Solothurn
Knall bei den Solothurner Literaturtagen: Geschäftsführer Dani Landolf tritt zurück

Dani Landolf hat überraschend seinen Rücktritt als Geschäftsführer der Solothurner Literaturtage bekannt gegeben. Er wird nach dem diesjährigen Festival Ende Mai, nach nur zwei Ausgaben, wieder gehen.

Béatrice Beyeler
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Gerade erst wurde Dani Landolf als neuer Geschäftsführer der Solothurner Literaturtage vorgestellt – nun nimmt er bereits den Hut.

Gerade erst wurde Dani Landolf als neuer Geschäftsführer der Solothurner Literaturtage vorgestellt – nun nimmt er bereits den Hut.

Hanspeter Bärtschi

Dani Landolf gibt seinen Rücktritt als Geschäftsführer der Solothurner Literaturtage bekannt. Das berichtet der «Tages-Anzeiger» am Dienstagabend. Nach seiner zweiten Festivalausgabe wird Landolf die Geschäftsstelle im Sommer 2022 verlassen.

In einer Mail begründet er seine Entscheidung wie folgt: «Für meine Vorstellungen und Ideen, das Festival und die Strukturen weiterzuentwickeln und zu öffnen, habe ich im Vorstand nicht die Unterstützung erhalten, die ich mir gewünscht habe. Ich bedaure diesen Schritt sehr, sehe aber keine Alternative zu dieser Entscheidung.»

Auf Anfrage des «Tages-Anzeigers», worin sich die Vorstellung zwischen der Geschäftsstelle und des Vorstands unterschieden hätten, wiederholt Landolf diese Erklärung und fügt dazu an:

«Das kann vorkommen, ich will das nicht dramatisieren.»

Dani Landolf übernahm die Stelle als Geschäftsführer der Solothurner Literaturtage erst 2020 und folgte damit auf Reina Gehrig, die zu Pro Helvetia wechselte.

Der Zeitpunkt der Bekanntgabe von Landolfs Rücktritt kommt nun überraschend. Auch, dass er bereits vor dem Festival bekannt gegeben wird. Details will Landolf gegenüber des «Tages-Anzeigers» keine Preis geben. Er sagt nur so viel: «Ich werde nicht im Streit gehen, sondern habe mich zusammen mit dem Vorstand auf einen guten Übergang verständigt.» Deshalb habe man den Entscheid auch bereits frühzeitig kommuniziert, damit der Nachfolgeprozess seriös aufgegleist werden könne.

Rolf Niederhauser, Mitglied des Vorstands der Solothurner Literaturtage, wird zitiert: «Die Corona-Pandemie hat zu ausserordentlichen Strapazen und übermässiger Belastung geführt. Und vielleicht hat er sich die Arbeitsbelastung anders vorgestellt.»

Rolf Niederhauser und Yael Inokai beim Jubiläumsgesprächs 2018, anlässlich der 40. Ausgabe der Literaturtage.

Rolf Niederhauser und Yael Inokai beim Jubiläumsgesprächs 2018, anlässlich der 40. Ausgabe der Literaturtage.

Hanspeter Bärtschi

Nach der letztjährigen Ausgabe kam es zu grösseren personellen Wechseln innerhalb der Programmkommission und dem Team rund um den Geschäftsführer. Niederhauser sieht auch darin einen Grund für Landolfs Rücktritt. Gegenüber des «Tages-Anzeigers» sagt er abschliessend: «Auf die Reglemente des Vereins, die Struktur und die Vorgaben, die nun einmal zu den Solothurner Literaturtagen gehören, wollte er sich vielleicht nicht ganz einlassen.»

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