Däniken
Kampfwahl um Däniker Präsidium: Was werden Sie anders machen?

In Däniken steht das Duell Walter Gurtner gegen Matthias Suter, oder SVP gegen FDP, um die Nachfolge des abtretenden Gemeindepräsidenten Gery Meier, an. Wir stellen den beiden Kandidaten Fragen zu Themen, die im Dorf bewegen.

Christian von Arx
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Walter Gurtner (links) und Matthias Suter duellieren sich um das höchste Amt in Däniken.

Walter Gurtner (links) und Matthias Suter duellieren sich um das höchste Amt in Däniken.

Oltner Tagblatt

Der Däniker Gemeinderat will die Verträge zum Steuerverteiler des Kernkraftwerks nicht mehr erneuern, die andern Gemeinden fordern Verhandlungen. Welche Lösung finden Sie fair und gerecht?

Walter Gurtner: Fakt ist, dass ein neuer kantonaler Finanzausgleich eingeführt wurde und Däniken nach Auslaufen der Härtefallklausel rund 2,9 Mio. Franken bezahlen muss. Däniken erhält jetzt noch vom Kernkraftwerk 3,6 Mio. Franken, somit müssten wir die KKG-Abgaben fast alle wieder direkt an den Kanton bezahlen. Damit ist der Däniker KKG-Steuerverteiler an die anderen Gemeinden obsolet, umso mehr diese jetzt das Geld direkt aus dem kantonalen Finanzausgleich erhalten!

Matthias Suter: Der jetzige Gemeinderat hat richtig gehandelt. Die Zeiten seit der Unterzeichnung der damaligen Verträge haben sich geändert. Der Rat hat seine Argumente für das Auslaufen der Verträge plausibel dargelegt. Diese sind nachvollziehbar. Dass dies bei den anderen Gemeinden keine Freude auslöste, war absehbar. Däniken zahlt jedoch neu 2,9 Mio. Franken in den Finanzausgleich. Davon profitieren nun alle Gemeinden im Niederamt, die Ausgleichszahlungen erhalten.

Sehen Sie andere Aufgaben, bei denen sich Däniken – einmal abgesehen vom Finanzausgleich – mit den Gemeinden der Region solidarisch zeigen soll?

Gurtner: Däniken hat sich immer zuerst für seine Einwohnerinnen und Einwohner einzusetzen. Solidarität mit den Gemeinden in der Region wurde von Däniken immer beispielhaft gelebt, wie zum Beispiel durch regionale Zusammenarbeiten aller Arten: Gewerbeausstellung, regionale Vereine, Altersheim Schönenwerd, Jugendarbeit, Aare-Land, Oberstufenschule in Schönenwerd, Sozialregion, Feuerwehr, Zivilschutz, Elektra, SBB-Haltestelle, viele Arbeitsplätze und Lehrstellen etc.

Suter: Däniken arbeitet überall aktiv mit, wo regionale Lösungen vorhanden sind. Soeben hat sich die Gemeindeversammlung gegenüber der Sozialregion Unteres Niederamt solidarisch gezeigt mit der Unterbringung von Asylanten. Volley Schönenwerd durfte in Däniken einige Jahre die Erlimatthalle für Meisterschaftsspiele benützen und wurde wie ein einheimischer Verein behandelt. Däniken zeigt sich in der Region gegenüber Vereinen und Anlässen stets sehr zuvorkommend.

Was wäre Ihre Wunschlösung für eine zukünftige Nutzung des Kernkraftwerk-Areals nach dem Ende der Laufzeit des Werks?

Gurtner: Gerade wegen der Energiestrategie 2050 sehe ich noch lange kein Ende der Laufzeit des Kernkraftwerks Gösgen-Däniken. Solange das KKG sicher wie bisher betrieben wird, brauchen wir diesen CO2-freien Strom dringend, besonders im Winter. Denn die konstante Stromproduktion ist für das Stromnetz wichtig und stabilisierend, dies gerade wegen der neuen erneuerbaren Flatterstromproduktion. Daher erübrigt sich die Frage zur zukünftigen Nutzung des KKG-Areals für mich.

Suter: Ich hoffe, dass das Kernkraftwerk noch viele Jahre als Arbeitgeber erhalten bleibt und Energie liefern wird. Dies, weil die Schweiz auf diese Energiequelle angewiesen ist. Bis zum Zeitpunkt der Stilllegung wird noch viel Wasser die Aare hinunterfliessen. Wenn es dann soweit ist, werden bestimmt Ideen vorhanden sein, was in dieser Zone überhaupt möglich sein wird.

