Mein Olten
FUFFT – und der Stadtrat wird weiblicher

Thomas Knapp
Thomas Knapp
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Unser Kolumnist Thomas Knapp regt an: "Frauen an die Macht." Darunter auch Fasnächtlerinnen.

Unser Kolumnist Thomas Knapp regt an: "Frauen an die Macht." Darunter auch Fasnächtlerinnen.

Walter Schwager / BAD

Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Tags zuvor erfahren wir, wer von den neun Kandidierenden es bereits im ersten Wahlgang in den fünfköpfigen Oltner Stadtrat geschafft hat. Wer verlieren wird, steht schon heute fest: die Frauen. Nur Marion Rauber hält tapfer ihre Fahnen hoch. Die Frauen werden im zukünftigen Stadtrat also markant untervertreten sein. Ausgerechnet im fünfzigsten Jahr seit Einführung des Frauenstimmrechts in der Schweiz. Was wohl Clara Büttiker dazu sagen würde? Die Oltnerin war eine der wichtigsten Vorkämpferinnen für die Rechte der Frau gewesen.

Und im Jahr 2021 kandidiert nur eine Frau für den Stadtrat. Eine vertiefte Analyse überlasse ich gern den Politikerinnen, Politikern und Parteien. Aber vielleicht ändert sich die Ausgangslage nach dem ersten Wahlgang völlig. Vielleicht schafft niemand auf Anhieb den Sprung in die Exekutive. Und dann können für den zweiten Wahlgang am 25. April neue Kandidatinnen und Kandidaten antreten.

Ich hätte da eine Idee – die ich allerdings nur im Vertrauen preisgeben darf –, wie die Frauen die Männer noch überflügeln können. Mit Charme, Intelligenz und Können. Die Rätschwyber kandidieren mit einem überzünftlichen FUFFT – einem sogenannten Füür-und-Flamme-Frauen-Ticket für den Stadtrat. Mit der amtierenden Stadträtin und Fasnächtlerin Marion Rauber (Säli Zunft, Fukorätin) als Zugpferd. Führungserfahrung hat die Rätschwyber Partei allemal, stellte sie in jüngster Vergangenheit mit Cathrin Zysset und Rahel Nobs zwei Obernaaren (Anmerkung: Obernäärinnen gibt es in der Fasnachtssprache noch nicht!), notabene die einzigen Frauen seit 1950 im höchsten närrischen Amt im Städtchen. Die Rätschwyber haben also Durchsetzungsvermögen.

Und seien wir ehrlich: Das Wahlplakat würde sich wohltuend von allen anderen abheben. Der Slogan wäre auch gegeben: «Füür und Flamme», ein früheres Rätschwyber-Fasnachtsmotto. Und dann hätten wir am 25. April plötzlich fünf Stadträtinnen – und ganz sicher erstmals eine Oltner Stadtpräsidentin. Man könnte jetzt noch darüber diskutieren, ob ein Alibi-Mann aufs FUFFT darf. Vielleicht hat ja der Sohn des Mars, dem ich meine letzte Kolumne gewidmet habe, doch noch Lust auf eine Kandidatur.

FUFFT macht wörklech Luscht ufs Regiere,
das tüe d Rätschwyber singend proklamiere.
Es cha nid so wiiter go – gross esch d Not, drom bruuchts jetz föif Froue im Outner Stadtrot.

Also, ich freue mich auf diesen Wahlkampf. Er wäre an Originalität, Biss und Kreativität kaum zu überbieten. Wählen wird zum Frauenspiel: Einfach die FUFFT-Liste einwerfen.

Aber natürlich will ich vor dem ersten Wahlgang keinem der rechtschaffenen und ehrlichen Kandidaten die Fähigkeiten für das hohe Amt absprechen. Um Gottes willen, nein! Das war nie meine Absicht.

Dr Benvi frogt dr Marbet ond dr Plüss, «säge mir wägem FUFFT bald alli tschüss?»
Wo Füür esch, muess ned onbedingt Rauch si,
nach em erschte Wahlgang verzieht är sech drom gli.
Dr Sommer chonnt vom rächte Wäg ab – was für en Gruus, wäg de Barriere findet är nömme zum Säli-Quartier us.
Also, mini Herre, dr müessed jetzt ganz tapfer si,
wägem FUFFT esch d Männerzyt scho bald verbii.

Lassen wir diese Häme und Zeilen, Wählerinnen und Wähler sollen entscheiden. Die Besten gehören in den Stadtrat. Wie die neue Frühjahrskollektion im Bernheim bieten nämlich auch die Herren eine breite Auswahl. Aber schade ist es schon, dass nur eine Frau für den Stadtrat kandidiert. Deshalb auf weiblichere Zeiten ein kräftiges FUFFT, FUFFT.

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