Bahnhofplatz Solothurn, 7.30 Uhr – rund 300 Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule sind versammelt. Anlass für die Grossversammlung am Freitagmorgen ist die rasant voranschreitende Klimaerwärmung. Vor einer Woche wurden die Jugendlichen per Whats-App aufgefordert, sich an der Kundgebung für das Klima zu beteiligen. Gerechnet hatten die Initianten vielleicht mit 50 Leuten. Was als 15-minütige Kundgebung angedacht war, endete am Freitag in einem lautstarken Protestmarsch durch die Stadt.

«Üsi Ärde stirbt – Climate Justice Now»

Die Streikenden zogen vom Bahnhofplatz über die Kreuzackerbrücke, vorbei an der St. Ursen Kathedrale bis vor das Solothurner Rathaus. Allen voran ein grosses Banner mit der Aufschrift «Üsi Ärde stirbt – Climate Justice Now», dicht gefolgt von lauten Parolen und Paukenschlägen.

Solothurner Kantonsschüler streiken

Am Freitagmorgen um 7.30 gingen Solothurner Kantonsschüler auf die Strasse und demonstrierten für den Klimaschutz.

Die Botschaft der Streikenden ist deutlich: Sie sorgen sich um ihre Zukunft und fordern sofortige Handlungsmassnahmen. Eine von ihnen ist Elena Ruffner aus Langendorf. Die 18-jährige Kantonsschülerin findet den Klimaschutz eine sehr wichtige Thematik. Sie erhofft sich durch die Protestbewegung politische Aufmerksamkeit. «Parlamentarier sollen nicht nur aufmerksam werden, sondern auch handeln», fordert sie.

Jeder kann einen Beitrag für ein grüneres Klima leisten

Die Mitorganisatorin des «Climate-Strike», Julia Hostettler, zeigte sich überwältigt. Der grosse Aufmarsch und die Beteiligung der Jugendlichen rührten sie sehr. Die Schülerinnen und Schüler haben realisiert, um was es geht – nämlich um nichts weniger als um die Zukunft unseres Planeten.

Zu ihnen gehört auch der 18-jährige Basil Wyss. Der Jugendliche aus Biberist ist besorgt und fordert sowohl die Regierung als auch die Gesellschaft zum Handeln auf. Jeder könne und solle seinen Beitrag für ein grüneres Klima leisten, meint er. Dies könne auch im kleineren Rahmen erfolgen, beispielsweise durch eine konsequente Abfalltrennung.

«Ich bin hoch erfreut, dass jetzt auch in Solothurn etwas geht»

Unter den Aktivisten waren nicht nur Kantonsschüler. Am Solothurner Protestmarsch lief auch eine altbekannte Klimawandel-Veteranin mit. Marguerite Misteli amtierte von 1991 bis 1995 als Nationalrätin der Grünen Partei. Heute setzt sich die Solothurner Gemeinderätin für die 2‘000 Watt Gesellschaft ein. «Ich bin hoch erfreut, dass jetzt auch in Solothurn etwas geht. Die Jugendlichen haben begriffen um was es geht: Um ihre Zukunft.»

Zu Wort meldete sich zudem Delia Ferraro, eine 22-jährige Mutter. Sie macht sich Sorgen um die Zukunft ihrer 2-jährigen Tochter. Die bekümmerte Mutter fragt sich oft, was wohl in 50 Jahren sein wird.

«Es kann nicht so weitergehen wie es ist!», sagt auch der 18-jährige Noe Loosli. Der Kantonsschüler aus Zuchwil macht auf die globale Betroffenheit aufmerksam. Der Klimaschutz sei ein Thema, welches nicht nur die Schweiz tangiere. Des Weiteren kritisiert er die ablehnende Haltung der bürgerlichen und rechten Politiker. Er fordert mehr Offenheit und Mitwirkung ihrerseits: «Es geht sie ja genauso etwas an wie mich.»

Um 9 Uhr löste sich die Gruppe der Demonstrierenden langsam wieder auf. Im Gedächtnis bleiben die farbigen Plakate, der Aufruf, das beeindruckende Engagement der Jugendlichen und die Hoffnung auf Veränderung.

Die 15-jährige Schwedin Greta Thunberg ruft zum Klimaschutz auf