Olten
Das Problem der unbefriedigenden Verbindung der Stadtseiten bleibt

Das Oltner Gemeindeparlament erklärt das Postulat von Christoph Fink zur «idealen Stadtseitenverbindung für den Langsamverkehr» mit 20 zu 11 Stimmen nicht für erheblich.

Urs Huber
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Bruno Kissling

Christoph Fink (CVP) wollte mit seinem Postulat den Stadtrat beauftragen, den Neubau einer Unterführung der SBB-Gleise für Fussgänger und Velofahrer südlich der Überbauung Winkel zu prüfen. Eigentlich eine Steilvorlage zu einem Thema, welches in der Stadt schon seit Jahren brennt.

Aber: Das Parlament folgte dem Antrag des Stadtrates und erklärte das Postulat mit 20 zu 11 Stimmen bei 5 Enthaltungen für nicht erheblich. Offenbar macht sich rund um das Thema «ideale Stadtseitenverbindung für den Langsamverkehr» doch eine gewisse Ernüchterung breit.

Schreckten die 20 Millionen?

Mag sein, dass die Prognose des Stadtrates, die Realisierung einer solchen Verbindung in unmittelbarer Nähe zur Winkelunterführung würde mit 20 Millionen Franken zu Buche schlagen, im Parlament zuungunsten des Vorstosses durchschlug. So scheine sie auch wirtschaftlich nicht sinnvoll.

Aber: Es nützte auch nichts, dass Michael Neuenschwander (Grüne) ebendiese Kosten zu relativieren suchte. Er habe sich im Stadthaus erkundigt, worauf sich diese Kostenannahme denn stütze und darauf keine befriedigende Antwort bekommen. So habe er sich im Internet schlaugemacht und sei – unter Berücksichtigung erforderlicher Dimensionen der Unterführung – auf eine Summe von noch nicht mal einer halben Million gestossen. Die Kostenprognose des Stadtrates sei also mit höchster Vorsicht zu geniessen.

Neuenschwander bat sein Kollegium, nicht aus Furcht vor der Summe einzuknicken. Zudem mahnte er an, eine sichere Stadtseitenverbindung sei noch immer vonnöten. Der Vorstoss müsse zwingend überwiesen werden. Insofern bereite ihm Freude, sich mit Fink von der CVP auf derselben Achse, der Veloachse, wiederzufinden.

Nur neue Probleme

Am deutlichsten markierten SP/Junge SP ihre Skepsis zum Vorstoss Fink. Corina Bolliger (Junge SP) meinte, der Vorstoss bringe eigentlich nichts. «Denn auch damit ist die sichere Querung der Aarburgerstrasse noch nicht umgesetzt», wie sie erklärte. Es entstünden damit nur neue Problemfelder. Und auch Daniel Kissling (Olten jetzt!) sah im Vorstoss keinen Sinn.

Es war, als hätten sich die Worte von Stadtpräsident Martin Wey breitgemacht in den Köpfen, der in der stadträtlichen Botschaft erklärt hatte, ein Nachteil der Winkelunterführung sei «die derzeitige Nichtbefahrbarkeit der Unterführung mit dem Velo.»

Damit ist das Problem der unbefriedigenden Stadtseitenverbindung für den Langsamverkehr zwar nicht vom Tisch, aber doch ins zweite Glied zurückgetreten. Vielleicht ergibt sich bei einer Änderung der aktuellen Besitzverhältnisse eine Möglichkeit, die Unterführung für den Veloverkehr nutzbar zu machen.

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