Solothurn
Bände über Solothurner Baugeschichte bilden wahre Fundgrube

Die Bibliothek des Architekturforums im Touringhaus beherbergt zahlreiche Fundstücke zur Baugeschichte Solothurns. In der Öffentlichkeit ist sie wenig bekannt.

Helmuth Zipperlen
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Das Buch des verstorbenen Roland Wälchli ist in der Bibliothek zu finden.

Das Buch des verstorbenen Roland Wälchli ist in der Bibliothek zu finden.

Hansruedi Riesen

Es hat Zeit und Raum zum Lesen, doch nur wenige Leute nehmen sich die dazu notwendige Musse. Dabei könnte die Bibliothek des Solothurner Architekturforums viel bieten, zumal sie auch Nachlässe bekannter Architekten umfasst. Von kleinen Broschüren bis zu dicken Bildbänden deckt die Bibliothek ein breites Spektrum ab.

Thomas Steinbeck, Präsident des Architekturforums, bezeichnete diese Bibliothek am letzten Salvisbergtisch denn auch als wichtigen Bestandteil des Forums.

Solothurner Baugeschichte

Einen zentralen Platz haben die Publikationen über die Baugeschichte Solothurns. Sie bilden eine wahre Fundgrube, wenn es um die Stadtentwicklung Solothurns geht. Der Band «Solothurn» der Schweizer Heimatbücher von Hans Enz gehört eher zu den älteren Werken. Hingegen «Nostalgieflüge über Solothurns Aussenquartiere» von Urs Scheidegger ist neueren Datums. Drei Bände behandeln die Zeit von 1850 bis zur Gegenwart. Das sind von Claudio Affolter «Architektur und Städtebau 1850–1920», «Neues Bauen 1920–1940» und von Roland Wälchli «Impulse einer Region» ab 1940 bis zur Gegenwart.

Zwei Bücher von Markus Hochstrasser und Rudolf Jeanneret sind der St.-Ursen-Kirche und den Pisonis gewidmet. «Bauten entlang des Lebensweges» ist eine Biografie in Form einer Art Werkverzeichnisses von Hans Luder. Aus dem Vollen ihrer Erinnerung schöpfte die letzte Wirtin des Hotels Metropol, Dorli Hochstrasser, in ihrer Hotelbiografie von 1896 bis 1971. Da werden nicht nur Gebäude, sondern auch Menschen in Neu-Solothurn wieder lebendig.

Aus Nachlässen

Viele Werke stammen aus Nachlässen oder von Sammlern, so vom ehemaligen Stadtbaumeister Hans Luder, dem Kunstmuseum Solothurn, dem letztes Jahr verstorbenen Roland Wälchli oder auch von Manfred Loosli, ehemals Beauftragter für Heimatschutz des Kantons, welcher Bücher über Le Corbusier zusammentrug. Eine kleine Broschüre ist beispielsweise «Wider den Formalismus in der Architektur» von Klaus Conrad Haugk. Ein dicker Bildband illustriert den Niedergang der einstigen Automobilmetropole Detroit «The Ruines of Detroit».

Genauso umfangreich und schwer die kompletten Werke des chinesischen Architekten Shigeru Ban, welcher derzeit für die Swatch-Group in Biel baut. Eher philosophisch der Band von Alain de Botton «Glück und Architektur» mit dem markanten Satz: «Im Scheitern der Architekten, eine gefällige Umwelt zu schaffen, spiegelt sich unsere eigene Unfähigkeit, Glück auf anderen Feldern des Lebens zu finden.»

Die Bibliothek ist jeden Donnerstag (ausgenommen Festtage oder Vorabende von Festtagen) von 18 bis 20 Uhr geöffnet.

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