2013 erschien «Schweizer Tobak», 2015 «Die Seeweite» und 2016 «Diesseits der Blüemlisalp». Innert nur vier Jahren hat der Oltner Autor Albert T. Fischer drei Bücher veröffentlicht. In einem Gespräch lacht er, als er gefragt wird, ob er sich als Spätberufener sehe. «Keineswegs. Das Schreiben ist für mich nicht Berufung. Ich wollte einfach meinen Kindern und Enkeln erzählen, was ich erlebt habe. Früher sassen ganze Familien zusammen, und die Grosseltern erzählten.»

Fischer ist Vater von zwei Söhnen und einer Tochter und Grossvater von vier Enkeln. Dazu kommen «angeheiratete Familienmitglieder». Die ersten beiden Bücher seien geschrieben gewesen, als er nach langer Suche einen Verleger gefunden habe. So war es auch möglich, dass die drei Bände seiner Trilogie so kurz nacheinander den Weg in die Buchläden fanden.

Religion und Fanatismus

In seinem neuen Roman «Diesseits der Blüemlisalp» erzählt der Oltner die Geschichte von Reto, einem Bauunternehmer, und seiner Familie. Die Sage der Blüemlismatt dient als Motto. In dieser verflucht eine Mutter die Alp ihres Sohnes und dessen Frau, die sich versündigt hatten. Es geht um Religion und um Fanatismus. Fischer verortet diesen in allen Religionen. Heute liest und hört man vor allem von extremen Moslems. In der «Blüemlisalp» findet man auch bigotte Christen und fanatische Juden.

Beim Schwiegersohn Retos, Ahmed, zeichnet der Autor geschickt die Zerrissenheit eines Moslems auf. Mit dem Roman versucht Fischer einen Weg aufzuzeigen, wie verschiedene Weltanschauungen durchaus nebeneinander leben können.

«Ich bin kein Linker»

Die Frage, ob er ein Linker sei, verneint der Oltner vehement. «Kommunismus kann nicht funktionieren. Bevor verteilt wird, muss verdient werden.» Aber er sei schon eher als «links» einzustufen. Es sei ihm auch schon vorgeworfen worden, dass in seinen Büchern sehr viel Personal vorkomme. Da sehe er sich in der Tradition der Russen, wie Tolstoi oder Dostojewski.

«Nein, Reto ist nicht mein Alter Ego. In einer Person können Eigenschaften von drei realen Personen sein, es kommt aber auch vor, dass ich aus einer realen Person deren drei in meinem Roman mache.»

Nicht ganz einfach für den Leser sind die häufigen Zeitsprünge in seinen Romanen. Hilfreich sind da die vielen eingeflochtenen Zeitgeschehnisse wie Tschernobyl oder ein schweres Unglück einer Unteroffiziersschule in den Sechzigern.

Selbst lese er querbeet durch, als Letztes habe er Capus’ neues Werk gelesen. Diesen habe er übrigens in Paris kennen gelernt. Auch die Russen haben es ihm angetan, deshalb vielleicht die Affinität zu den vielen Personen. In den letzten Jahren habe er aber nicht mehr so viel gelesen. «Man hat wahnsinnig Mühe, sich von den fremden Schreibstilen zu trennen und den eigenen zu finden.»

Die Trilogie, die sich zu lesen lohnt, ist nun abgeschlossen. Das Kapitel Schreiben ist nicht abgeschlossen für Albert T. Fischer, sein neues Projekt werde sehr geschichtsträchtig. Es handle von einer Kroatin, die ihm letzten Jahrhundert Sekretärin des Erzbischofs von Zagreb geworden sei. Dies nachdem sie in der Schweiz zwei uneheliche Kinder gehabt habe. Ein Stoff, der sicher einiges zu bieten hat.

Albert T. Fischer: Diesseits der Blüemlisalp. Ein Roman zur Freiheit; Münsterverlag 2016, 360 Seiten