Olten
Mehr Platz und natürliches Licht: Der «Wärchlade» hat neu einen zweiten Werkstattort in der Rötzmatt

Die Holzwerkstatt des «Wärchlade» in der Oltner Altstadt zieht um ins ehemalige EHCO Lokal in der Rötzmatt.

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Rita von Däniken zeigt die neue Werkstatt. Der Raum befindet sich noch mitten in den Sanierungsarbeiten.

Rita von Däniken zeigt die neue Werkstatt. Der Raum befindet sich noch mitten in den Sanierungsarbeiten.

Bilder: Bruno Kissling

Seit fast 30 Jahren steht der «Wärchlade» in der Oltner Altstadt an der Marktgasse 35. Darin integriert sind ein kleiner Ladenbereich, ein Atelier und im Keller – bis jetzt - eine Werkstatt. Es stehen so je 5 Arbeitsplätze in Holzwerkstatt und Textilatelier zur Verfügung, die sich zurzeit 33 Personen mit psychischen, kognitiven oder körperlichen Beeinträchtigungen teilen.

Der «Wärchlade» bietet damit Personen, welche im 1. Arbeitsmarkt nicht Fuss fassen können, eine betreute und sinnvolle Arbeit in einer geschützten Umgebung an. Die Mitarbeitenden werden dabei mit einem Leistungslohn bezahlt, das heisst, sie erhalten 80 Prozent des Erlöses für ihre hergestellten Produkte, nachdem sie verkauft wurden.

Die Suche nach neuen passenden Räumen

Die Geschäftsleitung hat schon vor der Coronakrise nach grösseren Räumlichkeiten gesucht, da die Werkstatt im Keller eng und ohne Tageslicht nicht ideal ist für Menschen mit einer psychischen Erkrankung. Im Umgang mit der Coronakrise und den damit verbundenen Schutzmassnahmen bemerkte die Geschäftsleitung aber, dass der Platz in der Werkstatt definitiv nicht mehr genügt. «Deswegen haben wir die Suche nach einem neuen Ort intensiviert», erzählt die Geschäftsleiterin, Rita von Däniken.

Ursprünglich suchte man nach einer Möglichkeit, mit dem ganzen Laden umzuziehen. Die Räumlichkeiten, welche dazu aber besichtigt wurden, hätten nicht überzeugt. Zum einen hätte man einige Dinge sanieren müssen, was den Trägerverein der Institution «Wärchlade für Olten und Umgebung» viel Geld gekostet hätte. Zum andern sei auch die Lage nicht ideal gewesen.

Der Frühlingsapéro oder das Marronifest, welche der «Wärchlade» jeweils auf dem Platz vor dem Geschäft organisiert, wären dort zum Beispiel nicht im gleichen Rahmen möglich gewesen. Ausserdem: «Der ‹Wärchlade› hat sich in der Altstadt etabliert», sagt von Däniken überzeugt.

Um die Arbeitssituation in der Werkstatt trotzdem zu verbessern, hat sich der «Wärchlade» für einem zweiten Werkstatt- Standort entschieden. Sie wird bald knapp vierhundert Meter weiter im ehemaligen EHCO Lokal in der Rötzmatt untergebracht. Grosse Schaufenster sorgen dort für eine Menge natürliches Licht und können zudem genutzt werden, um fertige und halb fertige Kreationen auszustellen.

Zuvor gab es kein natürliches Licht für die Arbeitenden.

Zuvor gab es kein natürliches Licht für die Arbeitenden.

Bilder: Bruno Kissling

Den Arbeiterinnen und Arbeitern steht ausserdem wesentlich mehr Arbeitsplatz zur Verfügung. So viel, dass es möglich sein wird, drei weitere Personen einzustellen. Die Arbeitsbewilligung dafür holt die Geschäftsleiterin im Moment beim Amt für soziale Sicherheit in Solothurn ein.

Ein Aufenthaltsraum für die Mitarbeitenden

In den neuen Räumlichkeiten befinden sich abgesehen von einer Werkstatt auch ein Sitzungszimmer und ein Aufenthaltsraum mit Küche. «Für Mitarbeitende, die von etwas weiter weg pendeln, reicht die Zeit nicht, um mittags nach Hause zu gehen», meint die Geschäftsleiterin. Der Aufenthaltsraum soll für sie also einen Ort bieten, an dem sie sich über den Mittag ungezwungen zurücklehnen können. Platz für einen solchen Raum hat es zuvor im «Wärchlade» nicht gegeben.

Im Optimalfall kann das Team in der zweiten Dezemberwoche umziehen. Bis dann muss jedoch noch die Beleuchtung angepasst und eine Behinderten-Toilette eingebaut werden. Der Vermieter bringt dem Projekt viel Sympathie entgegen und beteiligt sich finanziell unter anderem an den Umbauarbeiten. Die Umzugsarbeiten werden wahrscheinlich drei Tage dauern und von den Betreuerinnen und Betreuern übernommen. Die Mitarbeitenden haben währenddessen frei und dürfen sich auf die zukünftigen Arbeitsräume freuen.