Eppenbergtunnel
Einmal im Leben in den Tunnelschlund: Die SBB laden zum «Tag des offenen Tunnels»

Die halbe Röhre des Eppenbergtunnels ist gebohrt – zwei Jahre nach dem Spatenstich von Bundesrätin Doris Leuthard laden morgen Samstag die SBB zum Tag des offenen Tunnels. Eine einmalige Gelegenheit.

Christian von Arx
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Augenschein auf der Baustelle beim Eppenbergtunnel in Schönenwerd
7 Bilder
Beim Bohren durchqueren die Tunnelbauer verschiedene Gesteinszonen.
Ein LKW erklimmt den "Mount Rolli" - den temporären Aushub-Berg.
Blick zur Abwurfhalle, welche am Samstag als Hauptfestplatz dient und dafür gründlich herausgeputzt wird.
Die vorgefertigten Tunnelbogen lagern auf Eisenbahnwagen.
Es wird versucht dem vielen Staub mit Wassereinsatz beizukommen.
Zurzeit wird die Anlage für die Aufbereitung des Materials aus dem Nassvortrieb im Schotter des letzten Tunnelabschnitts in Gretzenbach aufgebaut.

Augenschein auf der Baustelle beim Eppenbergtunnel in Schönenwerd

Remo Fröhlicher

Die Tunnelbohrmaschine im Eppenbergtunnel kommt schneller als erwartet voran: Im Durchschnitt mehr als 15 Meter pro Tag frisst sie sich vom Portal Ost in der Wöschnau her Richtung Gretzenbach durch den Berg, an Spitzentagen bis zu 30 Meter. «Wir sind sehr zufrieden, bisher gab es wenig Probleme», stellt Gesamtprojektleiter Thomas Schweizer fest.

Vom Start am 9. Januar bis heute haben die Tunnelbohrer rund 1250 Meter geschafft, das ist praktisch die Hälfte des 2616 Meter langen bergmännischen Teils des Tunnels. Die Röhre ist damit bereits über den Punkt hinaus gelangt, wo später der Notausstieg Schönenwerd angeschlossen wird.

Morgen Samstag, 6. Mai, laden die SBB die Bevölkerung und alle Interessierten zu einem Tag des offenen Tunnels ein. In den umliegenden Gemeinden wurden 8000 Stück «Eppenberg News» verteilt.

Wohl einmalige Gelegenheit

Der Publikumsanlass findet zwei Jahre nach dem Spatenstich mit Bundesrätin Doris Leuthard vom 2. Mai 2015 statt. Die Gelegenheit zum Augenschein im Tunnel während der Bauzeit ist vermutlich einmalig. Die ersten 200 Meter des Tunnels werden morgen frei zugänglich sein.

Für Interessierte wird auch das Vordringen zur Tunnelbrust ermöglicht, in geführten Gruppen von 12 Personen, die im 10-Minuten-Takt zu Fuss bis zum Bohrkopf der Maschine und zurück geführt werden, was rund eine Stunde dauert. Von 10 bis 17 Uhr sollte dies den Besuch durch etwa 400 Personen erlauben. Voraussetzungen: Mindestalter 12 Jahre und rutschfeste Schuhe. Die frühzeitige Anmeldung für diese Tunnelführung ist zu empfehlen.

Aussicht vom Aushub-Berg

Der schnelle Vortrieb bedeutet auch, dass schon bald die Hälfte der insgesamt rund 850'000 Tonnen Schotter, Stein und Fels aus dem Berg herausgeholt sind. Am Tag des offenen Tunnels können die Besucher den weithin sichtbaren Berg mit dem Aushubmaterial besteigen und sich ins Gipfelbuch eintragen. Auf der Baustelle wird der Berg «Mount Rolli» genannt, nach dem Verantwortlichen der Marti AG für die Wiederaufbereitung des Materials.

Impressionen von der Tunnelbaustelle:

SBB-Baustelle: Eppenbergtunnel
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Die Baustelle am Eppenbergtunnel, fotografiert anlässlich einer Baustellenbesichtigung der SBB zum Vierspurausbau der Strecke Olten - Aarau Mitte August 2016.
Baustelle Wöschnau zwischen Aarau und Schönenwerd. In diese Baugrube kommt die Tunnelbohrmaschine zu liegen.
Übersicht über die Baustelle in Wöschnau mit dem Monsterkran»
Mini und Monster: Ein interessantes Grössenverhältnis
Aussichtsplattform: Baustelle Wöschnau zwischen Aarau und Schönenwerd.
Der Monsterkran
Der Tagbautunnel
Der Eingang zum Eppenbergtunnel in Wöschnau
Der Eingang zum Eppenbergtunnel in Wöschnau
Neue Förderbänder für den Abtransport des Aushubmaterials
Der Tagbautunnel
Der zukünftige Tunnelausgang in Gretzenbach
Rechts im Bild ist das neue Geleise zwischen Gretzenbach und Däniken zu sehen
Der Tagbautunnel Gretzenbach mit dem bestehenden Geleise rechts
Medientag. Alle müssen in orange antreten.
Die neue Station Dulliken

