Pastoralraum Olten
Auf Verteilschlüssel geeinigt und Nachfolge geregelt

Der abtretende Kirchgemeinderatspräsident Trimbachs, John Steggerda, über seine Arbeit für die Kirchgemeinden und die Erzielung einer finanziellen Einigung.

Noël Binetti
Drucken
Teilen
Es wurde über den Pastoralraum Olten diskutiert.

Es wurde über den Pastoralraum Olten diskutiert.

Patrick Lüthy (Archiv)
«Nichts weniger als die Zukunft des Pastoralraums Olten stand zur Diskussion»,

schreibt die Kirchgemeinde der römisch-katholischen Kirchgemeinde Trimbach-Wisen in einer Mitteilung zu ihrer kürzlich abgehaltenen Gemeindeversammlung. Ein neuer Zusammenarbeitsvertrag für den Weiterbestand des Pastoralraums war traktandiert, die Rechnung für das Jahr 2020 sowie die Verabschiedung des abtretenden Präsidenten des Kirchgemeinderates, John Steggerda.

In seiner letzten Kirchgemeindeversammlung als Präsident habe John Steggerda in der Mauritiuskirche «eine gut gelaunte Versammlung mit einigen Gästen begrüssen» dürfen, heisst es im Bericht. Doch was hat es mit dem Pathos im Einstiegssatz auf sich und ist die Rettung des Pastoralraumes gelungen? Vier Gemeinden, ein Pastoralraum Auf Anfrage erklärt Steggerda: «Bei der Errichtung des Pastoralraumes war ich eine tragende Kraft.» Dazu gehören die Kirchgemeinden Wisen, Ifenthal-Hauenstein, Trimbach und Olten. Früher regelte ein Vertrag unter den Kirchgemeinden deren Finanzierung einzig über eine Pro-Kopf-Abgabe.

Finanzierung sorgte für Uneinigkeit

Diese Art und Weise der Finanzierung bildete zunehmend einen Stein des Anstosses. Nicht zuletzt, da Olten steuertechnisch anders aufgestellt ist als die anderen Kirchgemeinden. Lange gelang keine Änderung, schliesslich wurde der Vertrag aus finanziellen Überlegungen gekündigt. Nun gestaltete eine Arbeitsgruppe einen neuen Verteilschlüssel. «Dazu haben viele Personen beigetragen», so Steggerda. Neu wird 20 Prozent des Pastorlraumbudgets Pro-Kopf und 80 Prozent gemäss der Steuerpflicht der betreffenden römisch-katholischen Kirchgemeinden errechnet. Damit gelang ein Durchbruch.

John Steggerda ist seit 2013 Kirchgemeindepräsident. «Besonders die Anfangszeit war sehr intensiv», sagt er. «Ich hatte zu Beginn viele operative Aufgaben inne.» Danach war er auf Geheiss des Bischoffs an der Errichtung des neuen Pastoralraumes Olten beteiligt und ihm gelang die Fusion der Kirchgemeinden Wisen und Trimbach.

«Unter den verschiedenen Kirchgemeinden wurde lange zu wenig lösungsorientiert zusammengearbeitet»,

erinnert sich Steggerda. Alle hätten zuerst vor allem für sich selbst geschaut, die Arbeit in Olten erwies sich als konfliktbeladen. «Die Aufarbeitung der bekannten Missbrauchsgeschichte war für mich zudem eine emotional schwierige Phase», so Steggerda.

Die Zusammenarbeit mit dem Team sei jedoch stets erfreulich gewesen. «Sie verlief konstruktiv. Mich überraschte immer wieder das Vertrauen der Katholikinnen und Katholiken in den Kirchgemeinderat.» Auch die Arbeit innerhalb des Rates habe ihn erfüllt, versichert Steggerda.

Verlässt sein Amt mit einem guten Gefühl: John Steggerda war seit 2013 Präsident des Kirchgemeinderates.

Verlässt sein Amt mit einem guten Gefühl: John Steggerda war seit 2013 Präsident des Kirchgemeinderates.

Thomas Ulrich
«Ich gehe jetzt mit einem guten Gefühl und im Wissen darum, dass eine gute Nachfolge gefunden wurde.»

Reto Vogt, Mitglied der vorbereitenden Arbeitsgruppe und kommender Kirchgemeinderatspräsident in Trimbach, präsentierte der Kirchgemeinde den Vertrag.

Das Werk wurde zuvor schon von der Kirchgemeindeversammlung Olten/Starrkirch-Wil unverändert genehmigt. Dasselbe geschah nun auch einstimmig in Trimbach.

Weiter wurden an der Versammlung die Mitglieder verabschiedet, die im Dienst der Kirchgemeinde standen: Thomas Schenker, nach über fünfzigjähriger Zugehörigkeit und Giovanni Rossi, ebenfalls mehr als 30 Jahre Mitglied, haben ihre Rücktritte aus der Baukommission erklärt.

Christoph Locher und Christian Meyer gaben zudem ihr Amt als Kirchgemeinderäte auf. Im Anschluss blickte Martina Nussbaumer, Vizepräsidentin des Rates, in ihrer Ansprache auf die Amtstätigkeit von John Steggerda zurück, die unter anderem durch die Aufdeckung und Aufarbeitung eines Missbrauchsskandals, Bewältigung der Covid-19-Krise, Umwandlung der Bruder-Klausen-Kapelle und vielem mehr, geprägt war. Christoph Locher, Ratsmitglied und zuständig für die Finanzkommission sowie Verwalter Markus Weibel präsentierten die Rechnung 2020.

Sie und alle Anträge wurden einstimmig genehmigt.

Aktuelle Nachrichten