Solothurner Wetter
Im Januar war Schlottern im Nebel angesagt

Der Januar 2017 in Solothurn verdiente das Prädikat Winter vollauf. Er war äusserst kalt und brachte auch einigen Schnee mit sich.

Wolfgang Wagmann
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«Kalter Krieg» herrschte am 11. Januar vormittags auf der Krummturmschanze.

«Kalter Krieg» herrschte am 11. Januar vormittags auf der Krummturmschanze.

Wolfgang Wagmann

Nach dem furztrockenen, schneelosen Dezember musste der Januar richten, was der Vormonat verpasst hatte. Und er tat dies mit Bravour: Die Region Solothurn erlebte insgesamt 18 Eistage, an denen der Gefrierpunkt nie überschritten wurde, sowie 27 Schneetage mit einer geschlossenen Schneedecke.

Zugefrorene Weiher

Kleinere Gewässer wie der Bellacher Weiher froren zwar zu, aber nicht genügend dick, um Menschen sicher tragen zu können. Die durchschnittliche Monatstemperatur lag bei 2 Grad minus, das langjährige Mittel ist zwei Grad wärmer. Zum Vergleich: Im Vorjahr erreichte der Januar fast 3 Grad – plus. Letztmals unter 0 Grad lag das Monatsmittel 2010, aber ähnlich kalt war es seit der Jahrtausendwende nie mehr gewesen. Rekordhalter ist jedoch ein Februar: 2012 lag dessen Monatsmittel bei sagenhaften 3,3 Grad minus.

Nach dem äusserst trockenen Dezember zerriss der Januar mit knapp 80 Litern oder Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter zwar keine Stricke, doch brachte der Starkregen an den zwei letzten Januartagen eine ziemliche Entlastung für die Natur. Rund zwei Drittel aller Niederschläge fielen in diesem Monat als Schnee.

Mit dem Hilari kam der Winter

Der Jahresstart verlief neblig und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. An Bärzelistag hob dann General Winter erstmals seinen Zeigfinger: Er überzuckerte die Stadt und Region Solothurn. Schon zwei Tage nach dieser Drohgebärde doppelte er nach, und ab dem 5. Januar blieb die Schneedecke dann bis Ende Januar ununterbrochen erhalten. Eine erste Kältewelle brachte am 7. Januar früh morgens den kältesten Tag bisher: In Solothurn wurden 9 Grad minus gemessen. Nach weiterem Schneefall am 10. Januar setzte sich für zwei Tage Tauwetter mit rund 10 Millimetern Regen pro Quadratmeter durch. Ein Intermezzo, denn am Hilaritag, dem Fasnachtsauftakt, floss definitiv polare Kaltluft in die Schweiz ein.

Gut angefeuchtet sorgte sie auch für recht massiven Schneefall, der mit abnehmender Tendenz noch drei Tage lang ständig wieder ein Thema war und die Schneedecke auf immerhin 15 cm anwachsen liess. Die Begeisterung über den weissen Segen hielt sich bei den Wintersportanbietern auf der ersten Jurakette allerdings in Grenzen. Denn nun wurde es bitterkalt und der pulvrige Neuschnee wurde von einer zügigen Bise arg verfrachtet. Immerhin blieben mit der jetzigen Inversionslage alle oberhalb von 800 Metern bevorteilt, hielt sich doch die kompakte Hochnebelsuppe ganze elf Tage lang. Das bei durchwegs Minusgraden, sodass Filmtagebesucher draussen nichts zu lachen hatten. Erst in den zwei letzten zwei Januartagen wurde der Bann des Winters gebrochen und der Regen liess in den Niederungen binnen 24 Stunden wieder alles grün werden.

Recht mild, aber wechselhaft, geht es bis in die nächste Woche weiter. Eher wieder einen winterlichen Charakter könnte der Februar dann Richtung Monatsmitte annehmen.

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