Solothurn
Roberto Blanco in Ramada-Bar: «Das ist meine neue Wohnung»

Am 30.Mai steigt in der Reithalle die Schlagerparty «So geht Schlager». Roberto Blanco besuchte Solothurn vorab mit seiner Frau und sorgte schon mal für gute Laune.

Hans Peter Schläfli
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Roberto Blanco (77) geniesst mit seiner vierzig Jahre jüngeren Frau Luzandra Strassburg einen Tag in Solothurn.

Roberto Blanco (77) geniesst mit seiner vierzig Jahre jüngeren Frau Luzandra Strassburg einen Tag in Solothurn.

Hans Peter Schläfli

«Zweiter Stock, Damenabteilung», sagt Roberto Blanco mit seiner unverkennbaren, sonoren Bassstimme, als der Lift im Ramada anhält und ein Hotelgast aussteigt. «Ein bisschen Spass muss sein» – er lebt jeden Tag die Botschaft, die er in einem seiner grossen Gassenhauer seit einer gefühlten Ewigkeit besingt. Roberto Blanco ist eine Frohnatur und sein sonniges Gemüt ansteckend. «Dann ist die Welt voll Sonnenschein», geht der Schlager weiter.

Am Samstag hatte Roberto Blanco noch einen Fernsehauftritt in der Sendung «Hello Again!». Er habe die Gelegenheit genutzt, sagt Blanco, um ein paar Interviews zu geben und das Event «So geht Schlager» zu promoten. «Von Konstanz sind es ja nur zwei Stunden bis nach Solothurn.» Am 30. Mai wird in der Reithalle die Schlagerparty steigen. «Das Vorbild ist die Schlagerparade in Chur, die ein Fest für die ganze Stadt ist», so Harri Kunz, der mit Powerhouse «So geht Schlager» organisiert.

«Das miete ich, das ist meine neue Wohnung», sagt der bald 78-jährige Schlagerstar begeistert, als er die Penthouse-Bar betritt, und die nicht minder begeisterte deutsche Bedienung bekommt natürlich ein Autogramm auf die Getränkekarte. Wo Roberto Blanco auftaucht, verbreitet er gute Laune. Sein strahlendes Lächeln setzt er blitzartig auf, die Pose ist augenblicklich eingenommen, sobald er einen Fotoapparat sieht. Über den musikalischen Gehalt seiner Lieder mag man denken, was man will, aber Roberto Blanco weiss, wie man Sympathien gewinnt.

«Das hat mich aufgeregt»

Blanco – auf Deutsch weiss – das sei keine humoristische Anspielung auf seine dunkle Hautfarbe, sondern Roberto Zequera Blanco sein richtiger Name. «Während vierzig Jahren musste ich das den Journalisten immer wieder erklären, und dann haben sie doch wieder geschrieben, dass Blanco mein Künstlername sei. Das hat mich manchmal richtig aufgeregt», sagt er. Sich selbst zu sein, das ist ihm wichtig.

Seine Eltern waren Kubaner, geboren wurde Blanco 1937 in Tunis und aufgewachsen ist er in Beirut und Madrid. 1956 kam er zum ersten Mal nach Deutschland und bereits 1957 spielte er im deutschen Kriegsfilm «Der Stern von Afrika» eine Nebenrolle. «Ich wollte meinen Vater besuchen und im Flugzeug hat mich der Regisseur Alfred Weidenmann gesehen und mich direkt für die Rolle engagiert», erzählt er. Seine Wahlheimat habe also damals ihn gefunden. «Die Sätze habe ich phonetisch nachgesprochen. Erst später habe ich Deutsch gelernt.» 1971 erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft.

Keine Gedanken an Rücktritt

Er sei mir Musik aufgewachsen, schon als Kind habe er im Chor gesungen. Da er 1957 gerade in Deutschland gewesen sei, habe er sich für einen Talentwettbewerb in Frankfurt angemeldet. «Unter den 1800 Sängern wurde ich zum Gewinner gewählt», blickt Blanco mit etwas Stolz auf die Anfänge seiner Karriere zurück.

So habe er seinen ersten Plattenvertrag erhalten. Lys Assia sei beim Wettbewerb der Stargast gewesen und hab ihn gleich auf Tournee mitgenommen. «Qualität hat Bestand», sagt Roberto Blanco, «das mag etwas arrogant klingen, aber schliesslich feiere ich bald 60 Jahre auf der Bühne.»

An einen Rücktritt denke er nicht. «Dann würde ich alt, ich könnte nicht im Park sitzen und Tauben füttern. Ich bin wie Udo Jürgens, der leider nicht mehr unter uns ist. Auch für mich bedeutet die Bühne mein Leben. Wenn ich die Leute im Saal glücklich machen kann, dann bin auch ich glücklich.»

Starallüren hat die Schlagerikone keine. Er will nicht nur Auskunft geben, er macht aus einem Interview ein freundschaftliches Gespräch. Nach kurzer Zeit stellt er die Fragen und will alles ganz genau wissen. «Ich hoffe, wir sehen uns beim Konzert», verabschiedet er sich, «und bringen Sie ihre Frau mit, ich möchte sie gerne kennenlernen.» Roberto Blancos Frau Luzandra Strassburg ergänzt: «Nicht vergessen: Schlager ist in unseren Herzen.»

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