Schönenwerd
«Zukunftskonferenz Schönenwerd 2040» – Eine Dingelbahn gegen die Verkehrsflut

Der Startschuss zur Zukunftsplanung ist gefallen.

Verena Fallegger
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Aus der Vogelperspektive gezeichneter Zukunftsplan mit der Dingelbahn.

Aus der Vogelperspektive gezeichneter Zukunftsplan mit der Dingelbahn.

Verena Fallegger

Für wen war die Spannung wohl grösser – für die Veranstalter oder die Teilnehmenden? Was wurde von beiden Seiten erwartet? Am vergangenen Freitagabend und Samstagmorgen fand im Casino die «Zukunftskonferenz Schönenwerd 2040» statt. Bereits am Freitag konnten die Moderatoren Selina Bleuel und Thomas Ledermann der BSB + Partner aus Oensingen eine stattliche Anzahl Interessierter begrüssen.

Die etwa 70 Anwesenden durften sich mit den Schwächen und Stärken der Gemeinde auseinandersetzen. Damit wurde der Grundstein für den Folgetag zur Aufarbeitung und Detailberatung gelegt.

Das Wir-Gefühl stärken

Der eine Flipchart wurde aus der Vogelperspektive präsentiert; nach dem Motto «nichts ist unmöglich». Es zeigt ein Dorf mit reduziertem Verkehr. Die Drehscheibe befindet sich am Bahnhof mit einem Parkhaus und wird ein Ort des Treffens mit einem Riverside-Kaffee an der Aare.

Die Idee, mit einer in den Ortsfarben rot-weiss-schwarz gehaltenen Elektro-Dingelbahn den Verkehr zu reduzieren, ist nicht utopisch, sondern durchaus denkbar. Sie soll die Quartiere miteinander verbinden.

Was diese Gruppe vorgeschlagen hat, kam bei allen anderen Gruppierungen immer wieder zum Vorschein und der Tenor glich sich immer wieder an.

Das «Wir-Gefühl» wurde ebenfalls angesprochen. «Wir wollen zusammen leben und erleben. Wir – wir sind Schönenwerd.» Hier lag die Betonung auf dem alten Zopf: «Feld-Dorf-Holz». Diese Unterteilung der Gemeinde soll überdacht werden.

Mit der Idee von Stufenschulhäusern könne doch ein Anfang gemacht werden. Zusammenlegen von Kindergarten, Primarschule und Oberstufe in je einem Schulhaus. Hier würden sich die Schüler aus den Ortsteilen kennenlernen und somit das Wir-Gefühl ebenfalls steigern.

Auffällig: Immer wieder ergaben sich dieselben Überschneidungen der Anliegen. Mit den erarbeiteten Leitsätzen will man nun die Gemeinde Schönenwerd für das Jahr 2040 lebenswert erhalten und gestalten.

Die letzte Aufgabe an diesem Meeting hiess: «Handlungsfelder mit definierten Zielen». Damit die beauftragte Firma und die Arbeitsgruppe der Gemeinde ein Leitbild erstellen können, wurde zusammengefasst. Es ging um Identität, Attraktion, Dorfkern und Ort der Begegnung, Verkehr, Wohnen mit Qualität, Verdichtung, Erhaltung von Industriebauten, das Gewerbe und zu guter Letzt: Bildung, Kultur, Finanzen und Naherholung.

Startschuss gefallen

Die erarbeiteten Resultate können sich zeigen lassen und der Startschuss für das Leitbild «Schönenwerd 2040» ist gefallen. Das Team der BSB Oensingen wird im Herbst zusammen mit der Arbeitsgruppe der Gemeinde ein Leitbild vorlegen.

Anfangs 2018 wird eine weitere Erlebniskonferenz Schönenwerd 2040 einberufen. Die Absegnung des Leitbildes wird dann behördenverbindlich sein. Ein Rattenschwanz folgt danach mit den Angleichungen von Reglementen und vielem mehr.

In den Teams wurde am Samstag konkreter gearbeitet und es dreht sich alles um die Zukunft des Dorfes. Themen: Attraktivität des Ortes für Alt und Jung, das Dorfbild, das Problem Verkehr und der öV, Gewerbe, Verdichtung der Wohn- und Grünzonen, die Lebensqualität, Traditionsanlässe, Kultur, Bildung, Image, Finanzen und mehr.

Gemeindepräsident Peter Hodel zeigte sich erfreut über die vielen angeregten Gespräche und Beurteilungen: «Es wurden keine utopischen Vorschläge gemacht. Wie es scheint, sind die Schönenwerder bodenständig Leute.»