und Irina Bortoli (Teamleiterin).

Andreas Kaufmann

In den vergangenen Jahren bereitete sich die «Vitaminstation» am Stalden jeweils im Oktober auf den Winterschlaf vor. Für vier Monate stellte der Anbieter von Fruchtsäften und Gelati seinen Betrieb ein.

Nun sorgt ein Projekt auch zwischen November und Februar für offene Türen im Lokal der Geschäftsinhaber Martin Bichsel und Karin Hügli. Diese hatten sich über eine sinnvolle Zwischennutzung Gedanken gemacht und schliesslich bei der Solodaris-Stiftung, dem Zentrum für Menschen mit psychischer Behinderung, den richtigen Projektpartner gefunden.

Irina Bortoli, die sonst zum Team der «Vitaminstation» gehört, wird während dieser Zeit zur Teamleiterin. Und aus der Klientel von «Solodaris» meldeten sechs Interessierte ihr Interesse an, am Winterprojekt mitzuwirken: Diese sind sonst im Besuchsdienst von «Solodaris» tätig und widmen sich der sozialen Visite bei betagten Menschen. «Solodaris» führt das Geschäft in Eigenregie. Die anfallenden Kosten für die Untermiete an die «Vitaminstation»-Betreiber und den Lohn für die Teamleiterin trägt die Stiftung selbst.

Geschützt und doch mittendrin

«Was wir hier haben, ist ein geschütztes Arbeitsumfeld – aber mitten in der Gesellschaft», erörtert Thomas Ryser, Bereichsleiter Besuchsdienst. «Wir versuchen, die jeweiligen Bedürfnisse der Einzelnen für einen geeigneten Arbeitsplatz zu berücksichtigen. Die einen benötigen Schutz und Ruhe, bei den anderen ist es wichtig, die sozialen Ressourcen zu nutzen und zu fördern.» Natürlich wird auch darauf Rücksicht genommen, dass die einzelnen Mitarbeiter mit unterschiedlicher Stressresistenz an eine Arbeit herangehen.

Zurzeit laufen die Schulungen für die sechs Mitarbeiter. Morgen Donnerstag startet das Projekt. Angeboten werden frische Säfte, heisse Suppe, Punsch, Waffeln und regionale Produkte ab Hof. Die Suppe stammt aus dem Restaurant «Pfefferkorn» an der Rathausgasse, das dauerhaft durch «Solodaris» betrieben wird. Durch die Zwischennutzung werden Geschäftskunden auch in den Wintermonaten mit Fruchtsäften versorgt. «Wir liefern den Kunden die Bestellung eigenhändig aus», so Rolf Häusermann aus Lenzburg, der beim Projekt mitwirkt. «Hier können wir neue Erfahrungen sammeln», betont er die Vorteile des Projektbetriebs.

Die Stadt mit Vitaminen versorgen

Auch Daniela Barile aus Derendingen, die bereits in der Cafeteria Wyssestei tätig war, freut sich auf die Tätigkeit mit sozialen Kontakten. Für Agnaldo Fuhrer aus Luterbach steht die gute Zusammenarbeit im Team im Vordergrund, ebenso «die Verantwortung, die wir hier übernehmen dürfen.» Er und Häusermann erleben die Stadt durch dieses Projekt erneut aus einem anderen Winkel. Denn: Sie waren bereits als Turmwächter auf der St.-Ursen-Kathedrale tätig. Nun sind sie – was gerade im Winter wichtig ist – um die Versorgung der Solothurner mit Vitaminen bemüht.

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