Solothurn
Es gibt eine Solothurner Lösung für das Restaurant Rust

Mit Fritz Bader übernimmt ein bekannter Gastro-Unternehmer das Haus. Sein Bader Gastronomie & Consulting in Cham führt auch das heutige AnaCapri am Friedhofplatz.

Wolfgang Wagmann
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Das bisherige Restaurant Rust ist vor allem wegen seiner zentralen Terrasse für Solothurn wichtig.

Das bisherige Restaurant Rust ist vor allem wegen seiner zentralen Terrasse für Solothurn wichtig.

Wolfgang Wagmann

Als Mitte April bekannt wurde, dass Urs Rudolf auch das Rust-Haus am Märetplatz in sein bis anhin schon beachtliches Immobilien-Portefeuille einverleibe, beschäftigte ganz Solothurn vor allem eine Frage: Bleiben Restaurant und Bistro erhalten? Die «100 Aussenplätze an bester Lage» inspirierten Rudolf schon damals, über einen Weiterbetrieb der Restauration nachzudenken – trotz besserer Rendite beispielsweise durch eine Textiler-Kette. Und nach einer Denkpause, die den ganzen Sommer lang dauerte, hat sich der Käufer der zentralen Liegenschaft nun entschieden: Den Zuschlag erhält der Gastro-Unternehmer Fritz Bader, dessen Bader Gastronomie & Consulting in Cham bereits 2011 das ehemalige «Misteli-Gasche» am Friedhofplatz unter dem neuen Label AnaCapri übernommen und weitergeführt hatte. Bader hat Solothurner Wurzeln, wuchs er doch im elterlichen Betrieb, der «Metzgerhalle» an der Gurzelngasse auf.

Konzept noch unter dem Deckel

Fritz Bader bestätigte gestern auf Anfrage lediglich, dass er den Restaurationsbetrieb übernehmen und weiterführen werde. Das detaillierte Konzept wolle er erst morgen Donnerstag öffentlich machen. «Aber es wird eine Solothurner Lösung geben», liess er immerhin durchblicken. Seine 2009 gegründete Firma führt bereits vier Restaurants – am 1. Oktober kommt die «Buurestube» in Buchs bei Aarau dazu – und managt etliche Betriebe der Biondi Gastronomie-Gruppe.

Zuletzt seien noch vier Bewerber mit ganz unterschiedlichen Stossrichtungen zur Wahl gestanden, erklärte gestern Urs Rudolf auf Anfrage: Baders Restaurant, das den Zuschlag erhielt, ein Café mit Confiserie, eine Schnellimbiss-Kette sowie ein Café-Vermarkter. «Wir als Eigentümer werden den Rückbau im Rohbau übernehmen, den Innenausbau dann die Bader Gastronomie & Consulting», merkte Rudolf für seine ebenfalls am Markplatz domizilierte Solothurnische Immobiliengesellschaft an. Verhandelt werde zudem mit dem Mieter des Ladenlokals, der Firma Mobilezone, über einen neuen Standort – offensichtlich will Fritz Bader die ganze Breite des Erdgeschosses für seinen Betrieb nutzen.

Urs Rudolfs Kriterien

Für die Vergabe des Betriebs am Märetplatz hatte Urs Rudolf einen eigentlichen Kriterienkatalog für die offenbar lange Reihe von interessierten Bewerbern aufgestellt. «Wir wollten nur einen Betreiber mit langjähriger Erfahrung und einem Konzept, das hält, was es verspricht.» Auch müsse das Engagement langfristig, also mindestens über zehn Jahre hinweg erfolgen, «denn wir wollten kein kurzfristiges Abenteuer.» Eine straffe Führung setzte Rudolf ebenso voraus wie eine offene Zusammenarbeit beispielsweise auch mit Region Solothurn Tourismus, ein gutes finanzielles Rückgrat oder die Berücksichtigung von einheimischen Handwerkern beim Umbau. Vor allem aber sollte der neue Betreiber «alles unternehmen, um den Märetplatz attraktiv zu gestalten.»

Das Zelt am Platz kommt weg

Niklaus Rust wird am 30. September den Schlüssel drehen, und das Restaurant/Bistro Rust ist Geschichte. «Dann habe ich im Oktober noch Zeit zum Aufräumen.» Einiges vom Inventar, so auch Weine, wird der Wirt an einem Stand veräussern. Nochmals beteiligt sich Rust mit seiner Spaghetteria an der HESO – auch diese Ära wird dann für ihn vorbei sein. Ebenfalls passé sei das Zelt von Herbert Stotz; die Stadt wolle den Aussenstand nicht mehr, sobald er, Rust, aufgehört habe. Die Terrasse aber wird Fritz Bader wieder bei der Stadt pachten müssen – oder vielmehr dürfen.

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