Starrkirch-Wil
Noch ist keine Lösung in Sicht: Post-Kundschaft muss auf andere Gemeinden ausweichen

Seit mehr als drei Monaten ist Starrkirch-Wil ohne Poststelle. Wie gehts weiter? Noch liegt keine Lösung parat.

Noël Binetti
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Noch ist offen, ob in der ehemaligen Bäckerei wieder die Post abgeht.

Noch ist offen, ob in der ehemaligen Bäckerei wieder die Post abgeht.

Bruno Kissling (Archiv)

Im letzten Dezember schloss die Bäckerei «Zum Brothüsli» in Starrkirch-Wil ihre Türen. Im «Brothüsli» war auch eine Postagentur untergebracht: die Kundschaft konnte Pakete aufgeben, avisierte Sendungen abholen, Rechnungen bezahlen oder Geld abheben. Seit über drei Monaten ist dies nicht mehr möglich und die Kundinnen und Kunden der Post müssen auf die Poststellen in Dulliken oder Olten ausweichen.

Gemeinde übt keinen Druck aus

Eine Nachfrage bei der Gemeinde zeigt: Bis jetzt wurde noch keine Anschlusslösung gefunden. Mit dem Istzustand sei man allerdings nicht glücklich:

«Wir hoffen, dass am bisherigen Standort an der Dorfstrasse wieder ein solches Angebot realisiert werden kann»,

sagt Beat Gradwohl. Der Gemeindeschreiber ergänzt: «Die Gemeinde übt aber keinen Druck auf die Post aus. Sie will allfälligen Verhandlungen zwischen Post, Hausbesitzer und einem allfälligen Nachmieter in den Geschäftsräumen genügend Zeit einräumen.»

Die Schliessung der Bäckerei kam für die Gemeinde überraschend. Damals war noch die Rede vom Modell «Hausservice», das die Post anbietet. Dabei können Geschäfte mit den Postboten direkt an der Haustüre erledigt werden. Allerdings in kleinerem Umfang als in einer Agentur. «Diese Lösung möchte die Gemeinde vermeiden», sagt Gradwohl darauf angesprochen. «Sie käme nur zum Zug, wenn sich gar keine andere Möglichkeit findet.» Auch die Idee der Integration einer Postagentur in die Gemeindeverwaltung wurde verworfen:

«Dazu haben wir nicht die nötigen Kapazitäten und zu kurze Öffnungszeiten»,

sagt Gradwohl.

Die Post führt Verhandlungen

Damit eine Filiale mit Partner betrieben werden kann, gelten vonseiten der Post AG folgende Bedingungen an die Betreiber: «Eine eingetragene juristische Person mit fünf Tagen Öffnungszeit an mindestens 30 Stunden pro Woche.» Zudem brauche es ein Partnersortiment, welches mit dem Postangebot kompatibel sei. Die Postdienstleistungen müssen für den Partner ein zweites, ergänzendes Standbein sein und dürfen nicht ein fehlendes Hauptgeschäft ersetzen.

Markus Flückiger, Mediensprecher der Post, schreibt auf Anfrage: «Die Post führt Abklärungen und Gespräche für eine Nachfolgelösung. Sobald Entscheide gefallen sind, informiert die Post die Bevölkerung.» Ob an der Dorfstrasse bald wieder die Post abgeht, bleibt also vorerst unklar.