Solothurner lieben die Natur und hassen Steuern

Die Solothurner Aarelandschaft bei Altreu mit dem Bucheggberg und dem Blick auf die Alpen: Den Solothurnerinnen und Solothurnern gefällt die Natur besonders gut.

Die Solothurner Aarelandschaft bei Altreu mit dem Bucheggberg und dem Blick auf die Alpen: Den Solothurnerinnen und Solothurnern gefällt die Natur besonders gut.

Exklusiv-Umfrage Die Kantonsbevölkerung ist stolz auf ihre schöne Hauptstadt – die Steuerbelastung ärgert jeden Fünften

95 Prozent der Solothurnerinnen und Solothurner leben «sehr gern» oder «eher gern» in ihrem Kanton. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der az Solothurner Zeitung (siehe die Grafiken unten). So weit, so gut. Wir wollten es aber genauer wissen: Was gefällt den Solothurnern besonders gut in ihrem Kanton? Die mit Abstand häufigste spontane Antwort lautete: «die Natur» oder «die Landschaft» (46 Prozent). Die Solothurner sind aber nicht nur Natur-, sondern auch Stadtliebhaber: Am zweitbesten gefällt den Solothurnern ihre Hauptstadt: 27 Prozent der Befragten nannten Solothurn und ihre Altstadt. Bei der Frage, worauf man im Kanton besonders stolz ist, schwang die «schönste Barockstadt der Schweiz» sogar obenauf: Fast ein Drittel der Befragten ist von ihr begeistert.

Auftrieb für die Steuersenker?

Gar nicht passt den Solothurnerinnen und Solothurnern die Steuerlast im Kanton: Mit Abstand am meisten Befragte (21 Prozent) sagten «Steuern/Steuersatz» als Antwort auf die Frage «Was gefällt Ihnen weniger gut?» Fast jeder Fünfte wähnt sich also als Bewohner einer «Steuerhölle». Das verleiht den Wirtschaftsverbänden und bürgerlichen Parteien Auftrieb, die seit Monaten auf eine Steuersenkung drängen (siehe folgende Seite). Das Umfrageergebnis ist aber auch vor dem Hintergrund der seit Februar in Parlament und Öffentlichkeit laufenden Diskussionen zur Steuerbelastung im Kanton zu sehen.

Die Jungen lieben ihre Hauptstadt

Viel weniger Solothurnerinnen und Solothurner stören sich am Privatverkehr und den Baustellen oder auch an der Politik, an den Ausländern und am Nebel. Selten spontan genannt wurden in der Umfrage Kriminalität, Umweltbelastung, AKW oder Fremdenfeindlichkeit. Die grösste Gruppe stellen aber «die Zufriedenen»: 26 Prozent aller Befragten stören sich an «Nichts» in ihrem Kanton. Bemerkenswert dabei: Unter den «Unaufgeregten» befinden sich mehr politisch links als rechts Stehende. Auffallend ist, dass sehr viele junge Solothurnerinnen und Solothurner «sehr gern» im Kanton leben. 74 Prozent der 15- bis 34-Jährigen reagierten mit dieser Antwort. Bei den 35- bis 54-Jährigen antworteten «nur» 59 Prozent mit «sehr gern» auf die Frage «Wie gerne leben Sie im Kanton Solothurn?» Die Jungen lieben auch die Stadt Solothurn:
39 Prozent der 15- bis 34-Jährigen gefällt die Hauptstadt besonders gut. Die «Solothurn Fans» sind nicht nur jung, sondern auch eher gut gebildet. Ebenfalls tendenziell eine hohe Bildung weisen jene auf, welche die «Natur und Landschaft» besonders schätzen. Politisch stehen sie eher rechts.

Linke: Kein Problem mit Steuern

Männer und politisch rechts Stehende hassen hohe Steuern in der Tendenz mehr als Frauen und Mitte- und Linksstehende: Für 26 Prozent der Männer sind die Steuern das grösste Übel im Kanton, bei Frauen liegt diese Gruppe mit 16 Prozent ebenfalls an der Spitze. Nur 7 Prozent der Linken stören sich an den Steuern. Ebenfalls fällt auf, dass eher Neuzuzüger ein Problem mit den Steuern im Kanton haben als die Alteingesessenen.

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