Solothurn
Regiobank-CEO Markus Boss über das vergangene Geschäftsjahr: «Unsere Aktien sind handelbarer geworden»

Der Jahresabschluss 2021 der Regiobank Solothurn fiel wieder erfreulich aus, lässt die Bank verlauten. CEO Markus Boss erklärt im Interview, welchen Einfluss die Pandemie auf das Bankengeschäft hat und wie er in die Zukunft schaut.

Judith Frei Jetzt kommentieren
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Markus Boss, CEO Regiobank Solothurn.

Markus Boss, CEO Regiobank Solothurn.

Hanspeter Bärtschi (2019)

Herr Boss, welches Ereignis im letzten Jahr hat die Regiobank Solothurn geprägt?

Das ist klar: das Beziehen des renovierten Hauptsitzes. Es war von den Planern und Handwerkern eine ausgezeichnete Leistung, dass sie die Arbeiten trotz Corona termingerecht erledigen konnten.

Vorletztes Jahr hatten Sie das beste Semester in der Geschichte der Bank. Konnten Sie das Resultat wiederholen?

Das zweite Semester von 2020 bleibt ausserordentlich. Gesamthaft haben wir 2021 aber besser abgeschlossen. Wir können die Dividenden erneut erhöhen. Das ist übrigens schon das vierte Jahr in Folge.

2021 haben die Aktionäre beschlossen, dass die Regiobank-Aktien 1 zu 5 gesplittet werden. Das heisst, eine Aktie kostet nach dem Split statt über 4000 Franken rund 800 Franken. So wollen Sie jüngere Aktionäre gewinnen. Ist das Ihnen gelungen?

Die Anzahl Aktionäre ist gestiegen: Anfang 2021 waren es 6170 Aktionäre, momentan sind es 6249. Die Zahl ist nicht explodiert, aber der Entscheid war absolut richtig. Der Kurs der Aktie ist seither auf über 900 Franken gestiegen, das zeigt, dass die Aktie handelbarer geworden ist. Es braucht eine längere Beobachtungsphase, um sagen zu können, ob jüngere Aktionäre dazugekommen sind.

Es war schon das zweite «Coronajahr»: Wie macht sich die Pandemie bei der Regiobank bemerkbar?

Durch die sich stets ändernden Vorschriften war es sehr unberechenbar und fast mühsamer als im Vorjahr. Wir mussten leider viele Kundenanlässe absagen. Wir hoffen jetzt, dass wir die Generalversammlung physisch durchführen können. Im Februar werden wir den Entscheid fällen. Operativ hat es gut funktioniert.

Welche Auswirkungen hat die Pandemie auf das Geschäft?

Bis jetzt hatten wir keine nennenswerten negativen Auswirkungen. Wir konnten bei den Ausleihungen und dem Ertrag wachsen. Auch unserer Kundschaft geht es gut: Bis jetzt müssen wir keine Kreditausfälle wegen Corona verbuchen.

Die Regiobank Solothurn vergab auch Covid-19-Kredite. Mussten Sie für die Abwicklung dieser Kredite neues Personal anstellen?

Nein, die neuen Kredite konnten standardisiert und daher schnell abgewickelt werden. Wir haben im Jahr 2021 insgesamt 34 Millionen Franken Covid-19-Kredite ausbezahlt. Es gab Firmenkunden, die eine Liquiditätsengpass befürchteten und den Kredit auf Vorrat bezogen. Dies ist nachvollziehbar. Im Jahr 2022 wurden rund 5 Millionen dieser Kredite zurückbezahlt.

Wie schauen Sie in die Zukunft?

Gut. Wir sind gut positioniert und verankert in der Region, dadurch werden wir weiter wachsen können. Dieses Jahr werden die Inflation und die damit zusammenhängenden Zinssätze ein Thema bleiben. Wir sind gespannt, wie sich die Situation entwickelt. Langfristig wäre es gut, wenn die Zinssätze etwas steigen würden.

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