Oktoberfest
Fast alle Partygänger verkleiden sich «vorschriftsgemäss»

Das Oktoberfest in der Rythalle Solothurn bietet pro Abend Spass und Unterhaltung ohne Ende für 1000 Besucherinnen und Besucher. Nächstes Wochenende wird weiter geschunkelt.

Hans Peter Schläfli
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Die Reithalle ist am Oktoberfest 2015 voll
15 Bilder
Oazapft is!
Is doas a Gaudi
Halligalli
Vier Herzen schlagen im gleichen Takt
Besuch am Oktoberfest Solothurn 2015
Stramme Waden gehören dazu
Markus Moerler und Olcay Sahin feiern mit
Man amüsiert sich offenbar bestens
Ein Prosit der Gemütlichkeit!
Die Musi ist matchentscheidend
Der Masskrug muss beherrscht werden
Das Outfit muss stimmen
Bierseligkeit
Auch Schnupfen gehört zum Oktoberfest

Die Reithalle ist am Oktoberfest 2015 voll

Hanspeter Schläfli

Himmelblaue Stöckelschuhe, darüber ein tief ausgeschnittenes Dirndl – in Begleitung einer kurzen Lederhose aus der die strammen Waden unten herausgucken. Aufgebrezelt mit liebevoll geflochtenen Haaren, daneben kleinkarierte Hemden. Kurz gesagt: Es ist wieder einmal Oktoberfest in Solothurn.

Gefühlte 95 Prozent der Partygänger verkleideten sich «vorschriftsgemäss», bevor sie durch die Altstadt Richtung Rythalle marschierten. Die Erklärungen waren simpel: Das Dirndl bringt das «Holz vor der Hüttn» bestens zur Geltung und nur in der Daller Tracht gehört man beim Oktoberfest wirklich dazu.

Gaudi wird grossgeschrieben. «Ich komme, weil ich hier viele Freunde antreffe und weil die Stimmung toll ist», sagte Iwan Bucher, mit dem Humpen in der Hand auf dem Festbank stehend. So etwa fünf Liter vertrage er locker, meinte Bucher. «Schliesslich habe ich am Münchner Oktoberfest trainiert.

Eingängige Musik

Über die musikalischen Qualitäten, welche die «Spatzen 2000» in der Rythalle repräsentierten, kann man streiten. Aber das Ziel haben die Österreicher im Nu erreicht: Zwei Minuten, nachdem sie zu spielen begonnen hatten, standen die rund 1000 Oktoberfestgänger auf den Bänken, man lag sich in den Armen und schunkelte.

Und wenn der Sänger schrie: «Prost ihr Säcke», kam die Antwort der Masse wie bestellt: «Prost du Sack». Gaudi total, jeder und jede nahmen einen grossen Schluck von der Mass – und auch die kleinen Jägermeister-Shots wurden gleich im Dutzend geschluckt.

Ein Lebkuchenherz gabs für das aufgebrezelte Dirndl mit eindrucksvollem Holz vor der Hüttn. Ob es gekauft oder geklaut worden war, erwies sich beim ersten Biss, denn die vom letzten Jahr übrig gebliebenen Herzen dekorierten die Wand . . .

Zapfmeister ist gefordert

Um zehn Uhr schoss plötzlich der Schaum aus dem Zapfhahn. Die ersten 2000 Liter waren weggesoffen – der Begriff sei erlaubt, da ja die auf den Tischen aufgeklebten Karten mit «Essn und Saufn» angeschrieben waren.

Dazu gabs echt bayrische Brezen und Weisswürste. Da war Zapfmeister Hubert gefordert, auch er ein echter Bayer. Innert kürzester Zeit floss das extra süffige Oktoberfestbier wieder, das sich durch weniger Kohlensäure und Bitterstoffe auszeichnet, damit auch der fünfte Liter noch die Kehle runter geht.

Um fünf Uhr wurden die Türen geöffnet, ab elf Uhr machten sich die Dirndl und Lederhosen langsam auf den Heimweg. Die Stadtpolizei nutzte die Gelegenheit und machte nur etwa 100 Meter von der Rythalle, gleich vor der Rötibrücke, eine gross angelegte Kontrolle. Alles friedlich, alles im grünen Bereich, informierte die Polizei auf Anfrage. Nur ein Autofahrer sei am Freitag in angetrunkenem Zustand erwischt worden.

Noch ein Wochenende

Seit fünf Jahren gibt es nun das Solothurner Oktoberfest. «Wir haben uns etabliert und sind jedes Mal ausverkauft, obwohl wir kaum Werbung machen», freute sich Markus Mörler. Deshalb folgt nun noch ein zweites Wochenende, dann mit dem «Glantaler Power Men». «Unser Oktoberfest wird es noch in 50 Jahren geben», wagte Olcay Sahin eine Prognose.

Auf die essenzielle Grundsatzfrage wussten aber auch die beiden Organisatoren, Partner seit den guten alten Zeiten im «Eleven», keine Antwort. Warum steigen die Leute überhaupt auf die Festbänke?

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