Wieder ist eine Etappe auf dem Weg zum Coop-Einkaufscenter auf dem ehemaligen Kofmehl-Areal geschafft: Das Verwaltungsgericht hat ebenfalls die Beschwerde des einzigen verbliebenen Einsprechers gegen den Gestaltungsplan in allen Punkten abgeschmettert. «Die haben aber Gas gegeben», freut sich Coop-Rechtsvertreter Theo Strausak über den raschen Entscheid, nachdem die Vorinstanz, der Regierungsrat, im Januar im gleichen Sinne entschieden hatte. «Wir rechnen aber damit, dass der Einsprecher noch vor Bundesgericht ziehen wird», macht sich Strausak für Coop wie auch die Grundeigentümerin des Areals, die Marti AG, wenig Illusionen.

Noch dieses Jahr hofft man aber auch auf den abschliessenden Befund aus Lausanne, um dann das Baugesuchsverfahren starten zu können. «Das wird dann einfacher, weil Einwendungen, die schon gegen den Gestaltungsplan erhoben worden sind, nicht mehr zulässig sind», weiss Strausak. Dennoch rechnet er auch dann mit einer Warteschleife, bis ein Spruch der Bundesrichter dem Treiben des hartnäckigen Einsprechers, der an der Hermesbühlstrasse wohnt, ein Ende setzt.

Eine Visualisierung aus dem Jahr 2012: Blick von Westen auf die geplante Mall des Coop-Einkaufscenters auf dem Kofmehlareal (Richtprojekt).

Eine Visualisierung aus dem Jahr 2012: Blick von Westen auf die geplante Mall des Coop-Einkaufscenters auf dem Kofmehlareal (Richtprojekt).

Eines aber stellt der Jurist klar: «Coop hält an den Plänen für einen Center an diesem Standort fest.» Vorerst aber muss Theo Strausak noch 30 Tage Beschwerdefrist abwarten – plus 7 Tage, die der Einsprecher jeweils verstreichen lässt, bis er die Gerichtspost überhaupt abholt – ehe der Coop-Vertreter weiss, ob es wirklich noch die Zusatzrunde in Lausanne gibt.

Hin- und Her seit Jahren

Dort war der Einsprecher schon einmal angelangt und das durchaus erfolgreich: Im Januar 2010 hatte das Bundesgericht den Beschluss des Regierungsrats, den Gestaltungsplan für das Coop-Center zu bewilligen, aufgehoben. Der Kanton habe es versäumt, den Neubau als publikumswirksame Anlage in den Richtplan aufzunehmen.

So mussten die Planer wieder bei Null beginnen, und den Instanzenweg durchlaufen. Darunter 2014 auch den Gemeinderat – immerhin hatte Coop Nordwestschweiz sein neues Einkaufsparadies mit Drittmietern wie die Westumfahrung schon 2008 eröffnen wollen.

Überall abgeblitzt

Das Bundesgericht war auf die Einwürfe des Einsprechers materiell gar nicht eingegangen, da es die Nichtberücksichtigung des Centers im Richtplan als Formfehler taxiert hatte. Im Detail hatte der Einsprecher weitgehend seine Vorwürfe und Beanstandungen aus den Runden in den Vorinstanzen wiederholt. Diese sind allerdings breit thematisiert und reichen von nicht gewährtem oder mangelhaftem rechtlichen Gehör bis zum Vorwurf der Befangenheit von involvierten Behörden.

Ein grosses Thema ist die Erschliessung über die Westumfahrung. Zwar räumt das Verwaltungsgericht ebenfalls ein, diese werde bis 2020 überlastet sein. Doch gehe nur ein geringer Anteil des Mehrverkehrs aufs Konto des neuen Einkaufscenters. Beanstandet wird die Höhe – noch 14 statt der ursprünglich geplanten 17 Meter -, die angeblich zu hohe Anzahl Parkplätze (vgl. Kasten), die Begrünung und der «monolithische Block» des Centers, der nicht in die Umgebung passe.

Doch, zwischen den Bahndämmen passe dies schon, befand das Gericht, auch sei das Areal mit dem öV bestens erschlossen und mit 6'500 Quadratmetern Verkaufsfläche bleibe man 1'000 Quadratmeter unter den Anforderungen für eine Umweltverträglichkeitsprüfung UVP - die überdies bei der Planung explizit durchgeführt worden war.

Nun, die Rundum-Abfuhr kommt den Einsprecher teuer zu stehen: Das Verwaltungsgericht brummt ihm Verfahrenskosten von 4'000 Franken und eine Parteienentschädigung von gut 12'000 Franken auf.