Solothurn
Ein Essen ist die einzige Dividende der Familie Fröhlicher

Das Erfolgsrezept der Familien-AG Fröhlicher ist «reinvestieren, was reinkommt». Das hat sich gelohnt: Noch heute blüht das Geschäft. Gelegt wurde der Grundstein für den «Roten Turm» mit dem Totalumbau vor genau 50 Jahren.

Wolfgang Wagmann
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Sie freuen sich auf das Jubiläumsfest (v.l.): Das Gerantenpaar Peter und Anita Basler sowie Josef Fröhlicher, VR-Präsident der Turm AG.

Sie freuen sich auf das Jubiläumsfest (v.l.): Das Gerantenpaar Peter und Anita Basler sowie Josef Fröhlicher, VR-Präsident der Turm AG.

Hanspeter Bärtschi

Es war für Solothurn ein bedeutsamer Entscheid gewesen, als 1956 Werner, Ernst, Robert, Guido und Urs Fröhlicher zusammen mit Willy Schild-Fröhlicher das alte Solothurner Gasthaus zum Roten Turm erwarben und gleich noch zwei Häuser gegen die Schaalgasse dazukauften. Das Ziel der neu gegründeten Turm AG: Sie entschied sich «trotz verlockender Angebote, die alle die Preisgabe des Gastwirtschaftsbetriebes zur Folge gehabt hätten, zur Erhaltung des jahrhundertealten Gasthauses.» So zu lesen in einer Sonderbeilage der «Solothurner Zeitung» vom 13. Februar 1963. Denn erst damals war der aufwendige Totalumbau fertig geworden, und deshalb heute Anlass zu einer 50-Jahr-Feier im «Roten Turm».

Das Hotel Roter Turm gleich am Märetplatz in Solothurn.

Das Hotel Roter Turm gleich am Märetplatz in Solothurn.

Maddalena Tomazzoli

Zu feiern gibt es mit Wettbewerb, Jubiläums-GV und vielen Attraktionen diesen Samstag vor allem eines: dass trotz der Umwälzungen in der Gastroszene die Turm AG in der Hand der Familie Fröhlicher und das Haus Hotel und Restaurant geblieben sind. «Heute sind wir 27 Familienaktionäre der zweiten und dritten Generation. Dazu kommt das Gerantenpaar Anita und Peter Basler», erzählt der heutige VR-Präsident Josef Fröhlicher stolz.

Immer wieder reinvestiert

Drei Pächter und zwei Geranten haben den «Roten Turm» in den 50 Jahren geführt, und immer galt die Devise «Reinvestieren, was reinkommt.» So bleibt als Dividende der Turm AG ein Essen für die Aktionäre. Umbauen war nicht nur in den Jahren bis 1963 Trumpf. «Damals entstanden die zwei Doppelkegelbahnen, das noch existierende Kneipplokal der ‹Dornachia›, die zwei Geschäfte an der Schaalgasse und das Stadtrestaurant mit 150 Plätzen», erinnert sich Josef Fröhlicher. Dazu seien alle drei Häuser zusammenfasst worden. In den Obergeschossen entstanden die Säle, das Dachrestaurant, damals «Pisonistube» genannt, und vorerst 23 Hotelzimmer mit 23 Betten. 1970 wurde ebenerdig eine Bar eingebaut, das Goldschmiedegeschäft Hofer erweiterte um das Ladenlokal Asper, und die Dachterrasse wurde verkleinert, um das heutige, «Gault Millau»-prämierte Dachrestaurant Tourelle aufzunehmen.

Nach der Totalsanierung von Küche und Sälen in den Achtzigerjahren mussten 1991 die Kegelbahnen der Wäscherei geopfert werden, denn mit neuen Hotelzimmern erhöhte sich die Kapazität auf 60 Betten. 2005 wurden Küche und Restaurant erneut total renoviert, dann die Säle neu gestaltet. «Und jetzt ist geplant, alle alten Zimmer zu renovieren, damit sie neu sind, wenn die ‹Krone› wieder öffnet», so Fröhlicher.

Trotz Konkurrenz zufrieden

Sicher auch dank der «Kronen»-Schliessung sei man mit der Bettenauslastung «sehr zufrieden, ja sie ist sogar besser geworden», meint der VR-Präsident der Turm AG. Zudem seien «schöne Anlässe», die zuvor in der «Krone» abgehalten wurden, in den «Roten Turm» abgewandert. «Die Seminarmeile hat uns auch nicht geschadet», glaubt Fröhlicher, «denn viele Seminargäste kommen in die Stadt hinauf, um hier zu essen.» Gespürt habe man dagegen im Dachrestaurant die Eröffnung des «Salzhauses» am Landhausquai. Eine «Goldgrube» sei der Betrieb nicht – aber die Familie Fröhlicher will das Credo der Gründer vor 50 Jahren, den «Turm» als Gasthaus zu erhalten, weiter leben.

Bilder vom Turmwächterzimmer:

Im Turmzimmer steht das wohl älteste Bett der Stadt Solothurn.
6 Bilder
Turmwächterzimmer des Roten Turms in Solothurn
Alte Möbel, neuer TV
Nachtpfannen sind nur zur Dekoration
Wecker auf dem Nachttischchen

Im Turmzimmer steht das wohl älteste Bett der Stadt Solothurn.

Hanspeter Bärtschi

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