Hauseigentümerverein
Asbest ist ein heimtückischer Hausbewohner

Der Herbstanlass des Hauseigentümervereins Region Solothurn stand unter dem Motto Asbest und andere Schadstoffe. Das Landhaus war mit über 300 interessierten Mitgliedern wie immer an diesem Anlass so gut wie voll besetzt.

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Asbestsanierungen sind sehr aufwendig und deshalbkostspielig. Vor allem müssen die Arbeitskräfte die Sanierung gut geschützt in Angriff nehmen.

Asbestsanierungen sind sehr aufwendig und deshalbkostspielig. Vor allem müssen die Arbeitskräfte die Sanierung gut geschützt in Angriff nehmen.

EMANUEL PER FREUDIGER

Christoph Menz, Diplomierter Malermeister, Geschäftsführer und Inhaber der auf Asbestsanierung spezialisierten Menz AG in Luterbach, referierte in einem kompakten, instruktiven Referat. Er begann seine Tour d’Horizon durch den Schadstoffdschungel mit der Frage der Gesundheit. 2014 sind in der Schweiz rund 140 Menschen an Spätfolgen von Asbest gestorben.

Die Tendenz ist nach wie vor steigend, obwohl der Einbau von Asbest seit 1990 verboten ist. In fast jedem davor erbauten Gebäude wurde hingegen Asbest verarbeitet. Menz betonte, dass eine gesetzliche Pflicht, eine Liegenschaft zu sanieren, nicht bestehe. Hingegen gibt es bei einem Umbau strenge Auflagen der Suva und des Amtes für Umwelt.

Was ist Asbest?

Asbest ist eine mineralische Faser, wobei das Besondere in seiner beständigen, faserigen Struktur besteht. Dank einzigartigen Eigenschaften wie Hitzebeständigkeit, Isolierfähigkeit und Elastizität wurde Asbest in Industrie und Technik vielfältig eingesetzt. Dabei wird zwischen starkgebundenem – fest in Verbundwerkstoffen eingeschlossen – und schwachgebundenem Asbest in losem Verbund mit anderen Materialien unterschieden.

Asbest ist gefährlich, wenn man seine Fasern einatmet. Bereits eine geringe Konzentration kann das Entstehen von Lungenkrankheiten fördern. Durch jahrelangen Verbleib der Kleinstfasern in der Lunge können Krebskrankheiten wie Asbeststaublunge, Lungenkrebs oder Tumor des Brustfells auftreten – oft erst nach vielen Jahren.

Was tun bei einem Umbau?

Wenn der Verdacht auf asbesthaltiges Material besteht, muss dieses untersucht werden. Dabei helfen BAG- und Suva-Broschüren. Die Suva führt auch Listen von Firmen, die Asbest-Analysen anbieten. Die Sanierung darf nur eine Spezialfirma durchführen. Asbest befindet sich häufig in Blumenkisten, Dächern oder Dachplatten, in Rohrleitungen, Fenstern, Plättliklebern und Bodenbelägen.

Aber auch in Isolationsmaterial für Rohre und Heizungen, in Press- und Leichtbauplatten, Elektrotableaus und Beschichtungen von Spritzasbest. Häufig wurde Asbest auch bei Brandschutz-Materialien und in Verputzen innen und aussen verwendet.

PCB, PAK und Schwermetalle

Christoph Menz kam auch auf die giftigen Chlorverbindungen PCB (polychlorierte Biphenyle) zu sprechen. Dieser Stoff ist seit 1986 verboten, befindet sich aber häufig noch in Transformatoren, Kondensatoren, Lacken, Isoliermitteln und Kunststoffen. PCB-Altlasten müssen gemeldet und als Sondermüll entsorgt werden.

PAK (Polizyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) sind Verbindungen aus Benzolringen. Der Stoff ist seit 1980 verboten. Seine Verwendungen waren vor allem im Strassenbau und als Dachpappe. PAK können Atemwege, Augen und den Verdauungstrakt beeinträchtigen und Krebs erzeugen. Schwermetalle sind Blei, Zink, Kadmium und Antimon. Diese Stoffe sind häufig in Farbanstrichen und Schlacken anzutreffen. Die Sanierung ist ein Zusammenspiel einer durch die Suva zertifizierten Sanierungsfirma, mit einem unabhängigen Fachbauleiter in Zusammenarbeit mit Suva und Amt für Umwelt. Eine sorgfältige Planung ist unabdingbar.

Viele Vorschriften

Der Referent zeigte auch anhand von Bildern eine Sanierung von asbesthaltigen Wandfliesenklebern in Badezimmern. Eine genauestens geplante und durchgeführte Sanierung ist wegen der vielen Schutzvorschriften wie Luftmessungen, Schutzanzügen und anderem sehr kostspielig.

Fazit: Asbest ist allgegenwärtig und die Gebäude, in denen es verbaut wurde, werden noch Jahrzehnte stehen. Solange die Asbestfasern gebunden oder abgedeckt sind, besteht kein Risiko – bei Sanierung, Abriss, Umbau dann schon. (bgs)

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