Lüterswil
Nüsse standen im Mittelpunkt

Am Wochenende fand in Lüterswil das Ölifest statt. Vor zwei Jahren hatte sich der Vorstand für dessen Durchführung nur noch jedes zweite Jahr, dafür zweitägig, entschieden.

Anne-Regula Keller
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Nüsse standen im Mittelpunkt

Nüsse standen im Mittelpunkt

Solothurner Zeitung

In seinem 22. Jahr fand das Ölifest – traditionell am Betttagswochenende und zum zweiten Mal zweitägig– statt. Aus rechtlicher Sicht ist dies kein Problem, denn das Areal der historischen Ölmühle liegt zum Teil auf Berner Boden, wo Feste auch an diesem Feiertag erlaubt sind. Zudem ist das Ölifest, an dem sich jeweils die Mitglieder des Trägervereins und zahlreiche Gäste weit über die Region

Über 500 Mitglieder

Der Trägerverein für das «lebendige Museum Grabenöle» hat seinen Mitgliederbestand von 474 auf 504 Mitglieder gesteigert. Auch die Zahl der Führungen nahm nochmals zu. Viele Besucher treten dem Öliverein Lüterswil spontan bei und bleiben dann - selbst wenn sie im Tessin oder in Stockholm leben. Im Betriebsjahr 2009/2010 pressten die freiwilligen Ölerinnen und Öler 2,8 Tonnen Nusskerne, was fast 1300 Liter Öl ergab. 500 Kilo Kerne kaufte der Verein, um Besuchern Öl verkaufen zu können - einen Deziliter bekommen die anwesenden GV-Mitglieder jeweils als «Dividende». Im Gegensatz zu 2009 führte der Zulieferkanal genügend Wasser. 2011 soll die Website www.grabenoele.ch endlich erneuert werden. Am 6. November 2010 findet die traditionelle Öliputzete statt, an der das Museum eingewintert und die Umgebung gepflegt wird. (ark)

Vorführung für Interessierte

Hatte Hausherr Urs Schiess an der GV des Trägervereins (siehe Text unten) vorher im Betriebsbericht 2010 noch erwähnt, der kleine Mühlekanal habe diesmal immer genügend Wasser aufs Wasserrad geleitet, hatten die diensthabenden Ölerinnen – Annette und Lena Schiess – ausgerechnet am Ölifest deswegen Probleme. Das Rad stand immer wieder kurz still oder lieferte nur genügend Kraft entweder für den Kollergang, der die Nusskerne zu Brei zerquetscht, oder für das Schlagwerk, in dem das Öl aus dem warmen Nussbrei gepresst wird. Immerhin konnte das über 400-jährige Holzräderwerk der Öle neuen Besuchern den ganzen Tag durch vorführen, wie aus Baumnüssen Öl und Nussmehl entstehen.

Trotz dem schönen, aber kühlen Wetter sassen am Samstag an den Tischen im Freien meist nur die Raucher für längere Zeit draussen. Besonders, als ab 17 Uhr die neunköpfige Langenthaler Formation «bere si tutun» mit ihrer rassigen Zigeunermusik aus Rumänien– zwei Geigen, sechs Bläser und ein Schlagzeug – in mehreren Konzertblöcken ins rauchfreie Zelt lockte. Der Bettag begann mit dem Gottesdienst im Zelt. Der Gemischte Chor Rüti zeigte später draussen auf der Wiese mit Volksliedern, einem Gospel und einem Operettenstück sein breites Repertoire. Am Nachmittag herrscht intensives Festtreiben mit allerlei Nussspielen für Gross und Klein, die Geschicklichkeit, Treffsicherheit oder Reaktion verlangten.

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