Wisen
Unbekannter fährt mit Auto auf Feld herum – Bauer vermutet «jugendlichen Leichtsinn»

Ein Autolenker hinterliess auf einem Weizenfeld zwischen Wisen und Zeglingen wüste Reifenspuren. Bauer Stefan Kunz hat eine Anzeige gemacht. Er glaubt nicht an eine böswillige Absicht.

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Bauer Stefan Kunz ist verärgert über den Vorfall.

Bauer Stefan Kunz ist verärgert über den Vorfall.

Bruno Kissling

Auf einem Weizenfeld zwischen Wisen und Zeglingen ist es in der Nacht vom 1. auf den 2. Januar zu einem Vorfall gekommen, welcher beim Bauern für grosse Verärgerung sorgte. Ein Autolenker hat das Feld mit seinem Fahrzeug befahren. Seine Reifen haben dabei im weichen Untergrund kreisartige Spuren hinterlassen und die angepflanzten Weizensamen freigelegt.

Stefan Kunz, der Bauer, dem das Feld gehört, drückte seine Empörung am anderen Morgen auf Facebook aus und rief dazu auf, ihm mitzuteilen, falls man sachdienliche Hinweise zu dem Vorfall hätte.

Der Facebook-Beitrag von Bauer Stefan Kunz

Der Facebook-Beitrag von Bauer Stefan Kunz

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Viele Nutzerinnen und Nutzer rieten ihm zur Anzeige bei der Polizei, die er schliesslich auch aufgab. Telefonisch teilte ihm ein Beamter aber mit, dass sie ihm wegen eines solchen Vorfalls keine Patrouille vorbeischicken möchten und dass er der Polizei seine Anzeige online zustellen solle.

Davon erzählte Kunz auch den Reportern von TeleM1, welche kurz darauf einen Bericht über ihn und sein Feld filmten.

Diese Medienaufmerksamkeit habe die Polizei möglicherweise geweckt, wagt der Bauer auf Nachfrage dieser Zeitung die Vermutung. Mittlerweile seien nämlich zwei Polizisten vorbeigekommen und hätten sich entschuldigt, seine Aussage aufgenommen und sich das Feld angeschaut. Für Kunz ist das eine Erleichterung. Die Chancen, dass der Täter oder die Täterin ausfindig gemacht werden könne, sei nach wie vor gering. Er fühle sich durch den Besuch der Polizei aber zumindest ernstgenommen.

«Jugendlicher Leichtsinn» vermutet

Der Bauer geht nicht davon aus, dass der Autolenker böswillige Absichten hatte. Es sei wahrscheinlich eher Übermut gewesen und die Tatsache, dass es ihm coronabedingt an abendlicher Beschäftigung gemangelt habe. «Jugendlicher Leichtsinn eben», schliesst er.

Den entstandenen Schaden macht dies aber auch nicht besser. «Ich frage mich, wie die sich fühlen würden, wenn ich das in ihrem Garten machen würde», meint Kunz und bedauert, dass es heutzutage immer mehr an Respekt vor fremdem Eigentum zu mangeln scheint. Der Bauer wird an den beschädigten Stellen wahrscheinlich nachsähen müssen.

Was genau er machen würde, wenn der oder die Schuldige sich bei ihm melden würden, weiss der Bauer nicht. Falls er oder sie jedoch bereit wäre für den Schaden aufzukommen, wäre er auch gewillt die Anzeige zurückzuziehen.

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