Olten
Brüssel, Frieden und Terror obsiegen: Junger Zürcher gewinnt erster Teil der Slam-Trilogie

Der Zürcher Joel Perrin gewinnt die Auftaktveranstaltung zur 12. Slam-Trilogie «laut & deutlich» in der Schützi in Olten.

Rainer von Arx
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Zvg/Dieter Graf

Letzten Freitag startete die Oltner Poetry Slam Serie «laut & deutlich» des Vereines art i.g. in die zwölfte Saison und präsentierte vor voller Schützi ein vielseitiges Programm der Bühnenpoesie. Der Abend startete mit Liann, ein Münchner Musiker, welcher mit seiner Stimme und Gitarre die Schützi zum Start und während des Slams in seinen Bann zog. Die folgenden Poetinnen und Poeten konnten überzeugen und zeigten die ganze Breite des Formates Poetry Slam.

Die Organisatoren haben das Ziel erreicht, neue Poeten vorstellen zu können und präsentierten dabei auch einige weibliche Wortartistinnen, im Slam doch eher selten. So konnten ernste und unterhaltende Texte, Künstler zwischen 21 und 73 Jahren und eine grosse Bandbreite von Themen über Beziehungen, Politik, Gender und den Alltag gehört und beklatscht werden. Das Ruder der Moderation hielten die beiden Trimbacher Fabienne Käppeli und Kilian Ziegler humorvoll und dennoch souverän in der Hand.

Zum Auftakt eine 1.-August-Rede

Hans Jürg Zingg aus Hasle Rüegsau eröffnete mit einer 1.-August-Rede den Slam und war auch der älteste Teilnehmer im Feld. Die Lokalmatadorin Lisa Christ doppelte mit einem weiteren ernsten und emotionalen Text über «Mutter sein» nach und erhielt dafür hohe Punktwerte und grossen Applaus.

Zwei weitere Slams

Oltner Poetry-Slam Trilogie «laut & deutlich»

Bereits das 12. Mal messen sich Slam Poeten auf der Bühne in der Oltner Slam-Trilogie «Laut & Deutlich». Wer auf die Bühne will, meldet sich beim organisierenden Verein art i.g. via slam@artig.ch.

Die beiden weiteren Teile der Trilogie finden jeweils ab 20.30 Uhr in der Oltner Schützi statt. Und zwar am Freitag, 5. Januar 2018, und am Freitag, 2. März 2018. Weitere Infos und Tickets sind erhältlich unter www.artig.ch. (fmu)

Eher witzig ging es dann mit dem letztjährigen Gewinner Remo Zumstein und dem Thuner Remo Rickenbacher weiter, bevor Lillemor Kausch mit Goldgeschichten wiederum die ernste Seite des Slams zeigte. Das Publikum schätzte die berührende Auseinandersetzung über Rohstoffhandel sehr und würdigte ihren Beitrag mit grossem Beifall.

Der erste Poet nach der Pause, Joel Perrin aus Zürich, eben erst dem U20 Feld «entwachsen», blieb auf der kritischen Seite mit einem Text über Brüssel, Frieden, Terror und dem Ernstnehmen von Menschen. Mit der Wertung zog er als einziger Poet der zweiten Hälfte ins Finale ein.

Weder Karin Rey, Klaus Estermann (mit einem Wursttext) noch Sam Hofacher mit einer kritischen Betrachtung des Lehrerberufs konnten etwas an der Rangliste ändern. Der Sieg wurde zwischen Remo Zumstein, Lisa Christ und Joel Perrin ausgemacht.

Im Finale zogen Christ und Perrin das Publikum mehr in den Bann und Perrin konnte nach der letzten Applausabstimmung stolz Whisky und Pokal in die Höhe stemmen.

Die Veranstalter zeigten sich sehr erfreut, dass in Olten zwei berührende, ernste Poeten das Finale erreichten und dass Joel Perrin bereits am 5. Januar in der Schützi seine Punkte um den Trilogiesieg verteidigen und allenfalls erhöhen wird. Der Vorverkauf für den nächsten Slam ist bereits unter www.artig.ch möglich.

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