Regula Aeppli, Mitorganisatorin der diesjährigen Solothurner Velobörse, ist rundum zufrieden. 216 Zweiräder wechselten auf dem Kreuzackerplatz am Samstagmorgen ihre Besitzer. Davon 83 Herren-, 67 Damen- und 66 Kindervelos. 145 Anbieter mussten ihre Fahrräder wieder nach Hause nehmen, weil sie den Käufern nicht genügten. Der Umsatz belief sich auf 35'896 Franken. Davon flossen 5656 Franken in die Kassen von VCS und Pro Velo Solothurn, die den Anlass zum über dreissigsten Mal organisierten.

Zufrieden ist auch Mitorganisator Heinz Flück, der an diesem kalten und zum Velofahren nicht gerade einladenden Morgen die eingehenden Fahrräder in Empfang nimmt und mit einer Preisetikette versieht. Bereits dort ist klar: Einige sind masslos überteuert und werden nur schwer einen Käufer finden. Doch dann gibt es diese Schnäppchen, die rasch in andere Hände übergehen und viele Besucher glücklich machen. Zwei solche hat Heinz Flück in einer Pause für den Velofahrkurs für Frauen mit Migrationshintergrund ergattert. «In vielen Ländern, wo diese Frauen her kommen, sind nur Männer mit dem Velo unterwegs», weiss er.

Gefahrenherd Bipperlisi

Im allgemeinen Getümmel albert eine Gruppe junger Menschen herum. Bei der Frage, ob die Stadt für die Velofahrer noch mehr tun könnte, kommen sie in Fahrt. «Es bräuchte besser markierte Velostreifen und mehr Veloabstellplätze», sagt die einzige Frau unter ihnen. Einig ist man sich, dass vor allem das Bipperlisi – nebst anderen gefährlichen Stellen - eine Gefahrenquelle darstellt. Um diese zu meiden, hat man sich längst sicherere Wege ausgesucht. Zum Beispiel der Aare entlang. «Das ist aber nicht die Lösung», ist man sich einig. Die junge Frau schaut auf die Uhr. «Wenn wir nichts finden, warten wir bis halb zwölf. Dann fallen die Preise und wir können feilschen.»

Lukas Studer aus Rüttenen hat für 90 Franken ein tolles Schnäppchen gefunden «Ein fairer Preis», freut er sich. Der Berufstätige braucht das City-Bike vor allem, um zum Bahnhof zu fahren. «Die Velowege rund um die Stadt sind gut markiert», sagt er. «Ich bin zufrieden mit der gegenwärtigen Situation. «Mit der Verkehrsdichte müssen wir alle leben».

Kindervelos sehr gefragt

Regina Walter ist nicht zu übersehen. Sie trägt, wie viele andere Helfer, eine gelbe Weste, beantwortet Fragen der Besucher und beobachtet das Kommen und Gehen. Für sie ist klar: «Kindervelos sind nach wie vor sehr gefragt.» Auch abgesehen vom raschen Wachstum der Kinder kein Wunder, wenn man dem lustigen Dreikäsehoch zuschaut, wie er vergnügt lachend mit einem Likeabike-Laufrad unverfroren durch die Menge kurvt, während die Erwachsenen auf engem Raum vor der Berufsschule ihre Proberunden drehen und das Handy für erste Familienfotos mit dem neuen Velo gezückt wird.

Trendy und heiss begehrt sind nebst Mountainbikes, Crossrädern und einigem Exotischem ungebrochen altbewährte Marken und stabile Zweiräder aus den 50er- und 60er-Jahren. Velofahrer legen ganz offensichtlich Wert auf Qualität und wissen genau, womit sie unterwegs sein wollen. Auf solche Objekte erpicht sind auch Grosseltern, die Enkelkindern, die auf Besuch sind, ein Velo zur Verfügung stellen wollen. Weniger gefragt und kaum im Angebot sind E-Bikes. Das hat seinen Grund: Ihr Innenleben, bestehend aus einem Motor und einem Akku, ist schwer zu ergründen. Leute, die häufig mit dem Velo unterwegs sind – und das sind nicht wenige – gehören, so beweist eine kleine Umfrage, eindeutig zu jenen Verkehrsteilnehmern, die sich wünschen, dass mehr auf das Velo umsteigen und das Auto zu Hause lassen. Das aber setze voraus, dass die Stadt velofreundlicher wird, sind sich viele einig.