Olten
Nach Bike-Unglück auf dem Born: «Biken ist an sich keine Extremsportart»

Am Sonntag verunfallten eine Mountainbikerin und ein -biker auf dem Hügel Born. Einen Tag später erlag die junge Frau an ihren Verletzungen. Für geübte und ortskundige Biker sei der Trail nicht besonders schwierig, sagt ein Kenner der Strecke.

Jocelyn Daloz
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Fabian Spielmann sieht den Helikopter über dem Born mit einer Seilwinde schweben. Bereits jetzt denkt er sich aus, was sich ereignet haben könnte. Ein Blick auf die Website dieser Zeitung bestätigen seine Befürchtungen: Zwei Biker sind auf dem Kretentrail am Born verunfallt.

Der Geschäftsführer der Bikeschule Olten war selber vergangenen Sonntag unterwegs, als die Rega nach dem Aufgebot der Polizei in die Luft stieg.

Frau erlag ihren Verletzungen

Gemäss Polizeimeldung erfuhr die Alarmzentrale kurz vor 15 Uhr vom Unfall: Zwei Velofahrer stürzten vom Felsen mehrere Meter in die Tiefe. Sie wurden mit dem Helikopter ins Spital geflogen.

Am Montag gab die Polizei bekannt, dass die 35-jährige Frau ihren Verletzungen erlag. Ihr 39-jähriger Partner ist leicht verletzt. Beide waren mit Elektro-Bikes unterwegs. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach dem Unfallhergang.

Kein schwieriger, aber ein exponierter Trail

Bei solchen Unfällen fühlen besonders jene mit, die selbst die Sportart betreiben. Fabian Spielmann zeigt sich deshalb stark betroffen vom Unglück. Der Born ist in der Region unter Bikern bekannt, der Trail entlang der Krete beliebt. Für geübte und ortskundige Biker sei der Trail nicht besonders schwierig. «Aber er ist exponiert: Vorsicht ist jederzeit geboten», erklärt er.

«Biken ist keine Extremsportart»

Es sei wichtig, seine Geschwindigkeit anzupassen, notfalls auch abzusteigen: «Biken, im Gegensatz zu Downhill, ist keine Extremsportart. Es geht nicht um Gefahr und Geschwindigkeit, sondern um das Geniessen in der Natur, genau gleich, wie es Wanderer und Naturliebhaber tun.»

Er kritisiert deshalb jene Bikerinnen und Biker, die um die Wette fahren, etwa über die bekannte «Strava»-App, um ihre Geschwindigkeit einzelner Abschnitte damit zu messen. Gerade diese würden die grosse Mehrheit, die sich an den Bike Kodex hält, in ein falsches Licht rücken. Spielmann bedauert zudem, dass solche Ereignisse in den Medien grosse Aufmerksamkeit erlangen und Zündstoff für Leute sind, die sich über Bikers im Wald und auf Wanderwegen ärgern (wir berichteten hier und hier).

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