St. Marien
Neue Bewohner im Weststadt-Pfarrhaus

Der Verein Intakt zieht im Herbst im Pfarrhaus von St. Marien an der Wildbachstrasse ein. Er betreut Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen.

Lara Frey
Merken
Drucken
Teilen
Das Pfarrhaus St. Marien an der Wildbachstrasse wird ab November vom Verein Intakt und dessen Klienten bewohnt.

Das Pfarrhaus St. Marien an der Wildbachstrasse wird ab November vom Verein Intakt und dessen Klienten bewohnt.

Wagmann Wolfgang

Ab November wird man in der Weststadt ab und zu neue Gesichter erblicken: Das Pfarrhaus St. Marien wird neu bezogen. Nachdem 2018 die Stadt Solothurn den Mietvertrag mit der Kirchgemeinde zur Unterbringung von Asylbewerbenden aufgrund des deutlich niedrigeren Bedarfes gekündigt hat, wurde jetzt ein Nachmieter gefunden, wie dem Kirchenblatt zu entnehmen ist. Der Verein Intakt Solothurn wird nach den jetzt angelaufenen Sanierungsarbeiten das Pfarrhaus beziehen und fortan Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen ein Zuhause bieten. Sechs bis acht Menschen sollen 24 Stunden täglich betreut werden, informiert Romano Erzer, Geschäftsführer des Vereins.

Tagsüber meist in Neuendorf

Das Ziel sei es, psychisch beeinträchtigte Menschen in der Gesellschaft eine Chance auf ein erfülltes Leben zu geben. Pflegefachleute aus dem psychiatrischen Bereich und Sozialpädagogen werden den Klienten zur Seite stehen, mit ihnen eine Tagesstruktur gestalten und eine professionelle Betreuung sicherstellen. Den Tag können die Bewohner im Kunstatelier des Vereins in Neuendorf verbringen. Erzer betont, dass es immer ein freiwilliger Aufenthalt sei für die Klienten; eine Aufnahme erfolge ausserdem nur bei Erfüllung bestimmter Kriterien. So dürfe beispielsweise keine akute Selbst- oder Fremdgefährdung bestehen.

Ein Bedürfnis

Romano Erzer sieht das Pfarrhaus als grosse Chance: «Vor allem die gute Lage im Quartier und der wunderbare Garten freuen uns.» Auch Karl Heeb, Kirchgemeindepräsident, ist überzeugt, dass das Pfarrhaus gut auf den Verein zugeschnitten sei, insbesondere nach der Renovierung. «Die geplante Nutzung durch den Verein entspricht einem ausgewiesenen Bedürfnis in der Gesellschaft und ist sehr gut mit dem Auftrag zur Diakonie der Kirche zu vereinbaren», sagt er.

Laut Erzer freuen sich die zukünftigen Bewohner des Hauses, die momentan noch in der «Glauseria», dem bisherigen Wohnhaus des Vereins ganz in der Nähe des Pfarrhauses, wohnen, schon auf den bevorstehenden Umzug. «Einige sind aber auch etwas nervös», meint er, «schliesslich bedeutet Veränderung auch immer eine gewisse Unsicherheit.»