Olten
Schon wieder Goldfische im Seidenhoflochweiher

Sondereinsatz für den Werkhof: Die Umweltfachstelle Olten startete einen weiteren Versuch, die Goldfische im Seidenhoflochweiher loszuwerden. Bereits im November 2007 wurde der Hauptweiher abgepumpt.

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Limmattaler Zeitung

Damals entfernten Helfer des Fischereivereins Olten und Umgebung rund 1000 Goldfische. Wie die Umweltfachstelle Olten mitteilt, war die notwendige Trockenlegung des Weihers über ein paar Wochen hinweg jedoch nicht möglich, da es nach der Aktion tagelang regnete.

Explosionsartige Vermehrung

Trotz Schutzverfügung wurden vor einigen Jahren Goldfische im Naturschutzgebiet ausgesetzt. Die ursprünglich aus China stammenden Zuchttiere bedrohen vor allem in solchen kleinen Feuchtbiotopen, wo sich natürlicherweise keine Fische tummeln, das ökologische Gleichgewicht. Sie vermehren sich explosionsartig und stören namentlich die Fortpflanzung der Amphibien, weil sie deren Laich fressen und sich darüber hinaus auch mit Libellenlarven verköstigen. Einzig Laich und Larven der Erdkröte sind für die meisten Fische ungeniessbar. Unter bestimmten Voraussetzungen ist ein Zusammenleben von Fischen und Amphibien möglich. Der gemeinsame Lebensraum muss jedoch aus einem grösseren Gewässer (Kleinsee) mit gut ausgebildeten Verlandungszonen, reicher Vegetation, guter Nahrungsgrundlage und einer natürlichen Fischdichte bestehen. Viele typische Amphibien-Laichgewässer wie auch die Seidenhoflochweiher verfügen jedoch nicht über diese überlebensnotwendigen Strukturen, sind aber auch von Natur aus fischfrei.

Andere Massnahmen taugen nicht

Laut Aussagen von Fischereiexperten ist ein Abfischen von allen Fischen unmöglich, auch wenn dies mithilfe von Elektrofanggeräten durchgeführt wird. Bei solchen Mengen werden sich immer wieder Individuen z.B. im Schlamm verstecken können und sich dann wieder munter vermehren. Eine Haltung von Enten und Gänsen auf den Gewässern ist ebenfalls nicht empfehlenswert. Sie fressen nicht nur Amphibienlarven, sondern belasten auch die Wasserqualität übermässig. Auch das Aussetzen von Hechten hat sich als kein erfolgversprechendes Mittel erwiesen, Fische in Kleingewässern wieder loszuwerden. Dies führt allenfalls zu einer kurzfristigen Verminderung der Fischbestände, zusätzlich leiden aber auch die Amphibien unter diesem Raubdruck. (mgt)

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