Gemeindeparlament Olten
Vertragswerk zur Miete der Giroud Olma Hallen ist unter Dach

Das Vertragswerk zwischen Kanton und Stadt Olten zur Nutzung der Giroud Olma Hallen ist ausgearbeitet und gutgeheissen: Olten trägt neu jährlich 280'000 Franken Mietkosten plus die Reinigungskosten.

Urs Huber
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Die Stadt kann die Giroud Olma Hallen (im Bild der Zugang) als Untermieterin weiterhin nutzen. Bruno Kissling

Die Stadt kann die Giroud Olma Hallen (im Bild der Zugang) als Untermieterin weiterhin nutzen. Bruno Kissling

Bruno Kissling

An seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause hat das Oltner Gemeindeparlament am Donnerstag das Vertragswerk zwischen Kanton und Stadt zur Nutzung der Giroud Olma Hallen einstimmig gutgeheissen.

Das noch bis Ende Jahr gültige Übereinkommen zwischen dem Mieter Kanton Solothurn und der Untermieterin Stadt Olten hatte bislang Kosten von jährlich 300'000 Franken zuzüglich rund 25'000 Franken für Reinigung verursacht. Mit dem nun bewilligten neuen Übereinkommen – gültig bis Ende 2021 – konnte die Stadt eine günstigere Variante aushandeln. Neu fallen jährlich noch 280'000 Franken Mietkosten zuzüglich der 25'000 Franken an Reinigungskosten an.

Die Stadt wollte unbedingt an der Hallennutzung festhalten, denn wie die stadträtliche Botschaft verhiess, ist der Bedarf nach Trainingsmöglichkeiten in Dreifachhallen nach wie vor ungebrochen. Die aktuellen Belegungspläne zeigten weder an den Abenden noch übers Wochenende relevante Zeitfenster einer Nichtbelegung. Selbiges gilt gemäss Stadtrat auch für die Stadthalle im Kleinholz.

Die Exekutive hatte in ihrer Botschaft denn auch unterstrichen, die Giroud Olma Hallen seien für die Oltner Sportvereine von enorm wichtiger Bedeutung. Andere Nutzungen wie solche für Ausstellungen oder Messen sind gemäss Vertragsentwurf denn auch nicht möglich. Mittelfristig und im Rahmen der Schulraumplanung muss gar ein stadteigenes Projekt zur Realisierung einer solchen Wirkungsstätte ins Auge gefasst werden. Der Stadtrat verspricht sich vor dem Hintergrund dieses Absichtsszenarios auch eine Stärkung seiner Verhandlungsposition nach dem Jahr 2021.

Aus dem Ratsrund

Natürlich gab der Mietpreis zu leisem Zähneknirschen Anlass. Nicht alle Votanten nämlich waren mit dem vom Stadtrat ausgehandelten Vertrag rundum zufrieden. Als Sprecher der Geschäftsprüfungskommission (GPK) hatte Christoph Fink (CVP) etwa zu vermelden, aus den Reihen der GPK sei die Einschätzung laut geworden, es würde dort ziemlich «Geld verlocht».

Auch sei in der GPK die Einschätzung zu hören gewesen, der Preis entspreche keineswegs einem realistischen Niveau. Aber henu: «Es spielt eben der Markt», konstatierte Fink und schob hinterher, dass auch auswärtige Sportvereine die Halle nutzen und Olten so die Gelegenheit bekomme, wieder einmal seinen Charakter als regionales Zentrum schärfen zu können.

Alexandra Kämpf (FDP) fand den Mietpreis durchaus gerechtfertigt: «Die Lage der Hallen ist ideal, quasi im Herzen der Stadt», erklärte sie. Aber auch sie kam zum Schluss: Es fehle halt an valablen Alternativen.

Yann Schlegel (Grüne) lobte das durch die Stadt ausgehandelte Vertragswerk, auch wenn dafür ein stolzer Preis zu zahlen sei. Die Lage der Hallen sei sehr gut und es gebe halt auch keine Alternative. Unter Berücksichtigung all dieser Gesichtspunkte sei dem Vertragswerk zuzustimmen.

Ebenfalls eine etwas günstigere Variante hätte sich Muriel Jeisy (CVP) erhofft. In der CVP/GLP/EVP-Fraktion stimme man dem Vertragswerk aber zu, weil die Interessen der Vereine und diejenigen fürs Projekt Midnight im Vordergrund stünden.

Ähnlich argumentierte Paul Dilitz (SP), eine Ablehnung des Vertragswerks stehe ausser Frage, während Philipp Ruf (SVP) den heruntergehandelten Zins hervorhob und ebenfalls auf die Ausweglosigkeit der Situation verwies: «Vorläufig gibts einfach keine andere Option», hielt er fest.

Weitere Goodies

Neben einem tieferen Mietzins konnte die Stadt Olten mit dem Kanton weitere Goodies aushandeln: Speziell fällt dabei in Betracht, dass die Hallen nun auch während der Ferienzeit genutzt werden können. Das sei besonders für die Herbst-, Winter- und Frühlingsferien von Bedeutung, argumentierte der Stadtrat.

Eine Ablehnung des ausgehandelten Vertragswerks hätte unter Umständen auch bedeutet, dass verschiedene Aktivitäten nicht mehr möglich gewesen wären. Zu nennen wäre da das Projekt Midnight. Jugendliche nutzen dabei die Hallen für Sport und Bewegung an Wochenenden. Die gute Lage der Hallen, abseits der Wohnquartiere, schliesst mögliche Lärmbelästigungen weitgehend aus. Zudem versteht sich «Midnight» als Integrationsprojekt. Ein Umstand, der bei allen Volksvertretern für positive Resonanz sorgte.

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