Interview
«Schumann und Brahms sind meine Lieblingskomponisten»: Klarinettistin gastiert in Solothurn

Séverine Payet stammt aus Montreal und gehört zu den gefragten Klarinettistinnen der jüngeren Generation. Als Solistin, Kammermusikpartnerin sowie Solo-Klarinettistin ist sie mit der Beethoven Philharmonie, dem Orchestra della Svizzera Italiana, beim Carinthischen Sommer in Österreich, in der Tonhalle Zürich und im Wiener Musikverein aufgetreten. Am Donnerstag gastiert die in Bern wohnhafte Klarinettistin in der Marienkirche Solothurn.

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Severine Payet

Severine Payet

Zur Verfügung gestellt

Das Beethoven-Jahr zeigt auch in Ihrer Agenda Spuren. Was bedeutet Ihnen sein Werk?

Nun, ich liebe Beethoven und freue mich über die Gelegenheit, mit dem Clarion-Trio einige seiner Werke für Klarinette, Violoncello und Klavier aufführen zu können. Seine Jahrespräsenz hat sich positiv auf unseren Auftrittskalender ausgewirkt. Als Solistin und Duo-Partnerin bin ich jedoch mit anderen Kompositionen unterwegs.

Auch mit ihrem Ehemann Thomas Rösner, einem international gefeierten Dirigenten, mit dem Sie in Bern leben. Warum Bern?

Zuerst: Ich geniesse es, mit Thomas zusammenzuarbeiten. Er hat wohl eine konkrete Interpretations-Vision, lässt den Solisten jedoch viel Raum und Freiheit, ohne das Ganze aus den Augen zu verlieren. In Bern leben unsere Freunde und wir fühlen uns wohl hier. Es sind kurze Wege zum Flughafen Zürich sowie in die Romandie. Thomas dirigiert demnächst im Theater Bern und ich gastiere oft als Zuzügerin im Berner Symphonieorchester, dem Basler Kammerorchester und dem Musikkollegium Winterthur.

Verspüren Sie Heimweh nach Kanada?

Ja, nach meiner Familie und der grandiosen Landschaft. Hier ist es auch sehr schön, aber doch anders als in Kanada mit den endlosen Weiten. Ich bin der Schweiz für sehr vieles dankbar: Ich habe hier studiert, meinen Mann kennengelernt und trete häufig in der Schweiz auf.

So wie in Solothurn, wo Sie mit ihrem Duo-Partner Etienne Murith Werke von Schuhmann, Brahms und Mozart spielen. Was ist das Besondere an diesem Konzert?

Schumann und Brahms sind meine Lieblingskomponisten. Brahms wollte eigentlich keine Musik mehr schreiben. Dann lernte er den Klarinettisten Richard Mühlfeld kennen, und liess sich von ihm zu neuer Kreativität anregen. So entstand ein kammermusikalisches Spätwerk, zu dem auch die Sonate op. 120 zählt. Für mich eines der schönsten Stücke für Klarinette. Schumann überreichte seine Romancen für Oboe und Klavier seiner Frau Clara als Weihnachtsgeschenk. Der Verleger verlangte jedoch, dass er eine Fassung für Klarinette schrieb. So besitzt jede Komposition seine Geschichte.

Und Mozarts Klarinettenkonzert?

Auch Mozart schrieb erst dann für dieses Instrument, nachdem er einen Klarinettisten, Anton Stadler, getroffen hatte. Entstanden ist sein einziges Klarinettekonzert, an dem kein Solist von Rang vorbeikommt. Es gibt wohl kaum eine Musik, die in so vielen anrührenden Filmszenen vorkommt wie das Thema aus dem zweiten Satz. Wir spielen dieses Adagio in der Marienkirche in der Fassung für Klarinette und Klavier. Poetische und einzigartige Musik.

Musikalische Andacht, Donnerstag, 13. Februar, 19.30 Uhr, Marienkirche Solothurn, Kollekte.