Fulenbach-Murgenthal

Die Erneuerung der Aarebrücke kostet eine halbe Million Franken

Wird derzeit genau inspiziert: die Aarebrücke.

Wird derzeit genau inspiziert: die Aarebrücke.

Derzeit laufen Inspektionsarbeiten an der Aarebrücke Fulenbach-Murgenthal, um bald mit den Sanierungsarbeiten anfangen zu können. Die alte Brücke ist schon so etwas wie das Wahrzeichen der Einwohnergemeinde Fulenbach.

Die Aarebrücke verbindet Fulenbach auf dem Solothurner und Murgenthal auf dem Aargauer Aareufer seit 1863. Die eineinhalb Jahrhunderte sind dabei aber nicht spurlos an der Brücke vorbeigegangen und erforderten in der Vergangenheit immer wieder grössere Instandsetzungen wie beispielsweise 1984. Weil die Brücke nicht mehr die jüngste ist, müssen derartige Sanierungsarbeiten in einem regelmässigen Abstand getätigt werden.

Nun sind für dieses Jahr wieder grössere Arbeiten angesagt, wie einer Mitteilung auf dem News-Portal soaktuell zu entnehmen ist. Doch was genau ist der Gegenstand der Arbeiten? «Alle fünf Jahre wird eine Hauptinspektion durchgeführt. Dazu muss ein komplettes Arbeitsgerüst erstellt werden», sagt Simon Amsler, Leiter Kunstbauten des kantonalen Amts für Verkehr und Tiefbau auf Anfrage. Von innen wird die Brücke mit einer Hebebühne untersucht. Die wichtigsten Arbeiten werden an der Fahrbahn verrichtet. «Dabei werden die alten Bohlen durch neue Mehrschichtplatten ersetzt, da die Holzbohlen in einem schlechten Zustand sind, weil sich dort Feuchtigkeit festsetzt», sagt Amsler.

Bohlen sind die dicken Bretter der Fahrbahn, über welche die Fahrzeuge fahren. Feuchtigkeit gilt generell bei Holzbrücken und ähnlichen Konstruktionen als ungünstig, da sie Nährboden für holzfressende Pilze liefert. Obwohl sich die Fahrbahn einige Meter über dem Wasser befinden, können Fahrzeuge bei Regen Wasser auf die Fahrbahn schleppen. Bis Juni sollen die Inspektionsarbeiten dauern. Spätestens dann soll klar sein, welche baulichen Massnahmen umgesetzt werden. «Die Inspektionen gehen aber Hand in Hand mit den Bauarbeiten», sagt Amsler.

Mit den Untersuchungen an der Brücke wurde bereits Anfang dieses Monats begonnen, wobei der Fokus nicht nur auf den Holzbohlen beruht, sondern auch auf Schädlingsbefall. «Die Anobien waren immer wieder für Schäden am Holz verantwortlich, deshalb müssen wir festlegen, inwiefern wir das Holz ‹impfen›», klärt Amsler auf. Anobien ist die Bezeichnung für den Gemeinen Nagekäfer oder Holzwurm. Sie sind in ganz Europa verbreitet und richten an Holzkonstruktionen wie Brücken oder Möbeln grosse Schäden an. «Wir wissen, dass es da welche im Holz gibt, aber das genaue Ausmass der Schäden können wir erst nach der Inspektionsphase bestimmen», meint Amsler.

Was hingegen schon klar sein dürfte, ist, wann die Bohlen durch die Mehrschichtplatten ausgetauscht werden. «Ende September sollte dieser Teil der Arbeiten voraussichtlich durchgeführt werden, wobei die Brücke für zwei Wochen total gesperrt wird», sagt der Leiter Kunstbauten. Ende Oktober sollen die Sanierungsarbeiten an der alten Aarebrücke weitgehend abgeschlossen sein, wobei sich die Kosten auf rund eine halbe Million Franken belaufen. Allerdings muss nicht nur der Kanton Solothurn für die Kosten aufkommen, sondern auch der Kanton Aargau. Das Eigentumsrecht der Brücke entfällt auf beide Kantone. Dabei schaut der Kanton Solothurn zur Brücke, während sich der Kanton Aargau zu einem Drittel an den Kosten beteiligt. Das ganze Bauvorhaben wird vom Ingenieurbüro Fürst Laffranchi aus Aarwangen BE begleitet. Für die Arbeiten an den Holzbohlen ist die Firma Peter Studer AG aus Hägendorf zuständig.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1