Solothurn
«Im Schärme» mit dem blauen Nilpferd um die Wette hüpfen

Der Spielplatz im Schärme erfreut seit sechs Jahren an der Zuchwilerstrasse sein - nicht nur - junges Publikum. Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, dann herrscht im Schärme Hochbetrieb.

Andreas Kaufmann
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Einfach mal untertauchen...
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Da üben "Jungathleten" schon mal den Salto.
fJudith Mattei und Christoph Gerber betreiben das "Nilpfi" seit sechs Jahren.
Es einfach mal sausen lassen...
Das Nilpfi Solothurn, Spielplatz am Schärme
Auf den Spielanlagen herrscht Hochbetrieb, erst recht wenns auf den Winter zugeht.
Ein prima Ort für "Versteckis".
Hüpfen, bis der Energiepegel unten ist.
Im "Nilpfi" kommen die Kinder auch mit Gspänli in Kontakt.

Einfach mal untertauchen...

Felix Gerber

«Oft rufen sie schon ‹Nilpfi, Nilpfi›, wenn sie auf dem Parkplatz stehen», weiss Christoph Gerber, der mit Judith Mattei den Indoor-Spielplatz betreibt. Und erster Posten für die zwei- bis zwölfjährigen Besucher ist dann meistens das Trampolin. «Hier lassen sie Dampf ab», so Gerber. Doch «Übermut tut selten gut» ist kein Spruch, der auf diesen Tummelplatz passt. Denn Energiebündel kommen auf ihre - gesunde - Rechnung: «Wir sind auf die Förderung der Motorik ausgerichtet, etwas, was Kindern von heute oft fehlt.» Entsprechend gebe es auch keine Computerspiele - hier wird mehr bewegt als nur die Fingerkuppen.

Wenn dann mal der Energiepegel unten ist, gehts zum gemächlichen Teil über, zum «Bäbele» oder zur Holzeisenbahn. Und natürlich findet man auf diesem Weg neue Gspänli. Zwar geht die Initiative, dem blauen Nilpferd wieder mal einen Besuch abzustatten, erfahrungsgemäss häufig von den Kleinen selbst aus. Doch auch die Grossen «im Schlepptau» tauschen sich hier abseits vom Gumpischloss aus: Mamis, Papis, Göttis, Grosis. «Ihrem Strahlen zufolge haben Erwachsene oft gleich viel Spass wie die Kinder», stellt Gerber fest.

Rushhour zur kühlen Jahreszeit

Wenn die Tage kürzer werden und das Wetter für einen Ausflug vielleicht häufiger gegen eine Aktivität im Freien spricht, herrscht hier Hochbetrieb. Das Hallen der Kinderstimmen beweist es. Zudem gelten jetzt, während den Herbstferien, ausgedehntere Öffnungszeiten, damit die Gruppen oder Einzelfamilien gestaffelter kommen können. Ein Familienvater, der seinen «Baumeistern» - drei und sechs - die Plastikziegel zum «Hausbau» reicht, stellt fest: «Das ‹Nilpfi› ist eine gute Alternative bei Schlechtwetter.»

Entsprechend bilanziert Gerber: «Im Frühling und Sommer hatten wir wegen Schönwetterphasen nicht so starke Frequenzen. Doch jetzt zieht es wieder an.» Interessanterweise seien es jedoch gerade Besuche von Familien ausländischer Herkunft, die nicht so sehr vom Wetter abhängen: «Es sind schon die Schweizer Familien, die bei strahlendem Sonnenschein eher ausbleiben.» Mittelfristig macht sich die Witterung in der Bilanz aber kaum bemerkbar: «Über ein Jahr gerechnet haben wir mit allen Wettertiefs und -hochs immer ähnliche Zahlen.»

Neue Investitionen stehen an

Sechs Jahre hat sich das «Nilpfi» gehalten, grosse Investitionen und Unsicherheiten standen am Anfang. Doch nicht zuletzt gute Verkehrsanbindungen und der Umstand, dass der Park im Umkreis von 70 Kilometern der einzige seiner Art ist, haben sich ausgezahlt. Zudem haben Gerber und Mattei beim neuen Vermieter Felix Kunz, der das benachbarte PC-Museum «Enter» am 3. Dezember eröffnet, einen Zehnjahresvertrag unterschrieben: «Nun ergibt es wieder Sinn, zu investieren», sagt Gerber mit Fingerzeig auf eine Ecke im Bau, wo zwei bis drei neue Attraktionen entstehen werden. Gerade dank «Enter» gibt es nun auch Synergien für einen Doppelbesuch.

Das A und O im «Nilpfi» sei und bleibe aber die Sicherheit. Das beginne bei strengen Anlagekontrollen und ende damit, dass man Männer, die sich hier alleine aufhalten, anspreche und allenfalls wegweise - zum Schutz der Kinder. Den Sicherheitsaspekt schätzt auch eine junge Frau, die mit den Gottenkindern hier ist: «Man hat die Kinder von jeder Position aus im Blick und kann selbst mit ihnen in die Spielanlagen hinein.» Ob sie sich wohl mit austobt, bis auch ihr Energiepegel unten ist?

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