Solothurn
Teilweise Wartezeiten bis zu 30 Minuten: Die Museen sind seit dem 1. März wieder offen und sehr beliebt

Besonders am Wochenende besuchen derzeit viele ein Museum. Das führt vor einigen Museen in der Stadt und Region Solothurn für Wartezeiten vor dem Museum. Etwa im Naturmuseum, aber auch beim Sauriermuseum Bellach.

Fabio Vonarburg
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Das Naturmuseum Solothurn ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Das Naturmuseum Solothurn ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Michel Lüthi

Was man eigentlich vor allem aus Freizeitparks wie dem Europa-Park in Rust kennt, ereignete sich am vergangenen Wochenende auch bei einer Attraktion in Bellach. «Liebe Besucher, die Wartezeit am Eingang beträgt im Moment ca. 30 Minuten. Danke für die Geduld.»

Diese Nachricht schrieb das Sauriermuseum in Bellach am Sonntag auf seiner Facebook-Seite. «Wir wurden etwas überrannt», sagt Stefan Frieden, Direktor des Sauriermuseums, und lacht. Über 400 Besucherinnen und Besucher haben seit dem 1. März das Museum besucht. Das ist viel für das kleine Museum, das nur am Mittwochnachmittag und am Sonntag geöffnet hat und derzeit jeweils nur 25 Personen auf einmal in die Ausstellung lassen darf. Diese Beschränkung ist der Grund, warum es vor dem Museum zu einer Warteschlange kam.

Gründer Stefan Frieden und Mitinhaber Jan Müller vor einem Saurierskelett.

Gründer Stefan Frieden und Mitinhaber Jan Müller vor einem Saurierskelett.

Hans Peter Schläfli

Beklagt habe sich niemand, freut sich Frieden, der an die wartenden Kinder kostenlose Dinosaurier-Tattoos zum Aufkleben verteilt hat. «Viele haben mir gesagt, dass sie mit Wartezeiten gerechnet haben und dass sie auch hier sind, um uns zu unterstützen.» Tatsächlich waren die mittlerweile zwei Lockdowns nicht einfach für das privat finanzierte Museum. «Zum Glück hatten wir ein gutes Jahr 2019», sagt Frieden, «das rettet uns nun.»

Grosses Bedürfnis, wieder etwas zu unternehmen

Thomas Briner, Leiter Naturmuseum Solothurn

Thomas Briner, Leiter Naturmuseum Solothurn

Hanspeter Bärtschi

Anstehen heisst es zurzeit an Wochenenden vielfach auch beim Naturmuseum Solothurn. «Die Besucher sind ab dem ersten Tag in grosser Zahl wiedergekommen», sagt Museumsleiter Thomas Briner. Maximal 70 Personen dürfen momentan gleich-zeitig im Museum sein. Kaum hatte am letzten Samstag das Museum geöffnet, war diese Zahl auch schon erreicht und es bildete sich vor dem Haus eine Warteschlange. «Viel mehr als eine halbe Stunde musste aber niemand warten», sagt Briner, der feststellt, dass es besonders für Familien wieder ein grosses Bedürfnis ist, etwas unternehmen zu können.

So hatte das Naturmuseum an den letzten Wochenenden mehr Besucher, als es die Betreiber aus den Vor-Corona-Zeiten gewohnt sind. Ein Eindruck, den die angefragten Museen durchs Band bestätigen können. So auch das Museum Enter in Solothurn, in dem die Geschichte der Computer und der Unterhaltungselektronik vermittelt wird. Museumsleiterin Violetta Vitacca sagt: «Die Wochenenden liefen super. Wir merken, dass es ein Vakuum gegeben hat.» Spannend werde zu beobachten sein, führt sie weiter aus, ob dies nun nur ein kurzzeitiger Anstieg nach der Wiedereröffnung sei «oder ob die Besucherzahlen konstant auf dem hohen Niveau bleiben».

Kurz warten musste man im Museum Enter allenfalls vor der Kasse. Ansonsten braucht es einiges dafür, dass das Museum mit seinen 2000 Quadratmetern Ausstellungsfläche keine weiteren Besucher mehr einlassen darf. Wie Vitacca weiter betont, haben nicht nur die Besucherzahlen zugenommen, sondern es werden auch wieder fleissig Events und Führungen gebucht, «die wir dann hoffentlich durchführen können».

Sehr gutes Jahr trotz zweier Lockdowns

Auch Erich Weber, Konservator des Museums Blumenstein in Solothurn, freut sich bereits, wenn im Museum auch wieder kulturelle Veranstaltungen über die Bühne gehen können. Bis es so weit ist, erfreut er sich am Zuwachs bei den Einzelbesucherinnen und -besuchern. Trotz zweier Lockdowns: Das Museum Blumenstein hat noch selten so viele Einzeleintritte verzeichnen können wie im Pandemiejahr 2020. Dies führt Weber vor allem auf den Sommer zurück, der «herausragend lief».

Trotz ausbleibenden ausländischen Gästen, die sonst rund einen Viertel der Eintritte ausmachen. «Wir hatten dafür viele Gäste aus der Westschweiz», berichtet Weber, der davon spricht, dass viele offenbar das Erlebnis Museum wieder neu entdeckt haben. Dies, weil im letzten Jahr wegen der Pandemie kulturell ansonsten viel weniger los war als gewohnt. Auch jetzt nach der Wiedereröffnung sind angesichts der Tatsache, dass das «Blumenstein» etwas peripher liegt, viele Leute in das Museum geströmt. «Der Zuwachs ist erfreulich», sagt Weber. «Am Wochenende hatten wir vor lauter Strichli fast keinen Platz mehr.»

Das Museum Blumenstein von aussen.

Das Museum Blumenstein von aussen.

Wolfgang Wagmann

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