Zum neunten Mal debattierten die Hubel-Freunde über Schnee und Sonnenschein.

Obmann Ruedi Luterbacher begrüsst die Anwesenden und schickte gleich voraus: «Ich hoffe, dass ihr nicht enttäuscht werdet.» Bei den Wetterangaben für 2010/2011 herrschte nicht immer Einigkeit. Beim Thema Weihnachten vertrat Manfred Burki die Meinung, dass man auf den Schnee verzichten müsse. Das zieht der Landwirt aus den Beobachtungen in der Natur und bei den Tieren. Wenn man aber Holzbildhauer Paul Halter glauben schenkt, dann gibt es eine weisse Weihnacht mit Schnee, der bis Silvester reicht. Er beruft sich bei seinen Voraussagen auf die aktuellen Strukturen des heimischen Holzes. Allgemein scheint es nächstes Jahr lange kalt zu bleiben. Beispielsweise mit Schnee im April und einem Kälteeinbruch Ende Mai – so jedenfalls die Prognosen von Burki. Für die Solothurner hat der Obmann eine gute Nachricht: «Die Fasnächtler können mit bestem Wetter rechnen.» Halter meint dann: «Ferien müsst ihr im Juli planen.» Und Ernst Schaller bestätigt: «Im Juli wirds heiss und gewittrig.» Als ehemaliger Orientierungsläufer zieht er seine Lehren aus Wald und Natur. Der 1. August fällt dann allerdings ins Wasser, da sind sich die Hobby-Meteorologen ziemlich einig, so auch Erhard Luterbacher. Der Imker zieht für die Prognosen seine Bienenvölker zurate und meint: «Aber sonst herrscht im August 2011 perfektes Wetter.»

Regent-Wetterforscher gewinnt

Rückblickend können die vier Naturverbundenen auf ein erfolgreiches, also meist zutreffend vorausgesagtes Wetterjahr zurückblicken. Die Durchschnittstrefferquote von 68 Prozent für die Voraussagen des Jahres 2009/2010 ist etwas tiefer als im Jahr davor, als die Bestmarke von 74 Prozent aufgestellt wurde. Die Quote ist sehr bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass die Hubel-Meteorologen keine Computer oder Satellitenunterstützung zu Hilfe nehmen.

Die Daten werden von Jürg Luterbacher am Geographischen Institut der Universität Bern gemäss den regionalen Angaben von MeteoSchweiz überprüft und bewertet. Der Pechchutzpreis wurde diesmal an Erhard Luterbacher vergeben, der bereits verspricht: «Ich komme wieder!» Wald- und Wiesenläufer Schaller durfte den Aufsteigerpreis entgegen- nehmen. Die Sonderauszeichnung für die langfristig treffsicherste Prognose, der Hubu-Chutz-Oskar, ging an Landwirt Burki. Er hatte die Monate März und Juni 2010 zu 100 Prozent richtig vorausgesagt. Den Wanderpokal «Ober-Meteorologe» konnte heuer Regent-Wetterforscher Ruedi Luterbacher entgegennehmen. Er bedient sich der Vorstellungen von Mauritius Knauer aus dem 17. Jahrhundert, wonach das Wetter von den Planeten im Sieben-Jahres-Rhythmus beeinflusst wird. Gewinner Luterbacher freute sich: «Es ist fantastisch!» Seine Mitstreiter lobt er: Es sei viel Potenzial da. Man sei stolz darauf, dass die Hubel-Freunde «in Zürich auf dem Dach» bereits bekannt sind.

Neues Reglement

Bei der Hauptversammlung wurde nicht nur das Wetter thematisiert, auch das neue Reglement wurde vorgestellt. Die Vereinigung der Hubel-Meteorologen ist neu eine Non-Profit-Organisation. Sie ist aus der Vereinigung Hubel-Freunde Lohn hervorgegangen, die seinerzeit für die Aufwirtschaftung der Schäden des Orkans Lothar im Hubel ein Spendenkonzept erstellte und 2009 aufgelöst wurde. Die Hubel-Meteorologen wollen neben der jährlichen Wettervorhersage für 12 Monate auch weiterhin als Gönner für forstliche Projekte der Bürgergemeinde Lohn tätig sein. Eine Neuheit im Abendprogramm war die Verlosung eines Baumgöttis oder einer Baumgotte, die an einer Taufe im Jahr 2011 in Form einer namenversehenen Plakette an einem Baum verewigt wird.