Stadt Solothurn
Acht «Digital Natives» Löten am Ferienpass

Im Experimentallabor des Museums ENTER wurde gelötet und gearbeitet, bis das Endprodukt – ein elektronischer Würfel – zu leuchten begann. Die acht Kursteilnehmer befassten sich zudem mit Softwareupdates, Computerspielen und Filmen.

Marina Stalder
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Kursleiter Felix Kunz erklärt den Kursteilnehmern das Löten.

Kursleiter Felix Kunz erklärt den Kursteilnehmern das Löten.

Marina Stalder

Acht Jugendliche sitzen im Untergeschoss des Museums ENTER und können es kaum abwarten, endlich selber mit dem Löten zu beginnen. Der Kursleiter und Gründer der Stiftung ENTER, Felix Kunz, erklärt den Jugendlichen aber zuerst die Bestandteile des elektronischen Würfels, welchen sie im Verlaufe des Nachmittags zum Funktionieren bringen werden.

Von Widerständen und Kondensatoren, von Dioden und Leuchtdioden ist die Rede. Vielen der Jugendlichen scheinen diese Begriffe geläufig zu sein, und auch das Löten ist nur für wenige der Teilnehmer Neuland. Dies überrascht Felix Kunz nicht sonderlich. «Die Jugendlichen, die diesen Kurs besuchen, sind die Technikaffinen und -Interessierten unter den Schülern.»

«Generation Z»

Doch nicht nur im Bereich des Lötens sind die Teilnehmer interessiert. Die Gespräche untereinander drehen sich um die neusten Softwareupdates für Handys, ebenso wie um Computerspiele und um die Frage, welche Programme sich am besten dafür eignen, wenn man Filme bearbeiten will. Die Jugendlichen, die hier sitzen, gehören, wie alle ab 1980 Geborenen, zu den sogenannten «Digital Natives». Sie sind also die «digitalen Ureinwohner» unserer Zeit. Im Gegensatz zu den Kindern der 80er- und 90er-Jahre, wächst diese «Generation Z» jedoch mit dem lebenslangen Gebrauch von digitalen Technologien auf und ist sich deshalb auch die Allverfügbarkeit dieser Gerätschaften gewohnt. Das technologische Wissen der Kursteilnehmer passt also zu ihrer Generation.

Aufpassen mit dem Lötkolben

Zurück bei der Lötarbeit, erzählt Filomena (14), dass ihr das Löten viel Spass bereite und sehr interessant sei. «Momentan probiere ich aber einfach verschiedene Kurse des Ferienpasses aus und bin nicht spezifisch am Löten interessiert.» Bei Timo (14) scheint das Interesse bereits ein wenig weiter zu gehen. «Ich konnte zu Beginn der Sommerferien einige Tage als Elektriker schnuppern gehen. Das fand ich wirklich spannend, und ich würde gerne eine Lehre als Elektriker absolvieren.»

Wichtig beim Löten ist auf jeden Fall, dass der Kolben nicht angefasst wird, denn das kann aufgrund der hohen Hitze zu Verbrennungen führen. Im Allgemeinen müssen die Lötarbeiten sehr sorgfältig und geduldig durchgeführt werden, damit der Würfel am Ende auch funktioniert.

Felix Kunz ist die Sensibilisierung der Jugendlichen in technischen Bereichen sehr wichtig. «In den Schulen werden diese Bereiche kaum berücksichtigt und dementsprechend hat es wenig Schüler, die sich für eine technische Lehre entscheiden. Aufgrund meiner Ressourcen kann ich leider nicht mehr Kurse anbieten. Aber wenn sich hier drei Viertel der Teilnehmer für eine technische Lehre entscheiden würden, wäre das bereits ein voller Erfolg.»

Ein erster Teilerfolg zeigt sich schon am Ende des Nachmittags. Alle Würfel leuchten, Sandros (11) Würfel kann sogar bis zur Zahl Sieben würfeln. Es haben aber alle richtig und gewissenhaft gelötet: Das Problem des Siebnerwürfels liegt nicht an der Verarbeitung, sondern an einem fehlerhaften Bestandteil. Die Teilnehmer sind stolz auf ihre Leistung, hängen in ihren Gesprächen aber bereits wieder Spielen nach. Sie dürfen sich vor dem nach Hause gehen noch an den alten Spielkonsolen des Museums vergnügen und scheinen, ganz in «Generation Z»-Manier, völlig in der Welt der Technik und der Spiele versunken zu sein.

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