Erlinsbach

Platz für 60 Bewohner schaffen: Das Alterszentrum Mühlefeld plant ein Erweiterungs- und Sanierungsvorhaben

Das Alterszentrum Mühlefeld in Erlinsbach plant eine Aufstockung seiner bestehenden Gebäude.

Das Alterszentrum Mühlefeld in Erlinsbach plant eine Aufstockung seiner bestehenden Gebäude.

Gut 40 Interessierte, die sich vorher anmelden mussten, nahmen am Mittwochabend an der coronakonform durchgeführten Infoveranstaltung bezüglich Erweiterungsprojekt Alterszentrum Mühlefeld (AZM) in der Kretzhalle in Erlinsbach AG teil.

Worum geht es genau? Laut Madeleine Neumann, Gemeindepräsidentin von Erlinsbach SO, steht das Alterszentrum Mühlefeld in Erlinsbach SO im 29. Betriebsjahr. «Die Absicht ist, das AZM auf den Stand der heutigen Anforderungen und Bedürfnisse zu bringen.» Wie die Präsidentin des Trägervereins AZM, Regina Wildi, ausführte, wolle man zwecks Werterhaltung die Infrastruktur «für einen zeitgemässen Betrieb» – inklusive Angebot – modernisieren.

Insbesondere bestehe hoher Handlungsdruck wegen des veralteten baulichen Zustandes der Gebäudehülle sowie der Haustechnik. Auch entsprechen die Raum- und Platzverhältnisse nicht den heutigen Anforderungen; die Anzahl Betten wurde bereits zu Lasten jeglicher Nebenräume von ursprünglich 46 auf heute 56 erhöht. Ferner sei die Wirtschaftlichkeit gefährdet wegen Auflagen sowie der Reduktion des Angebotes aufgrund von fehlenden Räumen. Die Prozesse seien ineffizient, die Qualitäts- und Komfortansprüche nicht mehr angemessen, auch weisen die Aktivierungsräume im Untergeschoss kein Tageslicht auf.

Aufstocken und mehr Platz schaffen

Neu möchten die Verantwortlichen laut Wildi das Angebot erweitern, indem das Gebäude eine Aufstockung erfahren und gesamthaft für 60 Bewohnerinnen und Bewohner Platz bieten soll. Mit der Sanierung werden zudem alle Bewohnerzimmer den heutigen Qualitäts- und Komfortanforderungen angepasst; teilweise fehlen in den kleineren Räumen eigene Nasszellen. Die Gebäudehülle erfährt eine energetische Sanierung, und die Baute soll zudem erdbebensicher gemacht werden. Zudem werden die Elektro-, Kälte-, Lüftungs-, Heizungs- und Sanitäranlagen sowie die Bodenbeläge, die Schliess- sowie die Alarmanlage erneuert.

Das gesamte Projektvolumen beläuft sich voraussichtlich auf rund zwölf Millionen Franken inklusive Kosten für Provisorien und den Umzug. Für die Aufstockung sind rund fünf Millionen Franken geplant, rund drei Millionen Franken möchten die Verantwortlichen in die Anpassungen und Erneuerungen der Räumlichkeiten investieren, und weitere rund drei Millionen Franken sind für die Sanierung der Gebäudetechnik inklusive Lift vorgesehen. Eine weitere Million wird für die Provisorien, den Umzug und voraussichtliche Ertragsausfälle eingeplant.

Zunächst steht der Projektierungskredit an

Doch zunächst muss über den Projektierungskredit befunden werden. Dieser wird mit 410'000 Franken veranschlagt und muss von den Trägerschaften (Verein AZM sowie den Einwohnergemeinden Erlinsbach AG und Erlinsbach SO, denen das Gebäude gehört) gesprochen werden; die beiden Einwohnergemeinden müssen über ihre Anteile (Erlinsbach AG: 148'500 Franken und Erlinsbach SO: 121'500 Franken, gemäss Einwohnerschlüssel) an den jeweils nächsten Gemeindeversammlungen befinden (Erlinsbach AG am Freitag, 20.  November und Erlinsbach SO am Montag, 23. November). Der Verein AZM steuert die restlichen 140'000 Franken bei.

Nimmt der Projektierungskredit die Abstimmungshürden, kann mit der Planung der Sanierung und Aufstockung begonnen werden, welche ungefähr – laut Neumann – ein Jahr in Anspruch nehmen soll. Aus der Fragerunde ergab sich ferner, dass das Bauvorhaben in Etappen vorgesehen ist und gegebenenfalls gemäss Heimleiter Mirko Rauch auch eine externe Unterbringung der Pensionäre während der Umbauphasen ins Auge gefasst wird. Auch wird eine Fotovoltaikanlage eingeplant, und die vorgesehenen 60 Betten würden einen wirtschaftlichen Betrieb garantieren, meinte Wildi, wobei ein ambulantes Angebot, etwa mit Tagesgästen, vorläufig nicht vorgesehen sei.

Am Schluss der Veranstaltung appellierte Monika Schenker, Gemeindepräsidentin von Erlinsbach AG, mit Herzblut an die Souveräne beider Gemeinden, den Projektierungskrediten und später dem Aus- und Umbau zuzustimmen. «Unsere älteren Mitbürger haben in der Schlussphase ihres Lebens etwas Anständiges und Würdevolles verdient», meinte sie zu den Anwesenden.

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