Olten
«Language of Color»: Ein Kontrapunkt und ein «Safe Space» in der Coronakrise

Die Lausanner Künstlerin Maya Rochat stellt unter dem Namen «Language of Color» aktuell ihre bunten Werke aus.

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Maya Rochat vor ihrem Lieblingswerk «Language of Color».

Maya Rochat vor ihrem Lieblingswerk «Language of Color».

Patrick Lüthy

Am Samstag eröffneten die Künstlerin Maya Rochat und der Organisator Christoph Oeschger die Ausstellung «Language of Color» an der Baslerstrasse in Olten. In der kleinen, temporären Galerie, die in einem leerstehenden Ladenlokal aufgebaut wurde, zelebrieren sie – wie der Name schon sagt – die Sprache und der Zauber von Farbe. Das optische Erlebnis wird von den psychedelischen Klängen von Pink Floyd begleitet. «Wir wollten ein Kosmos schaffen, der optisch und akustisch ein Sinnerlebnis bietet», sagt Oeschger. Pink Floyd ist ihm ausserdem besonders wichtig, weil er in der Pink Floyd Tributeband Crazy Diamond früher als Drummer und Sänger mitgewirkt hat.

Die ganze Ausstellung soll einen Art Kontrapunkt zur Coronakrise darstellen, meint Oeschger. Und Rochat ergänzt ihn: «Ich möchte mit meinen Bildern eine positive Atmosphäre schaffen und eine heile Welt darstellen, ohne kitschig zu werden.» Dass die Welt im Moment aber nicht mehr so ist, wie sie mal war, widerspiegelt die Künstlerin aus Lausanne im Raum ebenso. Keines ihrer Werke hängt an einer weissen Wand, überall deuten Bohrlöcher und abgeblätterte Farbe darauf hin, dass der Raum zuvor als Kleiderladen genutzt wurde. Ihre bunten und kraftvollen Bilder sollen darin den Gegensatz zur Realität deutlich abbilden und einen «Safe Space» bieten.

Bezeichnend für Rochats Kunst ist zum einen auf jeden Fall die überwältigende Buntheit, zum anderen auch die schiere Grösse ihrer Werke. Der gesamte Boden der Galerie wurde zum Beispiel in ihrer Malerei eingefasst.

«Als Frau und als Person, die nicht aus einer reichen Familie kommt, habe ich schon im Studium gemerkt, dass ich irgendwie auffallen musste», berichtet die Künstlerin. Ihr Direktor habe attraktive, junge Männer stets bevorzugt. Deswegen habe sie eben damit angefangen, physisch viel Raum einzunehmen mit ihrer Arbeit. Sie wollte nicht, dass man sie übersieht. Sie wollte Kunst schaffen, an der man nicht einfach vorbeigehen kann. Nicht nur die grossen Malereien, sondern auch die wenigen Fotografien, welche sie ausgestellt hat, sind deswegen alles andere als unscheinbar.

«Die Geschichte meiner Bilder wird vom Betrachter oder der Betrachterin erzählt», antwortet Rochat abschliessend auf die Frage, was sie mit ihrer Ar-beit ausdrücken möchte. Je nach dem was ihr Publikum erlebt habe, riefen die Werke auch etwas anderes in ihm hervor. Man brauche aber kein Hochschulstudium, um die Wirkung von Rochats Bilder zu verstehen, ergänzt Oeschger die Künstlerin. Die ausdrucksstarken Farben bewegten einem, auch wenn man kein künstlerisch geschultes Auge habe.