HESO-Säulirennen
Nach Kritik: Organisator äussert sich zum Säulirennen

Mit einer Petition wird das Säulirennen an der Herbstmesse Solothurn HESO bekämpft. Die Organisatoren bestreiten die Argumente gegen die Durchführung der Rennen. Sie stützen sich auch auf die Erfinderin der Säulirennen, die St. Galler Olma.

Wolfgang Wagmann
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Säulirennen an der HESO 2019
12 Bilder
Und hopp über das Hindernis
Die Säuli in der Kurve
Die Rennen sind immer der Renner
Die Kinder dürfen sich nach dem Rennen melden, wenn sie die Schweinchen vom Futtertrog wieder zurückschicken möchten.
Die Kinder jagen die Säuli dann wieder in den Stall
«Heicho, heicho...»
Hier kann jeweils vor dem Rennen gewettet werden

Säulirennen an der HESO 2019

hanspeter baertschi

Die lancierte Petition gegen das HESO-Säulirennen und die Begründung der Petitionäre für ein Verbot des Anlasses im Schanzengraben ruft die Organisatoren auf den Plan. «Die Säuli werden normal gefüttert und müssen nicht hungern, damit sie zum Futtertrog rennen», betont Harri Kunz. Ihr Züchter und Trainer Alfred Vogt gebe jeweils einige Äpfel in den Trog, die bei den Säuli sehr begehrt sind. «Es muss auch keins rennen, wenn es nicht mag», verweist Kunz auf Tiere, die mitten im Rennen stehen bleiben. Auch von einem «Hetzen» zurück in den Stall könne keine Rede sein. Zur Begleitung der Säuli würden nur noch elf Kinder im Kindergarten-Alter, «keine zu kleinen oder zu grosse», zugelassen, betont der Organisator.

Kantonstierarzt: kein Stress

Bereits 2016 hatte die eine Petitionärin, die Aargauer Aktivistin Nancy Holten, die sich nicht nur für den Tierschutz, sondern auch gegen Kirchengeläut engagiert, das Säulirennen an der Olma aufs Korn genommen. Im St. Galler Tagblatt hatte damals der verantwortliche Kantonstierarzt Albert Fritsche den von ihm bewilligten Anlass verteidigt: «Wir sind der Meinung, dass die Tiere wegen des Lärms keinen Stress erleiden. Es gibt keine Anzeichen dafür.» Denn wie für Menschen sei nur ein langzeitiger, chronischer Stress problematisch für Tiere. Dies äussere sich an stereotypen Bewegungen oder Teilnahmslosigkeit –die Rennen entsprächen aber den natürlichen Bewegungsabläufen der Säuli.

In einer Online-Umfrage sprachen sich fast 90 Prozent für die Rennen aus – und auch dieses Jahr starten die Säuli in St. Gallen an der Olma.

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