Hybridwerk Aarmatt
Regio Energie eröffnete ihre «gläserne Werkstatt» mit Vorzeigecharakter

Was 2012 mit einer Idee begann, kam am Dienstag beim ersten Meilenstein an. Mit 160 geladenen Gästen aus Politik und Energiewirtschaft wurde das Hybridwerk Aarmatt eingeweiht.

Andreas Kaufmann
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Ein grosser Tag für das Leuchtturmprojekt Aarmatt
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Ein grosser Tag für das Leuchtturmprojekt Aarmatt
Ein grosser Tag für das Leuchtturmprojekt Aarmatt
Ein grosser Tag für das Leuchtturmprojekt Aarmatt
Ein grosser Tag für das Leuchtturmprojekt Aarmatt
Regio Energie eröffnet Hybridwerk Aarmatt
Auf dem Rundgang durch das technische Wunderwerk
Stefan Schluep, Leiter Netze Wasser
Mit dieser Anlage wird Wasserstoff als Energieträger aus Strom hergestellt
Marcel Rindlisbacher, Geschäftsleitungsmitglied, Bereich Netze Regio Energie Solothurn vor dem Hydrolyseur
Ivica Simic, Leiter Heizungsinstallationen erklärt die Wärmerückgewinnungsanalage
In der Aarmatt laufen verschiedene Energieformen zusammen
Felix Strässle, Direktor Regio Energie Solothurn, gilt als Vater der Aarmatt-Idee
Felix Strässle, Direktor Regio Energie Solothurn, im Trafo-Raum
Felix Strässle, Direktor Regio Energie Solothurn, im Raum mit dem Elektrolyseur
Ein grosser Tag für das Leuchtturmprojekt Aarmatt
Ein grosser Tag für das Leuchtturmprojekt Aarmatt
Die Wärmespeicher bilden das Urstück der Anlage
Der Heizkessel der Aarmatt-Anlage, die lediglich in Notfällen zum Einsatz kommen soll
Das Blockheizkraftwerk liefert je 1,2 Megawatt in Elektrizität und Wärme
Daniel Odermatt, Leiter Netze Strom, bei der Regio Energie, erklärt die Funktionsweise des zweiwegigen Transformators
Daniel Odermatt, Leiter Netze Strom, bei der Regio Energie, erklärt die Funktionsweise des zweiwegigen Transformators
Die Eröffnungsfeier bot die Möglichkeit, über die Energiezukunft zu sinnieren

Ein grosser Tag für das Leuchtturmprojekt Aarmatt

Andreas Kaufmann

Alles fliesst – in der «Aarmatt» bei Zuchwil trifft dieser Ausspruch des griechischen Philosophen Heraklit nicht nur wegen der Nähe zum Fluss ins Schwarze. Hier im Hybridwerk der Regio Energie Solothurn (RES) fliessen verschiedene Energieträger zusammen: Aus Gas entsteht Elektrizität – und umgekehrt. Und es sind dies längst nicht die einzigen Prozesse in einem komplexen Geflecht an Abläufen, das die Energieversorgerin ersonnen hat.

Ferner treffen in diesem «Praxislabor» auch die Fragen und Antworten für künftige energietechnische Anwendungen aufeinander. Und: Es dürften alsbald neugierige, technikaffine Menschen hierher strömen, in eine Anlage, die schweizweit als einzigartig gilt.
Einen kleinen Vorgeschmack der Strömung rund um dieses «Leuchtturmprojekt» bot die gestrige Eröffnungsfeier mit rund 160 Gästen – Geschäftspartnern, Behörden, Politikern, die gekommen waren, um das Hybridwerk einzuweihen.

Ein «Leuchtturmprojekt», so der von Bundesrätin Leuthard geprägte Begriff, könne aufzeigen, wohin der Energieweg führt, erläuterte Walter Steinmann, Direktor des Bundesamtes für Energie, als einer der drei «Eröffnungspaten» und Podiumsteilnehmer. «Mit der Energiestrategie 2050 soll dem Volk aufgezeigt werden, dass gewisse Änderungen in Zukunft nötig sind», und dass diese volkswirtschaftlich durchaus verträglich sein können, wenn man sie richtig etappiert.

Anlage mit Innovationscharakter

Als zweiter Redner verwies Nationalrat Stefan Müller-Altermatt auf die Überzeugungskraft der Anlage gegenüber den Gegnern der Energiestrategie. «Ausserdem hat das Hybridwerk Innovationscharakter. Es kann sich weiterentwickeln, und das wird es auch.» Denn genau das wolle er auch in Bern erzählen: dass die Idee Hybridwerk funktioniert. Und wenn man Projekte wie dieses zum Fliegen bringe, so könne man mehr erreichen als ein Politiker mit weniger weit reichendem Einfluss.

«Wir blicken mit Interesse nach Bern», nahm RES-Direktor Felix Strässle seinerseits den Gesprächsfaden auf. «Wohin der Weg allerdings gehen wird, ist schwierig.» Entwicklungen der Strommarktliberalisierung einerseits und der Ökologie andererseits schaffen aus seiner Sicht eine Unsicherheit. «Aber ich denke, es gibt kaum einen schöneren Moment, in der Versorgungswirtschaft tätig zu sein, wie jetzt. Es läuft zurzeit enorm viel», so Strässle.

Was sich auch auf die «Aarmatt» beziehen könnte: Ist denn das Hybridwerk nun fertig gebaut, lautete die Frage von Sandra Hungerbühler, Leiterin Kommunikation bei der RES, die das Podium moderierte. «Jetzt gehen wir erst einmal in den Probebetrieb und ab 1. August finden die ersten Führungen statt.»

Des Weiteren sei es auch wichtig, jetzt Messungen durchzuführen und Erfahrungen zu sammeln. «Wir wollen den Wirkungsgrad im System untersuchen, und unser besonderes Augenmerk gilt der Wärmerückgewinnung in der Anlage», so Strässle. Steinmann seinerseits appellierte im Sinne der Energiestrategie und der ihr folgenden Aarmatt-Philosophie auch an die Gemeindebehörden: «Baut Photovoltaik-Anlagen auf euren Schulhäusern!»

Auf das Podium folgte die Eröffnungszeremonie mit den drei «Paten» und dem «Jungmatrosen» Felix. Abgeschlossen wurden die Feierlichkeiten mit einem Rundgang durch das Hybridwerk Aarmatt. In mehreren Gruppen erhielten die Anwesenden einen Einblick in das komplexe «Räderwerk» der Vorzeigeanlage – und die Möglichkeit, sich in dieser «gläsernen Werkstatt» über künftige energiepolitische Visionen auszutauschen ...

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