Idee aus US-Filmen
Abschlussklasse sammelt Geld für eine Reise ins Tessin und hilft damit gleichzeitig anderen

Drei Schülerinnen aus Trimbach erzählen, wie sie die Klassenkasse aufbessern wollen und mit Dienstleistungen die Menschen aus ihrem Dorf unterstützen wollen.

Cyrill Pürro
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Monique Pisotto, Lee-Anne Post und Nadja Shatrolli (v.l.) lancierten das Projekt, um ihre Klassenkasse aufzubessern.

Monique Pisotto, Lee-Anne Post und Nadja Shatrolli (v.l.) lancierten das Projekt, um ihre Klassenkasse aufzubessern.

Bruno Kissling

Nachmittag im Schulhaus Gerbrunnen: Die Schülerinnen und Schüler der 9.Klasse Sek E 3a geniessen gerade ihre Pause. Trotz dickem Nebel, der über dem Pausenhof hängt, stehen die drei Initiantinnen eines neuen Schulprojektes gut gelaunt am Eingang des Schulhauses. Sie freuen sich. Denn diesen Monat startet ihre langersehnte und geplante Umsetzung einer Idee: Es geht um nichts weniger als die Finanzierung einer Abschlussreise ins Tessin.

Highschool-Filme aus Amerika als Vorbild

Lee-Anne Post (14), Monique Pisotto (16) und Nadja Shatrolli (15) wollen die Klassenkasse ihrer 31-köpfigen Schulklasse aufbessern. Es handelt sich dabei aber nicht um bekannte Formen um Geld zu sammeln – wie beispielsweise mit dem Verkauf von Leckereien an einem Kuchenstand.

«Klar machen wir auch von dieser Methode Gebrauch und stellen demnächst einen Kuchenstand auf. Das soll aber nicht dominieren»,

erklärt die Schülerin Lee-Anne Post. Viel mehr wollen sie diverse Dienstleistungen anbieten, die den Menschen den Alltag erleichtern sollen.

Wie Post erklärt, schleppten die drei Schülerinnen die Idee schon sehr lange mit sich herum. Angefangen hat die Sammelaktion zu Beginn des Schuljahres. «Im August haben wir damit angefangen, wöchentlich von jeder Schülerin und jedem Schüler aus unserer Klasse zwei Franken einzusammeln», so Nadja Shatrolli. Die drei machten ihrer Klasse klar, dass sie so an einer unvergesslichen, gemeinsamen Reise teilnehmen könnten.

Zusätzlich zum Einsammeln in der Klasse wollten die Schülerinnen ein Projekt starten, welches auch ein bisschen Mühe und Anstrengung erfordert.

«Mit dem Projekt können wir Geld für unsere Abschlussreise verdienen und gleichzeitig etwas für andere Menschen tun»,

sagt die Dritte im Bunde, Monique Pisotto. Der gemeinnützige Aspekt dahinter sei ihnen enorm wichtig. «Es war uns bei der Planung wichtig, dass wir den Menschen Dienstleistungen anbieten, die wir ohne Ausbildung oder spezielle Kenntnisse ausführen können», erklärt Post weiter. Schliesslich müssen sie die Arbeiten selbstständig verrichten können und nicht auf andere angewiesen sein.

Vom Gassigehen mit Hunden bis hin zum Erledigen von Einkäufen soll alles dabei sein. «Wir würden aber gerne auch im Garten helfen», sagt Post. Gleichzeitig seien sie auch offen für Vorschläge von ihren Mitschülerinnen und Mitschülern, denn das Angebot soll flexibel bleiben. Die Idee kam den dreien übers Fernsehen; von US-amerikanischen Highschool-Filmen. «Wir sahen dort, dass man auf diese Weise Geld verdienen kann», erklären die Schülerinnen. Sie wollen die Beträge für ihre Dienstleistungen nicht festlegen. «Darüber können die Leute selbst entscheiden.»

Klassenlehrer von Engagement begeistert

Der Klassenlehrer Cédric Progin sei von Anfang an vom Engagement der jungen Schülerinnen begeistert gewesen.

«Ich finde es schön, wie sich meine Schülerinnen für eine gemeinsame Sache einsetzen»,

sagt Progin auf Anfrage. Die drei Schülerinnen hoffen auf eine rege Teilnahme ihrer Kameradinnen und Kameraden sowie auf eine «unvergessliche» Abschlussreise ins Tessin. Die Aktion der Klasse läuft noch bis zum 16. Januar 2022. Einzugsgebiet sind Trimbach und die umliegendem Dörfer. Oder wie Nadja Shatrolli sagt: «Überall wo die Buslinien hinreichen.»

Hinweis: Die Klasse nimmt Anfragen und Vorschläge per E-Mail unter cedric.progin@schuletrimbach.ch entgegen. Für die Dienstleistungen können die Jugendlichen jeweils Mittwochs von 14 bis 17 Uhr und Samstags von 9 bis 17 Uhr engagiert werden.

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