Solothurn
Noch ist es Baustelle: Biker können hier ab Frühling 2016 fliegen

Das Team rund um Marc Henzi und Lukas Ischi kann mit seinem Projekt starten: Dem Bikepark «Whitestone Arena», der in Solothurn südlich des Henzihofs entstehen soll. Voraussichtlich im Frühling 2016 dürfen dort die ersten Biker springen.

Andreas Kaufmann
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Die Baustelle ist bereit für den Aufbau der «Whitestone»-Anlage.

Die Baustelle ist bereit für den Aufbau der «Whitestone»-Anlage.

Andreas Kaufmann

Ein stattlicher Erdwall und ein Bagger in Startposition künden südlich des Henzihofs die Pläne an, die in den nächsten Monaten verwirklicht werden sollen. Konkret geht es um den Bikepark «Whitestone Arena», den sich ein dafür gegründeter Verein mit Bikefans und -kennern erdacht hat.

Auf rund 1100 Quadratmetern sollen hier eine grosse Rundpiste (auch Dirtline genannt) für Fortgeschrittene und im nördlichen Teile eine kleine Piste für Einsteiger entstehen, die beide von einer Startplattform aus befahren werden. Diese sogenannten Dirtjumps bestehen aus Schanzen und Plattformen, über die die Fahrer springen. Ferner ist im Zentrum der Anlage ein sogenannter Pumptrack geplant, den man durch Gewichtsverlagerung und ohne Pedaletreten befährt.

Im Frühling 2016 ists so weit

Bereits steht der Container, der gleichzeitig als Startrampe und Materiallager dient. Die Rampe selbst sowie die Startplattform werden in den nächsten Wochen aus Holz gebaut. Ebenso werden die Projekthelfer zusammen mit der Baufirma Marti in den kommenden Tagen die Sprünge ausstecken und baggern. Noch offen bleibt, ob der Pumptrack, dessen Bau durch glattgepresstes Erdmaterial besondere Fertigkeit erfordert, schon heuer oder erst nächsten März erstellt wird. «Hätten wir dieses Jahr noch mit dem Betrieb starten wollen, so hätten wir jetzt damit fertig sein müssen», sagt Marc Henzi, Vize-Präsident des «Whitestone Bikecrew»-Vereins.

Also wird der Bikepark frühestens im Frühling 2016 eröffnet. «Wir nehmen uns jetzt Zeit für die Fertigstellung – nach anderthalb Jahren Verzögerung», sagt Henzi und deutet damit auf die Tugend an, die aus der Not entstanden war: Bereits vor einem Jahr hätte der Park in Betrieb gehen sollen, wären dem Vorhaben nicht vier Einsprachen aus der Anwohnerschaft im Weg gestanden. Die Bedenkenträger zeigten sich besorgt über mögliche Wildparkierer, Lärmemissionen, und auch zu den sanitären Anlagen kamen Fragen auf.

Marc Henzi und Lukas Ischi stehen an der Spitze des Projekts

Marc Henzi und Lukas Ischi stehen an der Spitze des Projekts

Wolfgang Wagmann

Nach zahlreichen Sitzungen mit den Einsprechern und Behörden konnten Henzi und sein Team die Bedenken ausräumen und die Planungsmängel beheben. So werden sechs bis sieben Parkplätze entstehen, allenfalls mit Hinweisschild, wonach das Parkieren einzig den Anlagenutzern vorbehalten bleibt: Dies scheint angesichts der Wildparkierer angezeigt, die an Match-Tagen beim Stadion Brühl gehäuft anzutreffen sind.

Mindestens bis 2019

Da das Areal Teil des Stadtentwicklungsprojekts «Weitblick» ist, hat die Stadt als Grundeigentümerin dem Verein eine Zwischennutzung bis 2019 gewährt – mit Aussicht auf Verlängerung; da an dieser Stelle laut Entwicklungskonzept mit der Mehrzweck-Grünfläche «Allmend» keine Überbauung geplant ist. Weiter soll ein Zaun nord- und westseitig errichtet werden, um ausserhalb der Betriebszeiten Unbefugte fernzuhalten. Weiter Teil der Anlage ist ein Grillplatz: «Dieser wird aber aus gleichem Grund ohne fixe Sitzgelegenheiten und Grillvorrichtung umgesetzt.»

Allenfalls könnte aber im Rahmen der Jugendaktion «72 Stunden» von 10. bis 13. September ein von Pfadfindern erstellter Pizzaofen entstehen. Verpflichtet wurde der Verein überdies zur Errichtung einer fest eingerichteten WC-Anlage, verbunden mit einem entsprechenden Wasseranschluss. Diese und andere Neukosten haben den Budgetrahmen – bestehend aus Geld, gespendeten Dienstleistungen und ehrenamtlicher Arbeit – von 90 000 auf 120 000 Franken anwachsen lassen.

An flüssigen Mitteln fehlen laut Henzi noch rund 15 000 Franken. «Wir sind weiterhin auf Sponsorensuche. Und wir klären ab, ob wir die WCs mit Wasseranschluss mit dem Quartierverein Weststadt zusammen realisieren können», so Henzi weiter. Eine WC-Anlage sei nämlich auch im Zusammenhang mit dem Lusthäuschen des Henzihofs vorgesehen. Der laufende Unterhalt des Bikeparks soll überdies durch Vielnutzer getragen werden, die Mitglied im Verein werden.

Ansonsten kann das Kernteam um Henzi, weiter Lukas Ischi, Daniel Lanz, Daniel und Michael Kaufmann und Lukas Siegrist, für Umsetzung und Betrieb auf die Unterstützung von Sympathisanten zählen. «Wir werden ständig von Leuten gefragt, wanns losgeht und wann sie mithelfen können», sagt Henzi. Sogar frühere Einsprecher haben ihre Hilfe angeboten. Und auch seitens potenzieller Nutzer regt sich Interesse.

Niederschwelliges Angebot

Vorgesehen ist der «Whitestone»-Bikepark für Jung und Junggebliebene. «Bis zu 50-Jährigen habe ich schon alles auf Bikerrampen gesehen», sagt Henzi. «Doch eigentlich gibt es keine Altersgrenze. Wer Spass hat, soll mitmachen.» Gerade der Anfänger-Track ermögliche einen niederschwelligen Einstieg in dieses sportliche Umfeld; er lässt sich auch mit normalen Bikes befahren. «Vielleicht lancieren wir einen J+S-Kurs für Anfänger.

Vorerst türmen sich Erdhügel südlich beim Henzihof. «Wir können bei der Realisierung der Tracks auf ein breites Netzwerk zurückgreifen und haben selbst schon vielerorts beim Aufbau von Anlagen mitgeholfen», zeigt sich Henzi zuversichtlich. Und letztlich macht auch die Pionierarbeit Spass: Tracks bauen – das sei Kultur und Wetteifern.

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