Tourismus
«Jaycees» debattieren über Waldameisen und besuchen das «Öufi»

Fast tausend Mitglieder des Schweizer Ablegers des Verbandes Junior Chamber International (JCI) mischten am Wochenende die Stadt Solothurn auf. Auch ein Besuch in der «Öufi»-Brauerei gehörte dazu.

Hans Peter Schläfli
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Kurt Scheidegger (Mitte, weisser Hut) führt die Jaycees in die Öufi-Brauerei.

Kurt Scheidegger (Mitte, weisser Hut) führt die Jaycees in die Öufi-Brauerei.

Hans Peter Schläfli

«Der Vollmond beschleunigt den Geburtenrückgang der roten Waldameisen.» So lautete eine der Thesen, über die am Wochenende in Solothurn debattiert wurde. Im Rahmenprogramm der Generalversammlung der Jungen Wirtschaftskammer der Schweiz hatte es Platz für alles und noch ein wenig mehr. Fast tausend Mitglieder kamen in die Stadt.

So machte sich ein Tatzelwurm mit hundert Füssen auf den Weg von der Rythalle zur Öufi-Brauerei. Hier beschrieb Braumeister Moritz Künzle den Jaycees – so nennen sich die JCI-Mitglieder – das Geschäftsmodell der im Jahr 2000 gegründeten Firma. Dieses lässt sich mit den Worten «gesundes, langsames Wachstum in einer Marktnische mit einem guten Produkt» zusammenfassen. «Einige der Solothurner Jaycees gehören zu unseren Stammgästen», erklärte Künzle beim anschliessenden Degustieren.

Im neuen BBZ referierte derweil Dagobert Cahannes, pensionierter Medienbeauftragter der Solothurner Regierung, dass der Umgang mit den Medien gelernt sein will. Gleich daneben hiess das Thema «Mundpropaganda und Empfehlungs-Marketing für KMU». Ein Zimmer weiter bewiesen ein Dutzend «Jaycees» ihre Eloquenz beim Debattierwettbewerb in Stil einer amerikanischen Highscool, indem sie zu absurden Themen wie dem bereits angesprochenen Geburtenrückgang bei den roten Waldameisen Stellung bezogen.

So vielfältig wie die Events waren die Teilnehmer und jeder hat eine etwas andere Definition für den weltweit tätigen Verein parat. «Ich nutze JCI als ein Netzwerk», sagte Kurt Scheidegger von der Grenchner Firma Sintron-Polymec. In seiner Ansprache verkündete Martin Hauri das JCI-Credo. «Wir sind der Überzeugung, dass das Vertrauen auf Gott dem menschlichen Leben Sinn und Bedeutung gibt» und «dass die soziale Gerechtigkeit am ehesten in einer freien Wirtschaftsordnung gewährleistet ist», sagte der Präsident der Schweizer Sektion.

450 Übernachtungen gebucht

Mit ihrem Nationalkongress habe die Junge Wirtschaftskammer Schweiz einen positiven Effekt auf das Image der Stadt und die Solothurner Wirtschaft, ist OK-Präsident Christian Unger überzeugt: «Rund 450 Logiernächte wurden in der Region gebucht und jeder Jaycee gibt auch noch Geld aus. Das ergibt das eine beachtliche Wertschöpfung.»

Totgesagte leben länger. Auch die Richtigkeit dieser These wurde am Conako bewiesen. Sie stimmt vor allem dann, wenn sich einer selber aufs Sterbebett geredet hat – wie Satiriker Andreas Thiel. Im August verkündete er seinen Rücktritt, weil er zu Unrecht als Rassist gebrandmarkt worden sei. Mit deutlich zurückgestutztem, aber immer noch in schreienden Farben gehaltenen Hahnenkamm stand er nun bereits wieder auf der Bühne.

Thiel bildete das Kontrasprogramm zu den vielen Ehrungen und Prämierungen des Anlasses. Um nur ein Beispiel zu nennen: Simon Schoch wurde für seinen Beitrag für den Frieden in der Welt mit einem TOYP-Preis ausgezeichnet. Schoch setzt sich seit dem Ausbruch der Ebola-Epidemie für die Kinder in Liberia ein und sammelt dazu Geld, indem er Langstreckenläufe organisiert.

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