Braucht Däniken weiterhin eine eigene Standort- und Wirtschaftsförderung? Wenn ja, in welcher Form – und mit wem?

Gurtner: Klar nein, diese braucht es jetzt nicht mehr. Dies bedeutet zudem Kosteneinsparungen von mindestens 50 000 Franken für die Gemeinde. Däniken wird auch in Zukunft genügend Firmenanfragen erhalten dank Besitz von günstigem Industrieland und dessen Verkauf. Dies dank tiefen Steuern und Gebühren, guter Erschliessung mit Industriestrassen und Industriegeleiseanschluss, sowie mit einer effizienten und kundenfreundlichen Gemeinde- und Bauverwaltungsbehörde.

Suter: Die Standort- und Wirtschaftsförderung ist eine Erfolgsgeschichte, weit über 300 neue Arbeitsplätze und Lehrstellen wurden geschaffen. Die Ansiedlung der Tobler AG kam vor allem dank dem Verhandlungsgeschick von Gery Meier zustande. Auch die Ärzte-Gruppenpraxis ist ihm zu verdanken. Vielleicht ist er ja bereit, die Aufgabe weiterhin auf Mandatsbasis zu übernehmen? Sein Beziehungsnetz ist hervorragend. Das einfach aufzugeben, wäre wohl nicht sehr geschickt.

Was werden Sie als Gemeindepräsident anders machen als Gery Meier?

Gurtner: Diese Frage werde ich Ihnen, sollte ich gewählt werden, erst ab dem 2. Juli beantworten. Ich kann Ihnen aber versichern, dass ich mir genügend Gedanken und Überlegungen gemacht habe. Zudem verfüge ich mit über 12 Jahren Kantonsrat und 8 Jahren Gemeinderat, sowie als Unternehmer mit 43 Jahren selbstständiger Arbeit mit Angestellten und Lehrlingen über genügend Erfahrung, um dieses Gemeindepräsidium erfolgreich weiterzuführen und auszuüben.

Suter: Gery Meier hat in den vergangenen 16 Jahren die Gemeinde Däniken geprägt und hatte im Dorf einen grossen Rückhalt. Mein Ziel ist es, die Gemeinde in eine gute Zukunft zu führen, obwohl es mir klar ist, dass es keine leichte Aufgabe sein wird. Ich habe Respekt vor diesem Amt. Das weiterzuführen, was in den letzten Jahren aufgebaut wurde, wird unter anderem die Herausforderung des neuen Gemeindepräsidenten sein.

Was fehlt aus Ihrer Sicht in Däniken?

Gurtner: In Däniken ist die Grundversorgung für unsere Bevölkerung sichergestellt und der Rest in der näheren Umgebung. Wünsche darf und soll man immer haben, ich hätte zum Beispiel gerne ein gemütliches Café mit Holzinnenausbau sowie eine dazugehörende Holzofen-Bäckerei mit einer Patisserie-Abteilung. Das Ganze vielleicht noch verbunden mit gemütlichen Alterswohnungen im Mix mit ergänzenden grossen Familienwohnungen sowie mit einem Holz-Kinderspielplatz.

Suter: Däniken ist eine Gemeinde, die zentral liegt und eigentlich über alles verfügt, was es zum Leben braucht. Manchmal muss auch ich mir wieder vergegenwärtigen, wie gut es sich in Däniken leben lässt. Sicher wäre eine Busanbindung Richtung Olten und Aarau anzustreben. Bald darf sich unser Dorf über einen Halbstundentakt ab Bahnhof Däniken freuen.

Wo ist es für Sie persönlich in Däniken am schönsten – und warum?

Gurtner: Nach dem Abbau von meinen Nebenämtern wird man mich in Zukunft mehr in der Natur antreffen, sei es im Eicher-Wald, an der Aare oder mit dem Elektrobike im Niederamt. Das Naherholungsgebiet Niederamt mit den Auenwäldern, Aarelauf, der Bally-Park und die Jurahöhen bieten ausgezeichnete Freizeitangebote an. So hätte ich eigentlich alles direkt vor meiner Haustüre, ausser meinen zwei Enkelbuben, die mit ihren Eltern in der Stadt Luzern am See leben.

Suter: Däniken verfügt über zahlreiche schöne Orte mit momentan herrlich blühenden Blumen. Regelmässig bin ich entlang der Aare beim Ausüben des Laufsports anzutreffen. Dabei geniesse ich die Natur zu jeder Jahreszeit mit allen Sinnen. Aktuell hat es mir auch ein Beerenfeld angetan, da ich Erdbeeren sehr gern habe.

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