Olten

2-Stunden-Lauf findet «dezentral» statt: Jeder läuft für sich statt in der Masse

In diesem Jahr gibt es wegen Corona keinen Massenstart in der Kirchgasse, wie dies in den vergangenen Jahren der Fall war.

In diesem Jahr gibt es wegen Corona keinen Massenstart in der Kirchgasse, wie dies in den vergangenen Jahren der Fall war.

Wegen Corona wird der Oltner 2-Stunden-Lauf in diesem Jahr dezentral durchgeführt – ein Vorstandsmitglied hat eine App dafür entwickelt.

In einem Monat am 19. September hätte der 2-Stunden-Lauf in der Oltner Innenstadt stattgefunden. Hätte. Nun wird der Charity-Lauf nicht vor Ort als Rundkurs durchgeführt, sondern dezentral: Man mache den Lauf coronasicher, sagte Leiter Klaus Kaiser Anfang Juli gegenüber dieser Zeitung. Zwar war auch eine Absage des Sponsorenlaufs ein Thema, sagt Kaiser auf Anfrage. Doch schnell war dem Vorstand klar, dass es gerade in schwierigen Zeiten wie diesen einen solchen Sponsorenlauf braucht. «Solidarität ist gerade jetzt besonders wichtig», schreiben die Organisatoren in einer Mitteilung.

Die 33. Ausgabe des Charity-Laufs sieht in diesem Jahr daher etwas anders aus: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können zwar weiterhin ihre Kilometer abspulen. Dies kann aber irgendwo auf der Welt sein – und zudem in einem grösseren Zeitfenster: Statt genau am Samstag um 15 Uhr für zwei Stunden kann man seine Strecke nun zwischen Freitag, 18. September, ab 18 Uhr bis Montag, 21. September, bis 20 Uhr laufen. Die Startzeit wird flexibilisiert, damit auch Vereine und Schulen mitmachen können. «So kann jeder seine Lieblingsstrecke rennen», sagt Kaiser. Die Vorbehalte, nicht mitzumachen, weil auf Asphalt gejoggt werden muss, fallen nun weg. In der Oltner Kirchgasse wird es denn auch am Samstag, 19. September, keinen Anlass geben.

Damit der dezentrale 2-Stunden-Lauf überhaupt möglich wird, hat Vorstandsmitglied und IT-Unternehmer Tobias Oetiker eine neue App entwickelt und die Website aktualisiert. Bisher hat er rund 100 Stunden in das Freiwilligenprojekt investiert. «In den nächsten Tagen werde ich noch weitere Funktionen einbauen», sagt er.

Wer beim diesjährigen 2-Stunden-Lauf dabei sein will, muss sich wie bisher auf der Website www.o2h.ch mit seinen Angaben anmelden. Danach lädt er die neue App namens TrackTok beim Google- oder Apple-Store herunter und überträgt den angezeigten Code in die Anmeldedaten. Bevor man zu laufen beginnt, wird die App auf dem Handy gestartet – so zeichnet diese automatisch die Streckenlänge auf und teilt einem mit, wenn die zwei Stunden um sind. Die Resultate der einzelnen Läuferinnen und Läufer werden während des Laufes ständig auf der Website aktualisiert. Wer kein Handy besitzt oder ohne App-Anmeldung mitmachen will, kann dies ebenfalls tun und die gelaufene Distanz selbst erfassen. Allerdings wird dies auf der Resultatliste so vermerkt.

Seit Sonntag ist das Anmeldungstool online: Bis gestern Mittag haben sich 18 Personen angemeldet. In den vergangenen Jahren waren gab es zwischen 500 und 600 Teilnehmer. Klaus Kaiser: «Wir haben diesmal keine Erwartungshaltung, wie viele mitmachen werden.» Da der 2-Stunden-Lauf unter dem Patronat des Oltner Kiwanis Clubs steht, will er sämtliche Schweizer Ableger der Serviceklubs und deren Mitglieder motivieren, beim Oltner Charity-Lauf mitzumachen. «Es geht um Solidarität und nicht primär um die sportliche Leistung.»

Wie bis anhin ist es auch möglich, als Gruppe beim Sponsorenlauf teilzunehmen und so einen Drittel des erlaufenen Geldes in die eigene Kasse zu wirtschaften. «Das könnte interessant für Vereine sein, die wegen ausgefallener Veranstaltungen auf Einnahmen verzichten müssen», sagt Oetiker. Wegen der Coronakrise wurden viele Grossveranstaltungen wie die Oltner Chilbi oder die Messe in Olten abgesagt.

Mit dem neuen System werden auch die Sponsoren nochmals explizit per E-Mail nachgefragt, ob sie einen Teilnehmer unterstützen wollen. Der vom Teilnehmer eingetragene Betrag kann auch noch bis vor dem Lauf abgeändert werden. Weil in diesem Jahr kein physischer Lauf durchgeführt wird, entfällt zudem das Startgeld in Höhe von 10 Franken. Wie bisher werden auch in diesem Jahr zwei Projekte – ein lokales und ein internationales – unterstützt (siehe Box).

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