Umsatzeinbussen
Die Solothurner Gelateria «Russissimo» hat den Betrieb auf Eis gelegt

Seit Anfang Monat ist der Betrieb der Gelateria «Russissimo» wegen fehlender Einnahmen eingestellt. Nun soll das Konzept überarbeitet werden – was auch heissen könnte, dass «Russissimo» Solothurn den Rücken kehrt.

Andreas Kaufmann
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Wie es mit dem «Russissimo» weitergeht, lässt Toni Russo noch offen.ww

Wie es mit dem «Russissimo» weitergeht, lässt Toni Russo noch offen.ww

Wolfgang Wagmann

«Russissimo vor Veränderungen», liest der Gast auf dem Aushang beim Lokal am Storchenplatz. Konkret: Seit Anfang Dezember ist der Betrieb nach eineinhalb Jahren eingestellt. «Wir halten uns drei Möglichkeiten offen, die wir nun prüfen. In den kommenden Wochen wird die Entscheidung fallen», erläutert Toni Russo, Hauptaktionär und Geschäftsführer.

Entweder wird das Lokal verkauft, weitervermietet, oder das «Russissimo»-Team fährt mit neuem, abgespecktem Konzept in Solothurn oder einer anderen Stadt weiter. Auf dem Aushang stellt Russo Bern oder Zürich als Zielstädte in Aussicht. Bereits im September haben sich Veränderungspläne abgezeichnet. Per 30. November sei den vier Mitarbeitern «regulär» gekündigt worden. Je nachdem hätte man sie für die Wiederinbetriebnahme auf Abruf.

Mit Schlechtwetter sank der Umsatz

Doch was hat nun zum «Einfrieren» des Betriebs geführt? «Von Montag bis Mittwoch ist einfach zu wenig los. In dieser Zeit hatten wir jeweils zu wenig Einnahmen», so Russo. Kommt die Witterung hinzu: «Nach einem Supersommer 2012 konnten wir im 2013 bis im Juni bloss dreimal die Aussenwirtschaft betreiben.»

Bereits im Juni sprach Russo vom zu langen Frühling 2013 und von Umsatzeinbussen bis zu 30 Prozent. Darüber hinaus haben auch die Baustellen das «Russissimo» wortwörtlich in die Zange genommen. «Unter den Baustellen von beiden Seiten – Gerberngasse und Wengibrücke – haben wir ebenfalls gelitten.»

«Wir brauchen mehr Frequenz»

Für den Fall, dass «Russissimo» auch in der nächsten Glacé-Saison zu den hiesigen Playern gehört, brauchts ein revidiertes Konzept. «Wir hatten vieles, das gut gelaufen ist, nur das Takeaway-Angebot gehörte nicht dazu.» Andere Öffnungszeiten und ein abgespecktes Angebot würden in Solothurn zur Anwendung kommen. Und sonst bleibt nur der Standortwechsel: «Wir brauchen mehr Frequenz. Das ist in grösseren Städten halt einfach besser hinzukriegen als in kleineren.»

Auch wenn man gerade von Stammgästen viele enttäuschte Reaktionen auf die Schliessung erhalten habe. «Gewisse Produkte werden den Leuten fehlen», fasst Russo zusammen. Dass es auch nicht an der Qualität der Gelati gelegen habe, steht auch auf dem Aushang: «Die selber gemachten Gelati waren sehr beliebt und über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt.»

Soziales Konzept war ein Erfolg

Erfolgreich sei auch das soziale Konzept hinter dem «Russissimo» gewesen, wie er auf Anfrage ausführt. Wurden doch vor allem arbeitslose Mitarbeiter mit italienischem Migrationshintergrund ohne Abschluss im Gastrobereich eingestellt.

Dies, ganz im Sinne der Überlegung, diesen Menschen den Wiedereinstieg ins reguläre Arbeitsleben zu ermöglichen oder zu vereinfachen. Und nicht ohne Stolz erwähnt Russo: «Drei von vier haben schon wieder eine Teilzeitarbeit gefunden.» Dafür seien die Personalkosten nicht in einem optimalen Kosten-Nutzen-Verhältnis gestanden.

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