Solothurn
Stadt prüft die Einführung von Velostrassen

Der Gemeinderat in Solothurn will den Langsamverkehr weiter fördern. Ob und allenfalls wo sich Velostrassen anbieten würden, wird jetzt abgeklärt.

Fabio Vonarburg
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Velostrassen in Zürich als Vorbild? Die Stadt Solothurn klärt jetzt ab, ob solche für Solothurn allenfalls auch in Frage kommen.

Velostrassen in Zürich als Vorbild? Die Stadt Solothurn klärt jetzt ab, ob solche für Solothurn allenfalls auch in Frage kommen.

Keystone

Verkehrsplaner haben Anfang Jahr neue Werkzeuge in ihre Werkzeugkiste gekriegt: Neu möglich sind etwa Velostrassen in Tempo-30-Zonen. Manchmal gekennzeichnet mit einem grossen gelben Piktogramm, das auf dem Asphalt prangt. Auf den Velostrassen entfällt der Rechtsvortritt, wer in die Strasse einmündet, muss den vorbeifahrenden Fahrzeugen den Vortritt lassen.

Noch findet man diese Velostrassen vorwiegend in jenen Schweizer Städten, die sich beim Pilotprojekt beteiligt haben, das 2016 lanciert wurde. Nun, wo es gesetzlich erlaubt ist, solche Velostrassen einzuführen, werden sie in den nächsten Jahren wohl vielerorts zum Alltag. Eventuell auch in Solothurn.

Gleich zwei Vorstösse zu diesem Thema behandelte der Gemeinderat an der Sitzung vom Dienstag. Einer aus der SP-Fraktion, der andere von den Grünen. Die Forderung war im Grundzug dieselbe: Die Stadt soll prüfen, ob Velostrassen allenfalls auch etwas für Solothurn wären. Erstunterzeichner beim Postulat aus der Grünen Fraktion ist Christof Schauwecker: Durch Velostrassen würde das Velofahren in der Stadt Solothurn noch sicherer und attraktiver, ist Schauwecker überzeugt.

«Durch das spezielle, auf Velos angepasste Vortrittsregime in Fahrradstrassen, können schnelle, sichere und durchgehende Velokorridore durch unsre Stadt geschaffen werden.»

Wie die Antwort des Stadtpräsidiums zeigt, hat dieses einige Vorbehalte bezüglich Velostrassen. Es sei festzuhalten, dass es sich bei Velostrassen nicht um eine «Billiglösung» handelt, ist in der Antwort des Stadtpräsidiums zu lesen. Zudem würde die Einführung von Velostrassen in Tempo-30-Zonen eine neue Verkehrssituation und somit Unsicherheiten schaffen. «Ein eindeutiger Mehrwert durch die Schaffung von Fahrradstrassen auf dem Gebiet der Stadt Solothurn ist aufgrund der relativ kurzen Strassenabschnitte in den Tempo-30-Zonen nicht auf Anhieb erkennbar», schrieb das Stadtpräsidium weiter, empfahl aber dennoch, das Postulat der Grünen als erheblich zu erklären: Damit weitere Abklärungen getätigt werden können.

Einstiger Skeptiker findet Idee nicht mehr abwegig

Ein Ansinnen, mit dem sich eine grosse Mehrheit des Gemeinderats einverstanden erklärte. An der Sitzung vom Dienstagabend wurde von verschiedener Seite betont, wie sehr die Bedeutung des Langsamverkehr in den letzten Jahren in Solothurn zugenommen hat. FDP-Gemeinderat Sven Witmer erzählte, dass seine Fraktion bezüglich Velostrassen zu Beginn skeptisch gewesen sei. «Ich im speziellen», fügte Witmer an. Nach entsprechenden Abklärungen ist die Skepsis teils gewichen. «Wenn Velostrassen tatsächlich dem Siegeszug der Velos weiterhelfen können, wollen wir uns dem nicht in den Weg stellen», so Witmer. «Wenn auch klar ist, dass Fahrradstrassen nicht zum 0-Tarif zu haben sind.»

Mit 28 Ja-Stimmen, einem Nein und einer Enthaltung hat der Gemeinderat das Stadtpräsidium beauftragt, weitere Abklärungen diesbezüglich vorzunehmen. In diese Abklärungen soll das Amt für Verkehr und Tiefbau des Kanton Solothurn miteinbezogen werden. Unter anderem auch im Zusammenhang mit Anschlüssen an kantonale Velorouten.

Zuständigkeit liegt beim Kanton Solothurn

Im Velo-Vorstoss von Seiten der SP wurde die Stadt zudem noch aufgefordert, zu prüfen, ob auch in Solothurn bei Lichtsignalanlagen Velofahrer erlaubt wird, selbst bei Rot rechts abzubiegen. Auch dies ist erst seit Anfang Jahr möglich. Dieser Punkt empfahl das Stadtpräsidium dem Gemeinderat als nicht erheblich zu erklären. Sämtliche Lichtsignalanlagen auf dem Gebiet der Stadt Solothurn würden dem Kanton gehören. Somit liege die Zuständigkeit für verkehrstechnische Änderungen beim kantonalen Amt für Verkehr und Tiefbau, so das Stadtpräsidium. Der Gemeinderat folgte dem Stadtpräsidium und trat nicht auf das Geschäft ein, infolge der Nicht-Zuständigkeit.