22 Tage – 175 000 US-Dollar. So lautete das Verdikt im letzten Dezember, nachdem die drei Gründer der Firma Sintratec GmbH nach dreijähriger Entwicklungsarbeit ihr Projekt auch finanziell anstossen wollten.

Der Lostorfer Joscha Zeltner ist Co-Gründer der Firma, gemeinsam mit Dominik Solenicki und Christian von Burg. Sintratec ist im Technopark in Brugg beheimatet.

«Eine optimale Lösung», nennt Zeltner den Standort. Denn auch andere Unternehmen im High-Tech-Bereich sind dort angesiedelt, was zu sinnvollen Synergien führe.

Und High-Tech ist das Produkt der drei Gründer allemal. Sie entwickelten einen 3-D-Drucker im Tiefpreissegment. Dabei wird ein spezielles Verfahren benutzt, das sogenannte Sintern. Bewegliche Spiegel lassen einen Laserstrahl punktgenau über eine Kunststoffpulverschicht laufen.

Dadurch verbindet sich das Pulver zur gewünschten Form. Danach wird eine neue Pulverschicht automatisch herangetragen und das Spiel geht wieder von vorne los. So wird das gewünschte Objekt Schicht für Schicht aufgebaut.

«Die Stabilität der Produkte ist sehr hoch», sagt Zeltner. Und man sei aufgrund des Verfahrens in der Lage, spezielle Formen herzustellen. Zum Beispiel lassen organische Figuren sich nur mit diesem Verfahren gestalten.

Crowdfunding sinnvoll

Die Finanzierung über Crowdfunding sei für sie die bestmögliche Lösung gewesen. So mussten sie vorerst keine Kooperationen eingehen, die ihre Unabhängigkeit gefährdet hätte.

Die Gründer waren aber nicht auf den Goodwill von Spendern angewiesen, welche das Projekt einfach so unterstützten. Sie nutzten die Plattform, um einen Vorverkauf ihres Produktes zu starten. So haben die 71 Leute, die ihrem Unternehmen Starthilfe leisteten, einen direkten Output in Form eines Druckers.

«Das Ziel war es möglichst bald mit einem Produkt den Markt zu testen», sagt Zeltner. So haben sich die Gründer entschieden, dass sie nicht noch ein Jahr weiter das Produkt entwickeln, sondern dass sie die ersten Drucker im Baukastenprinzip verkaufen.

Nachdem vor zwei Monaten die erste Version der Drucker an die Kunden geliefert wurde, geht es laut Zeltner nun darum, das Produkt weiterzuentwickeln.

«In der zweiten Phase produzieren wir nun fertige Drucker. Das Zielpublikum sind dabei KMU, welche den Drucker brauchen, um funktionale Prototypen herzustellen», erklärt Zeltner. Die zweite Version ist bereits auf einem höheren technologischen Stand als die Baukastensysteme.

«Da wir den Drucker modular aufgebaut haben, können wir die einzelnen Module separat weiterentwickeln», weiss Zeltner. So ist es auch möglich, dass sie mit ihrem kleinen Team den Drucker ständig verbessern können.

Momentan liege der Zyklus für eine Entwicklungsstufe bei dreiviertel Jahren, diese Zeitspanne möchten sie beibehalten, um ständig Produkte zu bieten, welche auf dem neusten Stand der Technik sind.

Wie weiter?

Daneben geht es nun darum, die Finanzierung sicherzustellen. «Im Vergleich zu Amerika fliesst in der Schweiz sehr wenig Geld für Startups», sagt Zeltner.

Die Preise von Institutionen seien zwar sehr wertvoll, aber meist mit etlichen Vorträgen und Schulungen verbunden, die zum Teil an den Bedürfnissen der Start-ups vorbeizielen, auch wenn sie gut gemeint seien.

Momentan sind die Gründer in der Umwandlungsphase von einer GmbH in eine AG. Warum? «Um Anteile zu verkaufen, müssen wir eine AG sein», erklärt Zeltner. Das sei nun auch das Ziel.