Olten SüdWest

Einsprachen gegen den Gestaltungsplan: Gebäudehöhe und Verkehr geben zu reden

Der Gebäudekomplex des alten Forstwerkhofs der Bürgergemeinde im Vordergrund, die mit ihrem Grundstück an Olten Südwest angrenzt.

Der Gebäudekomplex des alten Forstwerkhofs der Bürgergemeinde im Vordergrund, die mit ihrem Grundstück an Olten Südwest angrenzt.

Der Stadtrat hat sechs Einsprachen gegen den Gestaltungsplan Olten SüdWest abgewiesen – auch die Oltner Bürgergemeinde hat das Nachsehen.

Beim Entwicklungsgebiet Olten SüdWest geht es einen Schritt vorwärts: Der Stadtrat hat an seiner Sitzung vergangenen Montag die sechs Einsprachen zum überarbeiteten Gestaltungsplan inklusive Sonderbauschriften abgewiesen, wie die Stadtkanzlei am Freitag mitteilt. Damit ist dieser allerdings noch nicht rechtskräftig. Die sechs Parteien können die Sache weiterziehen und an den Regierungsrat gelangen.

Bei den sechs Einsprachen ging es vor allem um die Gebäudehöhe und die Verkehrserschliessung. So wurde gemäss Stadtbaumeister Kurt Schneider unter anderem bemängelt, dass die zur Adressbildung geplanten hohen Häuser an der Eisenbahnlinie mit 43 Metern zu hoch ausfallen würden. Dies war bereits bei Mitwirkung ein grosser Kritikpunkt. Schneider sagt dazu: «Die 43 Meter sind die maximalen Höhen, die möglich sind.» Beim konkreten Bauprojekt dazu müssen in einem qualitätssichernden Verfahren via Architekturwettbewerb «der Nachweis erbracht werden, dass das Vorhaben die gesellschaftlichen, funktionalen und gestalterischen Ansprüche erfüllt».

Bei den Einsprachen zum Verkehr geht es vor allem um die höhere Belastung für den Knoten vor dem Rötzmatttunnel. Bereits heute kommt es dort zu Rückstau auf dem Rötzmattweg. Einsprecher befürchten, dass dieser durch den Ausbau von Olten SüdWest noch stärker belastet werden könnte. Stadtbaumeister Schneider streitet eine stärkere Beanspruchung nicht ab, verweist aber zugleich auf das Mobilitätskonzept. Olten SüdWest soll mit weniger Fahrzeugbewegungen als beim bisher gültigen Gestaltungsplan weiter gebaut werden. Ein grosser Teil des Mehrverkehrs aufgrund der Bevölkerungszunahme soll vor allem auf ÖV sowie Fussgänger und Velo abgewälzt werden. Daher ist gemäss Schneider die Erschliessung des Quartiers mit der geplanten Stadtteilverbindung Hammer zentral. Diese muss finanziell sichergestellt sein, bevor der Gestaltungsplan vom Kanton genehmigt werden kann. Dies ist mit der Vereinbarung, die Eigentümervertreter Sigmund Bachmann und die Stadt vergangenen März unterschrieben haben, denn auch geschehen. Die Terrana AG Rüschlikon trägt 16,2 Millionen Franken zweckgebunden via Mehrwertabgabe an die Stadtteilverbindung bei. Zusätzlich eingeholt werden können auch bis zu 3 Millionen aus dem Topf des Agglomerationsprogramms.

Bürgergemeinde Olten bemängelt Schattenwurf

Fünf von sechs Einsprachen stammen von Privatpersonen aus der Nachbarschaft. Ebenfalls Einsprache gegen den Gestaltungsplan erhoben hat die Oltner Bürgergemeinde. Sie besitzt am Rötzmattweg rund 4000 Quadratmeter Land, auf dem derzeit der Gebäudekomplex des früheren und heute nicht mehr benutzten Forstwerkhofs steht. Seit Anfang Jahr hat die Bürgergemeinde dem benachbarten Metallbaubetrieb SIO das Grundstück für die nächsten 50 Jahre im Baurecht abgegeben.

In der Einsprache bemängelte die Körperschaft den möglichen Schattenwurf der Gebäude, die dereinst an die Parzelle der Bürgergemeinde angrenzen könnten. Bereits in der Mitwirkung haben sie auf diesen Umstand aufmerksam gemacht. Im Bericht dazu heisst es: «Die höheren Bauten nehmen der Parzelle der Bürgergemeinde die Sonne und das Licht, was eine Wertverminderung bedeutet.» Auf Anfrage sagt Bürgergemeindepräsident Felix Frey, dass die Gebäude neu zum Teil um ein Vielfaches höher sein könnten als im ursprünglichen Gestaltungsplan. Zwar sei das Grundstück nun für die nächsten 50 Jahre an die SIO im Baurecht abgegeben, aber die Bürgergemeinde plane langfristiger, sagt Frey. So könne er sich durchaus vorstellen, dass dort auch einmal Wohnungen entstehen könnten. «Dann wäre die Situation ganz klar schlechter, weil unser Grundstück von zwei Seiten beschattet wird.» Ob die Bürgergemeinde den abschlägigen Entscheid des Stadtrats an die Solothurner Regierung weiterzieht, ist noch nicht klar.

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