SBB-Baustelle: Eppenbergtunnel

SBB

Ein Teil des Aushubs wird zur Wiederauffüllung der Sondermülldeponie Kölliken verwendet, ein Teil auf der Baustelle zu Beton verarbeitet und wieder in den Tunnel eingebaut. Das Konzept zur Sortierung und Aufbereitung des Materials ist einer der wichtigsten Bestandteile der Tunnelbaustelle und wird am Tag des offenen Tunnels von den Spezialisten erklärt. Teil des Festangebots für Kinder sind die kleinsten richtigen Bagger: Diese können unter Anleitung durch Mitarbeiter der Marti AG von jungen Baggerführern selbst bedient werden – ein schon beim Spatenstich beliebtes Angebot.

Als Hauptfestplatz dient morgen die Abwurfhalle, wo sonst das Material aus dem Tunnel vom Förderband abgeworfen und mit Baggern und Lastwagen auf den Berg befördert wird. Die extreme Staubentwicklung an diesem Arbeitsort wird mit Wasser aus drei Schneekanonen gebunden. Für das Fest wird die Abwurfhalle geräumt und sauber gemacht.

Bisher weitgehend unfallfrei

«Man spricht immer vom Tunnel», meint Gesamtprojektleiter Schweizer. Für ihn sei aber grösste Herausforderung, dass die ganze Arbeit ständig bei laufendem Bahnbetrieb stattfinde. «Hier fahren jeden Tag 550 Züge durch, und wir sind jeden Tag unmittelbar am Gleis.» Auch die Kantonsstrasse mit täglich 26'000 Fahrzeugen zieht sich mitten durch die Baustelle.

Dass sich bisher mit einer Ausnahme (gekippter Lastwagen eines externen Lieferanten) kein schwerer Unfall ereignet hat, gehört für Thomas Schweizer zur bisher rundum erfolgreichen Bilanz der ersten zwei Jahre Bau am Eppenbergtunnel.

Tag des offenen Tunnels: Programm am Samstag von 10 bis 17 Uhr

Der Tag des offenen Tunnels findet morgen Samstag, 6. Mai, von 10 bis 17 Uhr im Baustellenbereich Wöschnau/Schönenwerd des Eppenbergtunnels statt. Jedermann ist willkommen, für Verpflegung und Angebote für Kinder ist gesorgt.

Anfahrt:
Die Zahl der Parkplätze in der Wöschnau ist beschränkt. Die SBB empfehlen die Anreise mit der AAR-Buslinie 3 ab Aarau, Schönenwerd oder Gretzenbach bis zur Bushaltestelle Wöschnau. Von dort zu Fuss zum SBB InfoCenter Eppenberg und weiter aufs Festgelände. Zwischen dem SBB InfoCenter Eppenberg und den Festplätzen verkehrt zu jeder Viertelstunde ein Tunnelbus auf einem Rundkurs.

Vier Festplätze:

- SBB InfoCenter Eppenberg: Projektvorstellung im Ausstellungsraum; Globi erzählt Geschichten; Ausgabe Konsumations-Bons für Anwohner und Abholung Überraschungs-Geschenk gegen Gutschein; Getränke und süsse Snacks.

- Baustellenkantine: Grill und weitere warme Speisen, Getränke und süsse Snacks, Sanitätsposten.

- Tunnelportal Wöschnau (erreichbar zu Fuss von der Baustellenkantine aus, Unterführung unter der Kantonsstrasse): Anmeldung und Start der Tunnelführung (Dauer: rund 1 Stunde, Hin- und Rückweg zur Tunnelbohrmaschine je rund 1,5 Kilometer, zu Fuss), Getränke und süsse Snacks. Bis zum Tunnelmeter 200 kann der Tunnel frei und ohne Anmeldung besichtigt werden. Informationsstand mit Sicherheitshinweisen zwischen Baustellenkantine und Tunnelportal.

- Materialaufbereitungsanlage (mit Festbänken in der Abwurfhalle): Besteigung des «neuen Bergs» (25 Meter Höhe), Baumaschinenpark für Kinder, Sandkasten, Informationsmobil für Bauberufe, Grill (Original-Eppenberger Bohrwurst), Getränke und süsse Snacks.

Infos im Internet: sbb.ch/eppenberg

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