Olten

Die Badi bleibt auch am Samstag zu – nur ein Testergebnis ist bisher negativ

Die Oltner Badi war am Freitag geschlossen wegen zwei Coronaverdachtsfällen beim Personal. Weil nur eines der beiden Testergebnisse vorliegt, wird die Badi auch am Samstag zu sein.

Am Freitagmorgen sind viele Schwimmerinnen und Schwimmer bei der Badi Olten vor einem geschlossenen Tor gestanden: Die Badi hat nämlich am Freitag geschlossen – wegen zwei Coronaverdachtsfällen beim Personal. Ein Anschlag beim Eingang weist darauf hin. "Das hat mir jetzt gleich den Tag kaputt gemacht", sagt eine Seniorin, die vor dem mit Gitter verschlossenen Eingang steht. Ein Herr nimmt die Sache gelassener und antwortet ihr: "Jetzt kannst du ja in die Aare schwimmen gehen." 

Schwimmbad Olten schliesst wegen Coronaverdacht

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Beim ersten Verdachtsfall hätten die Symptome wie trockener Husten und leichtes Fieber am Mittwoch eingesetzt, vom zweiten habe er am Freitagmorgen kurz vor der Eröffnung um halb sieben Uhr erfahren, sagt Chefbadmeister Thomas Müller auf Anfrage. «Aus Sicherheitsgründen habe ich dann entschieden, dass die Badi am Freitag geschlossen bleibt.» Eines der Testergebnisse lag bis am Freitagabend vor: Es war negativ. Das zweite Testergebnis stand noch aus. Trotzdem hat Müller am Freitagabend in Absprache mit Stadtschreiber Markus Dietler beschlossen, dass die Badi auch am Samstag zu bleibt. «Und das könnte auch am Sonntag so bleiben, wenn das zweite Testergebnis noch nicht vorliegt.»

Würde dieses positiv ausfallen, müsste das ganze Team wohl für zehn Tage in Quarantäne. Die Badi bliebe geschlossen, weil der Betrieb nicht aufrecht erhalten werden könnte. «Das bedeutete wohl oder übel das frühzeitige Saisonende», sagt Müller. Diesen Entscheid möchte er aber nicht alleine, sondern in Absprache mit der Stadtverwaltung fällen. Die Badi hätte noch bis Mitte September geöffnet.

Das Badi-Restaurant Palmaares ist allerdings weiterhin geöffnet. Betreiber Daniel Peyer sagt auf Anfrage, dass die beiden Teams miteinander nichts zu tun hätten. Das "Palmaares" bleibt bis zum Ende der regulären Badi-Saison geöffnet.

Das sagt der Kanton zum Vorfall

Beim Kanton heisst es auf Anfrage, dass es bei einem negativen Testergebnis möglich sei, die Badi morgen Samstag wieder zu öffnen. Sollte sich allerdings herausstellen, dass eine oder beide Verdachtsfälle mit entsprechenden Symptomen positiv auf COVID-19 getestet würden, werde das Contact Tracing-Team unverzüglich die Kontaktabklärungen durchführen. Dabei wird abgeklärt, ob es enge Kontakte zu den positiv getesteten Personen gegeben habe. Diese werden unter eine 10-tägige Quarantäne gestellt und könnten sich ab Tag 5 der Quarantäne ebenfalls testen lassen, schreibt Regierungssprecherin Andrea Affolter auf Anfrage.

Falls das Schutzkonzept mit Distanz- und Hygieneregeln eingehalten worden sei, müssten keine Besucher in Quarantäne. In Quarantäne gehen müssten nur Personen im privaten und beruflichen Umfeld, welche engen Kontakt mit den positiv getesteten Personen gehabt haben. «Das Contact Tracing-Team wird diese Fälle individuell abklären und nötigenfalls Quarantänemassnahmen anordnen», schreibt Affolter. Das heisst, es waren nicht von vornherein alle Badi-Besucher der vergangenen Tage von einer Quarantäne betroffen.

Trotz Corona bald bei 100'000er-Besuchermarke

Die Badesaison insgesamt fällt in den Augen Müllers erfreulich aus. "Wir haben trotz Corona eine vernünftige Zahl Eintritte erreicht." Man bewege sich auf die 100'000er-Marke zu. Gäbe es noch ein paar schöne Tage, würden man diese knacken. Wegen Corona hat die Badi rund einen Drittel weniger Eintritte verzeichnet als in normalen Jahren. Der Durchschnitt vergangener Saisons bewegt sich bei 150'000 bis 160'000 Badegästen.

Die Saison startete in diesem Jahr erst am 6. Juni. Damals noch mit 1000 Personen gleichzeitig, die sich auf der Anlage aufhalten durften. Ab 1. Juli wurde das Kontingent dann auf 3000 Personen auf einmal erhöht. Bei der 1000er-Grenze musste der Zutritt zur Badi einmal beschränkt werden, bei der 3000er-Grenze kam dies dann laut Müller nicht mehr vor. Am besten Tag dieser Saison zählte die Badi rund 3500 Eintritte. "Ohne Corona wäre dies ein Tag mit bis zu 5000 Leuten geworden", sagt Müller. Bei den Zwischenfällen verzeichnete das Personal "nichts Gravierendes", wie Müller sagt. Eine ausgekugelte Schulter oder eine allergische Reaktion auf einen Insektenstich seien das Schlimmste gewesen.

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